Zehn Autos, die Filmgeschichte schrieben / fuhren

Zehn Autos, die Filmgeschichte schrieben / fuhren

TEILEN

Flinke Flitzer, knuddelige Karren, höllische Hobel. Ob Mad Max, Batman oder Dr. Brown, der Filmheld von heute legt auch Wert auf einen ansehnlichen fahrbaren Untersatz. Doch Dr. Nevilles Porsche, James Bonds Aston Martin oder des Bumblebees neue (Chevrolet-Camaro-)Kleider sind nur was für Hipsters. Hier sind die wahren Herrscher der Straße – die wohl besten Fahrzeuge der Filmgeschichte…

  1. APC M577
    Film(e): „Aliens“
    Modell: gepanzerter Truppentransporter
    Baujahr: 2179
    Um Ripley & Co. heil über den Planeten LV-426 zu bringen, nutze man einen „Armored Personal Carrier“ der „United Colonial Marines“, ausgestattet mit Maschinengewehren, Flammenwerfern und einer Panzerung, die jede noch so dicke Wand zerdeppert. Nach einer planlosen Rettungsaktion gibt das Gefährt zwar aufgrund platter Reifen seinen Geist auf, nichtsdestotrotz sorgt dieses Monster ohne Frage für eine der besten Actionszenen der 80er Jahre. Gebaut wurde es übrigens aus einem 70 Tonnen schweren Flugzeugschlepper der „British Airwaves“.
  1. Frankensteins Death Racer 2000
    Film(e): „Frankensteins Todesrennen“
    Modell: egal…
    Baujahr: 2000
    In einem kommunistischen Amerika des Jahres 2000 werden der Bevölkerung „Brot und Spiele“ in Form eines jährlichen Autorennens geboten. Der Clou: In dem Rennen, welches quer durch Amerika führt, geht es primär nicht nur einfach darum, Erster im Ziel zu sein, nein, sondern auch noch um das Entlasten der Sozialsysteme. Für das Überfahren von Rentnern und Kranken gibt’s Extrapunkte. Für das Design der Rennautos hingegen Standing Ovations. Auf welchen Flitzern die Karren basieren, kann ich nicht wirklich sagen, aber eines steht auf jeden Fall fest: Wenn die Formel Eins mal mit solchen Kisten an den Start gehen würde, dann schalte ich auch wieder ein.
  1. Interceptor
    Film(e): „Mad Max“, „Mad Max 2 – Der Vollstrecker“
    Modell: Ford Falcon XB sedan
    Baujahr: 1973
    Die Maschine ist verdammt laut, verdammt schnell, verdammt tödlich. Also perfekt geeignet für eine Vendetta. Und ein solches Gefährt braucht Max Rockatansky auch, um die Nightrider zu jagen. Eine gewissenlose Motorradgang, verantwortlich für den Tod seiner Familie. Erst im letzten Drittel des ersten Teils schnappt sich Max den Interceptor aus dem Polizeigewahrsam, aber seine Fußstapfen respektive Autospuren, hat die Karre ohne Frage in der Filmgeschichte hinterlassen. Das Auto ist ein „Ford XB Falcon Coupe“, der für den Film nur leicht modifiziert wurde. Der Kontinuität folgend düst Mad Max mit der Karre auch noch durch die post-akpokaliptische Wüste des zweiten Teils, die das Auto, zumindest im Film, nicht überlebt. Schade. Ab Teil 3 gibt’s ’ne Kutsche…
  1. Herbie
    Film(e): „Ein toller Käfer“, „Herbie groß in Fahrt“, „Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo“, „Herbie dreht durch“, „Ein Toller Käfer kehrt zurück“
    Modell: VW Käfer Model 117
    Baujahr: 1963
    Ach, Leute. Schaut ihn euch einfach nur an. Man kann Herbie von dieser Liste nicht ausschließen. Das wäre genauso, als würde man den achtjährigen, schüchternen, lispelnden, pummeligen Jungen mit Hornbrille nicht zum Kindergeburtstag einladen. So grausam kann kein Mensch sein.
