WOA 2017: Wacken ruft (laut) wie jedes Jahr

WOA 2017: Wacken ruft (laut) wie jedes Jahr

Im Westen Rock am Ring, im Osten das With Full Force, im Süden RiP - und wer kümmert sich nun um den Norden? Ganz klar, das übernimmt der Papi selbst. Das 28. Wacken Open Air steht an! Und da über dieses Festival der Superlative schon viel gesagt und noch viel mehr geschrieben wurde, möchten wir es heute einmal wagen, einen Vergleich zu ziehen. Einen Vergleich zweier Welten, die näher und gleichzeitig unterschiedlicher nicht sein könnten. Zwischen einer gemütlichen schleswig-holsteinischen Gemeinde namens Wacken und einem der größten Metalfestivals der Welt! Did wird ein Spaß...

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Die 1800-Seelen-Gemeinde Wacken im Kreis Steinburg hat auf ihrer hauseigenen Internetseite ein paar Vorteile aufgelistet, in deren Genuss man kommen soll, wenn man sich für ein Leben in der weltbekannten Ortschaft zwischen Nord- und Ostsee entscheidet. Da die diesjährige Ausgabe des Wacken Open Air (WOA) nun nicht mehr allzu lang hin ist, habe ich mich jetzt gefragt, ob diese Punkte eigentlich auch auf die überschaubaren (#husthust) Musikwochenenden zutreffen, welche das Dörfchen so bekannt gemacht haben? Kurze Rede, langer Sinn – finden wir´s heraus!

SLEAZE + WOA 2017
Blick auf die beiden Hauptbühnen. (Foto: Rolf Klatt)
Wenn-du-in-der-wunderschönen-Gemeinde-Wacken-lebst-Vorteil #1:
„Wohnen in ruhiger, landschaftlich schöner Lage“

Gut, das mit dem „ruhig“ lassen wir jetzt mal elegant und unbemerkt unter´n Tisch fallen. Die Wohnsituation bezüglich der Geräuschkulisse ist auf Festivals ist ja allgemein nicht immer das Goldene vom Ü-Ei. Je nachdem, wie viel Watt die Musikanlage des Nachbarcamps eben hat. Dazu kommt nicht selten, dass die zahlreichen Festivalbühnen beispielsweise beim WOA ja auch noch zusätzlich ein paar Klänge Richtung Campingplatz befördern.

Jetzt könnte es zwar sein, dass in diesem Jahr Bands wie Megadeth, Volbeat, Trivium, Nile oder Crowbar die Amps ´n Stück leiser drehen und das Schlagzeug ein bisschen sanfter verkloppen als sonst. Sind wir aber mal ehrlich: Zu erwarten ist das (zum Glück) eher nicht. DAFÜR gibt es aber auch bei der 28. Ausgabe des größten Heavy-Metal-Festival Europas eine landschaftlich (wunder)schöne Lage zu bestaunen. Gut, ein paar Zelte und Pavillons mehr als sonst schmücken die Felder, aber das rundet die ästhetisch wertvolle Optik ja auch nur passend ab. Für alle, die noch nie dagewesen sind – den Bildbeweis findest du hier:

SLEAZE + WOA 2017
Einmal im Jahr ist Wacken um ein paar Bewohner + Zelte reicher. (Foto: Olaf Mahlzahn)
Wenn-du-in-der-wunderschönen-Gemeinde-Wacken-lebst-Vorteil #2:
„Sehr gute Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten“

Diesen Zustand kennt ein geübter WOA-Besucher ebenfalls nicht anders. Das Festivalgelände bietet dir auch in seiner 28. Ausgabe wieder alles, was du für deine eigene „Versorgung“ benötigst. Neben etlichen Food Areas und Breakfast-Punkten kannst du dich bestens an Wasserstellen sowie Met- und Cocktailständen um dein körperliches Wohlergehen kümmern. Zusätzlich gibt es mehrere Supermärkte und – um die Überleitung zum Wacken-Grundnahrungsmittel Nummer 1 hinzubekommen – in diesem Jahr auch zum allerersten Mal Bier-Pipelines. Und ja, du hast richtig gelesen.

Diese Neuerung soll laut Festival-Sprecherin Frederike Arns „den Boden schonen und den logistischen Aufwand minimieren“. Sind wir mal ehrlich: Damit bekommen die die Leute doch einfach schneller voll.
Dementsprechend aber eine tolle Sache! Aufgrund der Rohre soll es möglich sein, unglaubliche sechs Bier in sechs Sekunden zapfen zu können. Bei einem Bierverbrauch von 5,1 Liter pro Kopf und einem im Schnitt gesamten Ausschankvolumen von knapp 400.000 Litern innerhalb der drei Festivaltage sind solche Maßnahmen aber auch nicht mehr wirklich verwunderlich.

SLEAZE + WOA 2017
Bullet for my Valentine-Frontmann Matthew Tuck beim W:O:A 2016 (Foto: Rolf Klatt)
Wenn-du-in-der-wunderschönen-Gemeinde-Wacken-lebst-Vorteil #3:
„Gute Verkehrsanbindung“

Eine gute Verkehrsanbindung ist wichtig für ein Dorf, genauso wie für ein Festival. Zum Glück führt dich in unserem Beispiel die Westküstenautobahn A23 sicher zu beidem. Achso, deine Erzeuger haben dir zum 18. Geburtstag gar keinen Range Rover Vogue geschenkt? Na dann kommst du eben mit dem Fernbus. Oder der Bahn. Oder Mitfahrgelegenheiten. Die Anreise soll dich schließlich am allerwenigsten von diesem Circle Pit– und Blastbeatlastigen Musikwochenende der Extraklasse abhalten. Und auch wenn du dich bisher noch nicht entschieden hast, wie du deine Anreise gestalten möchtest – kein Problem, dann hilft dir sicherlich diese formschöne Übersicht der offiziellen Stelle der Wacken-Kundigen weiter.

Aber auch vor Ort wirst du wie immer nicht allein gelassen – was die Fortbewegung wie auch die Orientierung angeht. Neben dem Shuttlebus, der dich sicher am Festivalgelände absetzt, leiten dir wie jedes Jahr Straßennamen den Weg, die es so wohl leider nie im deutschen Straßennetz zu bewundern geben wird. Da ist von der Dimebag Street und der Mosh Road über den Highway to Hell und dem Headbangers Hellway bis hin zur Maiden Avenue, der Grave Digger Gasse und dem Stairway to Heaven alles dabei, was die musikalische Wortakrobatik hergibt. „Wohnhaft in der Slayer Street“ wollte doch jeder von uns schonmal auf seinem Personalausweis stehen haben.

SLEAZE + WOA 2017
Panorama aus dem Norden (Foto: Ralf Klatt)
Wenn-du-in-der-wunderschönen-Gemeinde-Wacken-lebst-Vorteil #4:
„Vielfältige Freizeitangebote“

Und hier hab ich doch ein wenig die Vermutung, dass das Festival die restliche Gemeinde etwas alt aussehen lassen könnte. Oder schwer angeschlagen. Oder Schlimmeres. Neben dem primären Anreisegrund des „Musikkonsums“ kannst du dir auf dem WOA schließlich noch mit diversen anderen Dingen die Zeit vertreiben. Zum Beispiel mit Pfahlsitzen. Oder Metal Yoga. Du kannst aber auch im Full Metal Store bummeln gehen oder dir eine Wrestlingshow anschauen. Oder du gönnst dir ein entspannendes Päuschen im Biergarten. Oder lässt dich bei Late Night Shows unterhalten, schaust dir Poetry Slams an, lauschst ein paar Unplugged-Konzerten in der Wacken-Kirche oder wechselst auf dem Gelände mit echten(!) Seelsorgern ein paar Worte. Du siehst schon: Das Freizeitangebot des WOA kann sich sehen lassen und eine „normale“ Dorfgemeinde kommt dagegen (verständlicherweise) nicht an.

SLEAZE + WOA 2017
Hingegen allen Behauptungen: Ab und zu lässt sich in Wacken auch die Sonne blicken. (Foto: Rolf Klatt)

Was sagt uns dieser Vergleich jetzt also abschließend? Das Festival steht dem entspannten und erholsamen Leben in der gleichnamigen Ortschaft in nichts nach. Wer hätte das gedacht? Falls du dich nun aufgrund dieses Beitrags spontan dazu entschlossen haben solltest, das WOA noch in diesem Jahr zu besuchen, muss ich dich leider (zumindest kurzzeitig) enttäuschen: Am 12.06. wurde das diesjährige Metal-Spektakel offiziell für ausverkauft erklärt. Aber wer weiß – ohne etwas versprechen zu wollen -, vielleicht schmeißt dein digitales SLEAZlingsmagazin demnächst ja auch noch ein paar Karten raus. 😉
Und selbst wenn nicht: Wir haben ja gerade gelernt: Die Gemeinde selbst ist auch immer ein Besuch wert. Und dann heißt es einfach im nächsten Jahr: FASTER HARDER LOUDER – Wacken 2018!

Axel

Name: Wacken Open Air
Zeitraum: 03.08. – 05.08.2017
Ort: Wacken (Schleswig-Holstein)
Besucher: 84.500
Genre: Metal, Hard Rock
Homepage: www.wacken.com

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