Zu Fuß auf den Sneaker-Olymp

Zu Fuß auf den Sneaker-Olymp

Gerüchten zufolge haben es auch heute noch deutsche Schulkinder mancherorts schwer, ohne einen Nike-Sneaker gesellschaftsfähig zu bleiben. Die Beliebtheit der US-Marke steht jedenfalls außer Frage.

TEILEN

2014 hat Nike eine Umfrage in Deutschland klar für sich entscheiden können. 69 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer gaben dem US-Unternehmen gegenüber dem deutschen Rivalen adidas den Vorzug. Und für uns als Sneaker-Fans besonders traurig: Andere Sportmarken kennen die Deutschen offenbar nicht. Daran hat sich auch 2016 nicht viel geändert. Jeder 15. Befragte zählt eines der beiden Sportlabels zu seinen Lieblingsmarken.

Mit dem Swoosh Akzente setzen

Begonnen hat die beispiellose Erfolgssaga 1964 bekanntlich mit dem Unternehmen Blue Ribbon Sports. Gemeinsam mit Philip Knight hat der ehemalige Sporttrainer Bill Bowerman zunächst Sportschuhe der Marke Onitsuka Tiger vertrieben, ehe 1971 Schuhe unter dem Namen Nike hergestellt wurden. Angesichts ihrer Leichtigkeit und ihres markanten Sohlenprofils unterschieden sich die Nike-Exemplare klar vom Marktüblichen. Sehr spannend nachzulesen übrigens in der Autobiographie von Phil.

Zu einer echten Marke avancierten die Sportschuhe aber erst durch den unverkennbaren Nike-Haken, der wohl besser bekannt ist unter dem nach Raketensound klingenden Swoosh. 35 Dollar bekam die Grafikdesign-Studentin Carolyn Davidson dafür erst. Aber was viele nicht wissen: Ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg wurde mit einer Entschädigung von 600.000 Dollar und einem Diamantring nachträglich angemessener gewürdigt.

XL-Models total en vogue

Kleidergröße 34 haben sie nicht, dafür weibliche Kurven und etliche Kilos mehr auf den Hüften.  Die XL-Models erobern seit Kurzem die Sportwelt, wie inzwischen auch Nike zeigt. Bislang war es üblich, Sportbekleidung ausschließlich mit extrem dünnen, durchtrainierten XS-Models zu präsentieren. Im US-Unternehmen kommen aber ebenso ganz normale Frauen zum Zug. Ohnehin ist es fehl am Platz, kurvige Körper automatisch als untrainiert und unfit abzutun, aber das sickert in der nicht gerade tiefgründigen Mode(l)welt erst langsam durch. Groteskerweise fängt im Modebusiness Plus Size schon bei Kleidergröße 38 an. Insofern sollte die Abkehr von der Beschränkung auf Size Zero durchgehend begrüßt werden.

Individualität definitiv großgeschrieben

Schon von Beginn an hat Nike einiges anders gemacht als herkömmliche Firmen. Und so ist das Folgendes so etwas wie eine typische NikeIDee: Customized Sneaker! Auch mein persönlicher Traum, muss ich zugeben. Leider bieten das immer noch viel zu wenige Sneaker-Firmen an.
NIKEiD.com hat eine Fülle von verschiedenen Schuhstyles und Produkten zur Personalisierung parat. Neben der Farbe ist vielfach auch die Personalisierung des Materials, der Funktion und der Passform möglich. Wer will, kann sein individuelles Design durch eine personalisierte iD abrunden, die auf eine bestimmte Anzahl von Zeichen beschränkt ist und gewissen Auflagen genügen muss. So sind etwa beleidigende oder diskriminierende Inhalte tabu. Im Prinzip ist die Personalisierung jedoch mit ein paar Handgriffen im Nu erledigt. Jede Designänderung zeigt der NIKEiD-Builder augenblicklich in einem Produktbild an.

Aktuell ist NIKEiD in Europa, Japan, China und den USA verfügbar. Die Kosten für ein personalisiertes Nike-Produkt sind aus der NIKEiD-Homepage ersichtlich und setzen sich für gewöhnlich aus dem Einzelhandelspreis, der Gebühr für das personalisierte Design und den entsprechenden Versandkosten und Steuern zusammen. Geliefert werden die personalisierten Sachen regelmäßig innerhalb von vier bis sechs Wochen. Vom Preis her ist es für ein individualisiertes Produkt wirklich in Ordnung, allerdings auch nicht richtig günstig. Aber es gibt ja zum Glück andere Möglichkeiten zum Einsparen, z. B. über GutscheinPony aktuelle Nike-Gutscheincodes und -Rabatte sichern.

Spitzensportler als vertrauenswürdige Testimonials

Während viele Unternehmen das Pferd beim Schwanz aufzäumen und mit biederen Promis auf Kundenfang gehen, wusste Nike von jeher die Leistung zu schätzen. Mit ihr assoziieren Kunden naturgemäß Vertrauenswürdigkeit.

Der Einbindung von Spitzenathleten zu Werbezwecken ist denn auch in der Tat der kommerzielle Erfolg des Unternehmens geschuldet. 1972 rüstete das Unternehmen den Läufer Steve Prefontaine aus und 1984 nahm es den Basketballer Michael Jordan unter Vertrag. Das war allerdings auch ein glücklicher Zufall, stand MJ doch zunächst mehr auf adidas-Sneaker (die aber aufgrund eines wichtigen familiären Todesfalls wohl nicht die Chance erkannten). Es zahlte sich für beide Seiten aus: Allein die fruchtbare Zusammenarbeit mit Michael soll Nike rund 2,6 Milliarden US-Dollar eingebracht haben.

1996 landete Nike endlich mit der Verpflichtung des damals noch weitgehend unbekannten Golfspielers Tiger Woods den nächsten großen Coup. Für fünf Millionen US-Dollar jährlich war er mit an Bord.

Aber auch sonst macht Nike einiges richtig: Das beweist z.B. die Kampagne „Stand up, speak up!“. Seit Februar 2005 wird damit dem Rassismus die Stirn geboten. Da dürfte Nike jetzt alle Füße voll zu tun haben bei dem aktuellen Präsidenten.

Leazel

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT