Woodkid. Eine Konzertreview der anderen Art.

Woodkid. Eine Konzertreview der anderen Art.

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Alles begann total schön. Man lernte sich kennen und fand sich ganz gut.

Und es wurde noch besser, denn Woodkid stand an.

Zwischen Woodkid und meinem bevorstehenden – nennen wir es mal – Date, gab es einige Parallelen. Der Erstkontakt erfolgte per Computer. Was bei Musik nicht unüblich ist dank Youtube und Spoitfy. Für Dates würde ich davon eher abraten.

Da stand ich nun am Heimhafen Neukölln. Ich war aufgestrapst und angeheitert, zweiteres dank Bier und Gin. Man traf sich vor der Tür, Nettigkeiten wurden ausgetauscht. Neukölln sei voll dreckig. Ich leicht irritiert. Smalltalk geführt mit seinem besten Freund.

Gefühlte 25 Meter zwischen Ihm und mir. Kein Wort wird gesprochen.

Das Konzert beginnt, Woodkid live, episch schön. Ich fühle mich Yoann Lemoine näher als Ihm.

Gefühlte 50 Meter, obwohl Er neben mir steht.

Signale durch Streifberührungen.

Gefühlte 120 Meter, denn: keine Reaktion. Oh, doch einmal werde ich angelächelt. Voll schön, war aber auch Sänger Yoann.

Ich bin eingeschüchtert, aber angeheitert; höre ein großartiges Konzert.

Visuals und Bass machen die Musik fühlbar. Woodkid und Menge schweben auf einer gemeinsamen Welle aus Klang, Licht und Wohlgefühl. Ich schwebe mit.

Schöner schwebte es sich noch, wenn Er nicht mittlerweile gefühlte 150 Meter entfernt wäre.

Leider nimmt das Konzert irgendwann ein Ende, dabei hätte ich mir das am liebsten den ganzen Abend gegeben, um mich abzulenken von der Distanz.

Den Plan, noch einen Ingwerschnaps zu nehmen, schlägt er aus.

Ich bin irritiert. Aber was soll’s! Was bleibt, ist die Musik und ein wundervoller Abend mit Woodkid. Dies lässt mich den Rest vergessen. Nur 300 gefühlte Meter entfernt von ihm, dafür Woodkid so nahe wie noch nie.

Leonie

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