SLEAZE PLATTEN

SLEAZE [+] PLATTEN

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Schon gehört? In unserer neuen Rubrik „SLEAZE [+] PLATTEN“ gibt’s jetzt auch Online alles was ihr hören müsst – oder eben nicht. Kompetent zusammengetragen von den SLEAZELS bleibt ihr plattentechnisch auf dem Laufenden, auch wenn euch der Griff zum Heft mal schwer fällt, weil ihr zum Beispiel keine Hände habt. Den Anfang machen heute SEA&AIR, BROKOF und I LIKE TRAINS. Wir wollen ja wohlwollend anfangen.

 

 

Songwriterpop

SEΛ + ΛIR

My Heart’s Sick Chords

Label: RAR/ Motor

VÖ: 12.10.2012

4/5 Sterne

Klingt wie: Angus & Julia Stone, Me & My Drummer

 

Na klar könnten wir jetzt Analogien zur deutsch-griechischen Freundschaft aufreihen und Metaphern schwingen, welche das ganze weltliche Hin und Her auf SEΛ + ΛIR  runterbrechen, die bekanntlich ja zur Hälfte aus beiden Ländern kommen. Nee, machen wir nicht. Denn „My Heart’s Sick Chords“ ist Musik, die neben dem ganz großen Gefühl und Pathos zeigt, dass moderner Pop nicht zwangsläufig etwas mit billigem Mainstream zu tun haben muss. Ganz anders: SEΛ + ΛIR erreichen die Massen, weil sie an den richtigen Stellen zu einer unverschrobenen Ehrlichkeit zurückfinden und die Attraktivität des Pop mit Songwriter-Folk kombinieren, der sich in Herz und Seele brennt. Seit gut einem Jahrzehnt mit verschiedenen Projekten im Musikgeschäft unterwegs, reift die Musik von Daniel Benjamin und seiner Frau Eleni auf „My Heart’s Sick Chords“ zu einem hallenbetäubenden Kleinod klassisch-moderner Popmusik. Vollständig für das Cembalo, J.S. Bachs Lieblingsinstrument, geschrieben und vielleicht daher von Zeit zu Zeit mit dem Zauber des Barock erfüllt, schwankt diese Album inhaltlich zwischen Genie und Wahnsinn, Emotion und Rhythmus. Wenn das kranke Akkorde der Herzen sind: mehr davon!

 

 

 

 

 

Folk-Pop

Brokof

Side by Side

Label: Goldrausch

VÖ: 12.10.2012

4/5 Sterne

Klingt wie: Americana meets Indie meets Pop

 

Ach, wie ist das schön. Der Herbst zeigt sich in allen Facetten und die Berliner Brokof schmeißen mit ihrem zweiten Album um sich. Nach dem fantastischen Geheimtipp „Smile“ vom Debütalbum „Softly, Softly, Catchee Monkey“ aus dem Jahr 2010 gibt s nun dreizehn neue, frisch daherkommende Tracks. Sie sind also zurück und haben einiges an Diamanten im Gepäck. Der Mix aus Pathos á la Wilco und Folk á la Weakerthans bändelt auf „Side by Side“ mit Indie und gekonntem Pop an und bringt ein Schmuckstück hervor, das sich wunderbar zum ersten Glas Glühwein auf dem Balkon genießen lässt. Die vier Berliner schaffen es, Lieder voller Unsicherheit und Zerbrechlichkeit in eine entschmalzte Schale zu werfen, die so wenig an Kitsch erinnert, wie der Hermannplatz um drei Uhr morgens. Die erste Single „Cooperate“ ist im guten, alten Rock’n’Roll-Stil verpackt und macht Lust auf mehr, mehr von Brokof. Die einfach schon sympathisch sind, weil sie im Elektro-Berlin ohne jeden Synthie-Schwurbel auskommen. Daumen hoch für Berlin. Endlich mal wieder.

 

 

 

 

Post-Indierock

I Like Trains

Beacons (EP)

Label: ILT / Cargo Records

VÖ: 15.10.2012

3/5 Sterne

 

Es ist wieder Plattenladenwoche und die lädt uns ein, unbekannte Musik zu hören. Nun sind I Like Trains sicher keine unbekannten mehr, hat doch ihr drittes Album „Shallows“ in diesem Jahr durchaus überschwängliche Kritiken bekommen. Die EP „Beacon“ veröffentlichen die Jungs nun zu eben genau diesem Event und erlösen alle, die jetzt schon nicht auf das nächste Album warten können. Drauf gepresst sind vier brandaktuelle Songs aus dem bandeigenen Studio sowie ein neuer Mix von „Beacon“. Empfehlenswert ist die düstere Reise der Briten auf jeden Fall, wer daran Teil haben will, sollte allerdings schnell sein: die EP ist limitiert.

 

 

Ab Ende Oktober sind I Like Trains auf Tour:

29.10.2012 Köln – Gebäude 9
01.11.2012 Hamburg – Knust
02.11.2012 Frankfurt – Zoom
04.11.2012 Berlin – Magnet
05.11.2012 München – Kranhalle
08.11.2012 Dresden – Beatpol

 

Julian

 

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