  1. Christine
    Film: „Christine“
    Modell: Plymouth Fury
    Baujahr: 1958
    Eigentlich war laut dem Originalroman ein „Plymouth Fury“ für Tod und Terror im Freundeskreis des jungen Arnie verantwortlich – im Film benutzte man allerdings einen „Plymouth Savoy“ und „Plymouth Belvedere“, was zu amüsanten Logikbrüchen führte, da Christine bei mehreren Mordversuchen ihre Autotüren verriegelt – per Verriegelungsknopf. Der „Plymouth Fury“ hingegen besitzt diese nicht, sondern kann nur über die Türgriffe verriegelt werden. Ein Detail für die Geeks – für die Masse verdient Christine dennoch, in der Top Ten zu erscheinen. Nicht nur, das dieses Baby wohl zu den heißesten Automodellen der Geschichte gehört, nein, im Film verteidigt sie nicht nur ihren Fahrer mit allen Mitteln, sondern tötet auch jeden, der sich zwischen sie (im Plural) stellt. Aber abgesehen von diesen blutrünstigen Tatsachen kann sich das Auto immerhin selber reparieren. Ob Lack-, Blech- oder Totalschaden – alles wird wieder heil. Für jeden, der nicht rückwärts einparken kann (ich z.B.), ein absoluter Traum.
  1. Batmobil
    Film(e): „Batman hält die Welt in Atem“, „Batman“, „Batmans Rückkehr“, „Batman Forever“, „Batman und Robin“, „Batman Begins“, „The Dark Knight“
    Modell: unterschiedlich
    Baujahr: 1966 – 2008
    Natürlich darf das Batmobil in keiner Liste der besten Filmautos fehlen, auch wenn es schwierig ist, ein exaktes Modell auszumachen. Über die Jahre hinweg unterlief das Batmobil zahlreiche Make-Over, von einem Straßenkreuzer mit Batzeichen auf der Motorhaube zu einem schlichten Panzerwagen der US-Armee. Dennoch gibt es einige kleine Gemeinsamkeiten: Standardmäßig besitzt das Batmobil eine gepanzerte Karosserie und einen Raketenantrieb, der zumindest in den 60er Jahren noch an eine Atombatterie gekoppelt wurde. Dieses Batmobil ist auch das Einzige, welches noch vollends auf einem echten Automodell basierte, nämlich dem spacigen „Lincoln Futura“. Alle Bat-typischen Veränderungen wurden dann von Designer Dean Jeffries vorgenommen, die aufgrund verschiedener Drehbücher für die einzelnen Episoden im Detail variieren konnten (Bat-Maschinengewehr, Bat-Schleuder, Bat-Telefon etc.). Ab 1988 begann man für den Dunklen Ritter, vollends eigenständige Fahrzeuge zu kreieren, deren Fahrgestell zwar ebenfalls noch auf einem richtigem Automodell basierte (hier: „Chevrolet Caprice“ und „Buick Riviera“), der Rest wurde allerdings dem Wahn der Designer überlassen. Das Ergebnis schwankte, von schlichtweg genial in „Batman“ bis zu…nun, ja…„Batman und Robin“…und über diesen hüllen wir lieber mal den legendären (Bat-)Mantel des Schweigens.
  1. Lebowskis Ford
    Film(e): „The Big Lebowski“
    Modell: Ford Gran Torino
    Baujahr: 1973
    Beim Anblick des Autos wird sich dem ein oder anderen Leser wohl ein Fragezeichen auf der Stirn einbrennen. Gut, die Karre ist optisch wie technisch jenseits von Gut und Böse – aber es ist nicht irgendeine x-beliebige Kiste. Es ist das Auto vom Dude. Von wem? Dem Dude, man. Noch Fragen?
  1. Ecto-1
