everdrop: Was kann der putzige Tab?

everdrop: Was kann der putzige Tab?

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Wir haben vor einiger Zeit von der Firma everdrop eine interessantes Starterpaket zugeschickt bekommen. Tabletten, Tabs oder auch – passend zum Markennamen – Drops, die man in den beiliegenden Sprühflaschen auflöst. Diese everdrops wollen die Putz- und Waschmittelwelt revolutionieren. Wir sind gespannt.SLEAZE + everdrop

Um den Drops langsam zu lutschen: Die Grundidee ist schlicht, dass die herkömmlichen Putzmittel alle vorgemixt sind – mit schlichtem Wasser. Da der durchschnittliche Haushalt in unseren Breitengraden nun mal fließend Wasser im Haus hat, ist die Frage berechtigt, warum eigentlich seit Jahrzehnten dieses zusätzliche Gewicht durch die Gegend transportiert wird und unnötig Verpackung verbraucht.

Bartender, wir mixen heute selbst

Also ran ans Experiment. In unserem Starterkit sind drei angeblich aus Altplastik hergestellte Kunststoff-Flaschen enthalten. Bei den Angeboten auf der Webseite können wir aber inzwischen nur Glasflaschen finden, was wahrscheinlich auch noch nachhaltiger ist.

Zur Unterscheidung sind die Flaschen mit Glas, Bad oder Allzweck beschriftet und die passenden Tabs natürlich auch. Also rein in die Flasche und Wasser drauf. Muss ich schütteln oder rühren? Nein, nix davon. Nur den klassischen Tab-Auflös-Moment abwarten – und fertig ist das Putzmittel.

Und putzt everdrop denn auch ordentlich?

Da wird es jetzt etwas knifflig. Wir haben verschiedene Drops bekommen: Glas, Bad, Allzweck. Glas ist klar, aber mir ist aber auch nach mehrmaligem Nutzen und Putzen kein Unterschied zwischen Bad und Allzweck aufgefallen. Das kann aber auch an mir liegen, und damit kommen wir zu einer klassischen Problemzone: den Menschen.

Zum einen gibt es Menschen wie mich, die eventuell die Mischung falsch dosieren trotz simpler Anleitung. Und zum anderen gibt es Menschen, die auch durch die Verpackungsangaben ihrer Produkte Geld verdienen wollen.SLEAZE + everdrop

Kennt man ja auch von Autos bis Farbeimern. Vielleicht kann man wirklich mit einem Minieimer wie angegeben die gesamte Wohnung streichen. Aber da muss dann wohl der Superprofi mit Turbopinsel im keimfreien Raum seine Meisterleistung frisch verliebt abliefern, sonst wird das nichts.

Andere Marken sollten sich ein Beispiel nehmen

Wechseln wir darum lieber vom Mini-Eimer zum großen Ganzen. Denn diese Idee ist ja nicht nur für Putz- und Waschmittel geeignet, sie lässt sich auf viele Produkte mit hohem Flüssigkeitsanteil übertragen. Von Suppen und ähnlichen Speisen über viele Getränke bis hin zu der gesamten Palette von Putz- und Waschmitteln. Sogar Zahnpasta gibt es vereinzelt bereits in Pillenform.

Und von da ist es dann nicht mehr weit, auch bei anderen Bereichen den Rotstift zu zücken. Muss man bei den Zahnbürsten wirklich jedes Mal den Großteil namens Griff mit wegschmeißen? Warum gibt es bei Kontaktlinsen-Behältern kein austauschbares Inlay? Und warum haben sich noch immer keine Drucker durchgesetzt, die man so simpel betanken kann wie Autos?

Solange wir die Globalisierung mit ihrem gierigen Kapitalismus und die Menschen mit ihrer egoistischen Überbevölkerung (inklusive der charmanten Folgen wie z.B. den Klimawandel) nicht dezimieren, sind das natürlich alles nur Minitropfen auf einer riesigen Herdplatte. Aber immerhin geht es in die richtige Richtung und kann Geld, Muskelkraft, Verpackungsmaterial und Transportkosten sparen.SLEAZE + everdrop

Günstiger soll das Ganze jedenfalls sein. Ein Tab soll ca. ein Euro kosten und 500 ml Putzmittel erzeugen. Wen man das hochrechnet, könnte es tatsächlich Einsparungen geben.

Zumindest, wenn man das Starterkit von mindestens 35 Euro umgeht. Daher lieber andere Sprühflaschen organisieren und dann mit der guten Idee von everdrop ins putzige Vergnügen stürzen.

Leazel

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