Kino-Kritik PRIEST-3D

Kino-Kritik PRIEST-3D

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PRIEST-3D, Sony Pictures,

Regie: Scott Stewart,

Produktion: Sam Raimi (SPIDERMAN),

Kinostart: 12. Mai 2011

Comic-Verfilmungen kennen wir ja schon, seit Marvel uns in regelmäßigen Abständen auch die B-Promis aus ihrem Universum auf die Leinwand spuckt. Aber irgendwas ist hier anders.

Die Liste der Priest-Mitarbeiter liest sich wie die Best-Of-Bande des Films. Schon die Visage des Priesters(Paul Bettany) entlockt ein „irgendwoher kenn` ich den doch“ und richtig, da haben wir unseren furchtlosen Gotteskrieger doch schon als einen ähnlichen Charakter in DAVINCI-CODE gesehen. Na der mit den blonden Haaren und dem Hang die Worte des Herren etwas zu genau zu nehmen. Nur das Setting wurde „geringfügig“ geändert. Wir befinden uns in einer postapokalyptischen Welt. Die Menschen wohnen seit den großen Kriegen in riesigen, dunklen Maschinen-Städten, die von unglaublich hohen Mauern umgeben sind. Die uneingeschränkte Macht besitzt die Kirche im Stile von 1984. Aber warum die Mauern, wenn doch Gott seine Hände schützend um die Bewohner legt? Nun ja, die großen Kriege wurden nicht gegen Ungläubige im eigentlichen Sinne geführt, sondern gegen Vampirhorden. Klingt erstmal abgekaut, ist es aber weit weniger als gedacht.

Die Vampirhorden bestehen aus schnellen, blutrünstigen, kräftigen, blinden … ähh, na ja … Monstern, die eher an übergroße, nackte Windhunde erinnern. Ihr Biss verwandelt Menschen in eine Art Zombies bzw. hässliche Männer ohne Haare.

Die Kriege konnten nur mit Hilfe der Priester gewonnen werden, eine Kaste von auserwählten Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Nach dem Sieg wurden die Vampire in Reservate gesperrt und die Priester als würdelose Aussätzige behandelt. Bis, ja bis die Vampire wiederkamen. Sie kidnappen Lucy(Lily Collins)-die Nichte unseres Protagonisten und er muss sich daraufhin gegen die Kirche stellen, um sie aus den Händen des Black Hat(Karl Urban) zu retten, ein Ex-Priester, der von der Königin der Windhund-Vamps gebissen wurde und nun als der Super-Blutsauger mit seiner Armee in die Stadt möchte. Der Priester hat nicht gerade viel Hilfe. Da gibt es Hicks(Cam Gigandet, TWILIGHT), einen schießwütigen Sheriff aus der Wüstenstadt, der nebenbei auch noch der Lover seiner Nichte ist und eine Priesterin aus frühen Tagen(Maggie Q).

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Alle drei bewegen sich mit futuristischen Motorrädern durch die Wüste, um den gigantischen Zug mit Vampirnachwuchs aufzuhalten, der auf die Stadt zurast. –PRIEST ist nicht irgendeine Comicverfilmung, sondern macht, nicht zuletzt wegen dem immer beliebteren 3D und der hochkarätigen Crew, das Erlebnis Kino wieder schmackhaft. Die Story und die Figuren sind komplex und spannend und lassen so das abgegriffene Vampirthema in einem neuen Licht jenseits von Teenager-High-School-Dramen erstrahlen. Mit Liebe zum gruseligen Detail wurden die Orte und Monster umgesetzt und entführen in eine Welt, die mit vielen Referenzen zu unserem schnöden Alltag angereichert ist.

Zwar sind die einzelnen Elemente nicht sehr originell und lassen eher an eine Mischung aus EQUILIBRIUM und ALIENS erinnern, trotzdem hätte es der Film fast in die Hall of Fame der Comic-Filme geschafft. Nur fast? Ja, denn leider wird eine ganz schön altbackene Hollywood-Dramaturgie gefahren. Die Dialoge mögen perfekt im Comic passen, wirken aber mit bewegten Bildern und echten Schauspielern ganz schön gestelzt. Und leider, leider ist das Schauspiel einiger Hauptpersonen stark überzogen und damit so unterirdisch wie der Bahnhof Potsdamer Platz. Schade, aber eine Comic-Figur adäquat auf die Leinwand zu übertragen, wird wohl die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts für einen menschlichen Mimen sein.

Und dennoch meine Lieben, wenn ihr Etwas übrig habt für die Besonderheiten der Graphic Novel, für detailreiche Charaktere und Handlungen in fantasievollen Welten und eine grundästhetische Umsetzung, dann geht in diesen Film, seht die Schauspieler lediglich als Repräsentanten eines höheren Zwecks an und habt einfach mal eine gute Zeit – denn eines muss man PRIESST-3D lassen: Er ist extrem stylish.

Heiner Sand

 

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