    Film(e): „Ghostbusters“, „Ghostbusters 2“
    Modell: Cadillac Miller-Meteor
    Baujahr: 1959
    Glaubt man Ray Stantz, dann würde der alte klapprige „Cadillac Miller-Meteor“, der vorher jahrelang als Krankenwagen diente, nur etwas mehr Pflege benötigen, um ihn zum ultimativen Einsatzwagen für die Geisterjagd fit zu machen. Das Ray aber wohl nicht viel von Autos versteht, sieht man Peter Venkmans ungläubigen Gesicht an – spätestens als er den Preis für die Schrottlaube erwähnt. 4.800 US-Dollar hat die Kiste gekostet – aber sie war es dennoch wert. Nachdem Ray sie wieder flott gemacht hat, ist Ecto-1 wohl zu einem der berühmtesten Autos der Filmgeschichte mutiert. Ausgestattet mit einer schrillenden Sirene heizt es durch New York City, um dem Terror übernatürlicher Kräfte Einhalt zu gebieten. Ursprünglich sollte das Auto schwarz lackiert sein und von einer lilafarbenden Schutz-Aura umgeben werden – glücklicherweise zwangen Budgetkürzungen die Produktionscrew dazu, das Design zu überdenken.
  1. De Lorean
    Film(e): „Zurück in die Zukunft 1 – 3“
    Modell: DeLorean DMC-12
    Baujahr: 1981
    Mit 88 Meilen pro Stunde, einem Flux-Kompensator auf der Rückbank und einer Batterie unter der Haube, die mit mindestens 1,21 Gigawatt versorgt werden muss, düst der DeLorean durch die Zeit. Anfangs noch mit Plutonium versorgt, wurde das Auto im Laufe der Filme modifiziert und konnte durch Blitze (im Jahre 1955), simplen Haushaltsmüll (2015) und der Schubkraft einer Eisenbahn (1885) nicht nur durch die Jahrzehnte fahren, sondern auch noch fliegen. Den letzten Ausflug überlebte der DeLorean leider nicht, so dass sein Schöpfer, Dr. Emmet Brown, auf eine ordinäre Dampflok zurückgreifen musste. Dennoch überstand der DeLorean dem Geschmacksirrungen von mindestens einer Generation an Filmfans (immerhin volle 25 Jahre!) und ist noch heute fester Bestandteil der Popkultur. Trotz seines Kultstatus blieb der (echte ) „DeLorean DMC-12“ de facto das einzige Modell des gleichnamigem nordirischen Automobilherstellers. Was wohl daran lag, dass die meisten Kunden über das Nichtvorhandensein des Flux-Kompensators zu enttäuscht waren („Wo ist der Flux-Kompensator?“ – Eine der meistgestellten Fragen an US-Autohändler im Jahre 1986, kein Witz…).
  1. Garths Mirth-Mobil
    Film(e): „Wayne’s World“
    Modell: AMC Pacer
    Baujahr: 1976
    Das letze – und somit nicht nur bewußt beste – Auto besitzt keinerlei Gimmicks. Kein Atomantrieb. Keine Waffen. Keine Unterwasserfunktion. Nix. Nada. Kein Zement. Es kann weder fliegen noch durch die Zeit reisen oder sich gar selber reparieren, geschweige denn mit dem Fahrer kommunizieren. Dafür besitzt es allerdings einen eingebauten Kassetten-Rekorder (!!!), welcher Queens „Bohemian Rhapsody“ mit Lautstärke „Maximum“ laufen lassen kann. Desweiteren ist es ein Viersitzer. Maximaler Sitzkomfort garantiert. Viele werden sich nun fragen, ob dies wirklich ausreicht, um Mad Max‘ Endzeit-Knüppel oder Batmans Fledermaus-Flitzer zu übertrumpfen…aber habe ich schon erwähnt, dass der Wagen selbst gemalte Feuerstreifen an der Seite hat? In diesem Sinne: Rock on, Garth!

Videoraiders

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen