With Full Force nach Ferropolis

With Full Force nach Ferropolis

Letzte Woche Rock am Ring, nächste Woche WFF. Der SLEAZE-Betriebsausflug geht in die nächste Runde. Diesmal steht Ferropolis an, die Stadt aus Eisen. Der Grund dafür hört auf den sympathischen Namen With Full Force. Mit voller Kraft findet dieses Jahr die 24. Ausgabe des Festivals in der Nähe von Dessau statt. Was dich dabei erwartet und warum sich ein Besuch der Tagebau-Kulisse auch bei Nacht definitiv lohnt, erfährst du jetzt.

TEILEN

SLEAZE + With Full Force
Und einmal bitte Gitarre spielen, dabei in die Luft springen und dein schönstes Lächeln aufsetzen – perfekt! (Foto: Dirk Behlau)

Auch wenn das Wetter noch nicht so richtig mitmacht, so langsam merkst du es: Der Sommer steht vor der Tür. Oder wie man es als wahrer Musikveranstaltungsliebhaber freudiger umschreiben kann: die Festivalsaison. Passend dazu haben wir dich in den letzten Tagen und Wochen ja bereits fleißig mit Texten, Information, Verlosungen, Bildern etc. zu einigen Wochenenden versorgt. (und es werden noch einige folgen)
Unter anderem von Rock im Park und vor allem dessen großen Bruder am Nürburgring. Damit wurden der Süden sowie der tiefe Westen veranstaltungstechnisch also (vorerst) angemessen abgefrühstückt.

Werfen wir jetzt mal einen Blick in den östlichen Teil unser parlamentarischen Bundesrepublik. Wie jedes Jahr gibt es schließlich auch einige Krawallwochenenden in den alten Bundesländern, von denen man Notiz nehmen kann und sollte. Allen voran das With Full Force-Festival in der Nähe von Dessau. Dieses kann zwar von den Ausmaßen nicht ganz mit einem RiP oder RaR mithalten, aber Größe ist ja bekanntermaßen auch nicht alles. Um einen Eindruck des härtesten Ackers des Ostens zu bekommen, werf ich mal eben ein paar nackten Zahlen / Fakten in den Freitextraum. Leute mit chronischer Arithmophobie scrollen bitte bis zum nächsten Absatz.

2017 wird die 24. Ausgabe des WFF stattfinden. Quasi der Höhepunkt eines jeden Festival-Weihnachtskalenders. Das Metal-, Punk- und Hardcore-Festival zählte dabei in den letzten Jahren durchschnittlich 25.000 Zuschauer. 2011 war mit knapp 30.000 zahlenden Fans dabei die bisher erfolgreichste Ausgabe.
Angefangen hat alles 1994 als kleines Tagesfestival im Stadtpark Werdau mit rund 2.500 Besuchern. Zwei Jahre später wurde das
Force aufgrund gestiegener Zuschauerzahlen auf den Flugplatz Zwickau verlegt. 1999 erforderten die stetig weiter wachsenden Besuchermassen wiederum einen Umzug – diesmal auf den Segelflugplatz in Roitzschjora, auf welchem das Festival auch bis zum letzten Jahr beheimatet war. 17 Jahre ging es gut, bis die Veranstalter im November letzten Jahres bekanntgaben, dass die 24. Ausgabe nicht wieder auf dem Segelplatz des wohl unaussprechlichsten Dörfchen Deutschlands stattfinden wird. Aufgrund der
immer strengeren behördlichen Auflagen und den daraus resultierenden Problemen“ waren die Veranstalter gezwungen, sich einen neuen Ort zu suchen.

SLEAZE + With Full Force
Genau daaa hinten fand das With Full Force die letzten 17 Jahre statt. (Foto: Dirk Behlau)

Dieser liegt nun knapp 30 Kilometer weiter nördlich und hört auf den wunderbaren Namen Ferropolis. Genau, da wo auch das Melt und das Splash die Massen jedes Jahr zum schmelzen und …äääh… feiern bringt. Ein wahre Festivalmagnet also. Das Gelände der Stadt aus Eisen lockt dabei mit mehr Komfort, Sicherheit und Qualität. So umschreiben es zumindest die Veranstalter. Im Klartext soll es heißen: Es stehen mehr feste Toiletten und Duschen zur Verfügung und außerdem gibt es ab sofort offizielle Badestrände. So einen gab es in Roitzschjora ja auch, nur gehörte dieser (leider) nicht zum Festivalgelände. Dementsprechend sah der Strand nach dem ersten heißen Tag auch aus. Ein Glück scheint sich da eine Besserung abzuzeichnen. Das Bühnenpotpourri des WFFs wird zudem von drei auf satte vier Stück erweitert, weswegen deine Timetable-Planungs-Skills dieses Jahr so richtig auf die Probe gestellt werden. Man will ja schließlich nichts verpassen.

SLEAZE + With Full Force
Das nenn ich mal Spaß bei der Arbeit. 😛 (Foto: Dirk Behlau)

Ach, Musik kommt da auch?

Ja, und zwar eine ganze Menge! 84 Bands aus aller Herren und Damen Länder haben sich (bisher) angekündigt. Darunter In Flames, Kreator, Architects, Airbourne, Northlane, Of Mice and Men, Emil Bulls, The Black Dahlia Murder, Obey the Brave, Suicide Silence, Madball, Wolf Down… Ich weiß gar nicht, wo ich an- und wieder aufhören soll, die Serotoninausschüttung wird dadurch nicht weniger. Die Veranstalter haben es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, das Festival „von Fans für Fans“ mit einer Reihe großer Namen und kleineren Geheimtipps zu bestücken. Eine genaue Auflistung findest du hier.
Bis zur letzten Woche hieß es zwar auch noch, dass ein vierter großer Headliner – neben
In Flames, Dropkick Murphys und Kreator – folgen sollte. Diesen Planungen wurden aber, aufgrund terminlicher Schwierigkeiten und „schlichtweg durch Festival-Exklusivitätsklauseln“, die angefragte Bands mit anderen Veranstaltern hatten, ein paar Striche durch die Rechnungen gemacht. Schade, aber Parkway Drive oder Heaven Shall Burn sind dann ja bestimmt nächstes Jahr wieder mit von der Partie. 😉

Und warum solltest du da jetzt hingehen?

Da ich persönlich (im positivsten Sinne) etwas voreingenommen bin, was das With Full Force angeht, möchte ich erst einmal versuchen, die Sache objektiv zu begutachten…
Grund 1: Weil es eine ordentliche Stange Bands für einen vergleichsweise geringen Obolus zu hören und sehen gibt – 110 €.  Für Festivals dieser Größenordnung musst du in der Regel im nationalen Vergleich etwas bis sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Sei es beispielsweise für das
Melt (120 €) – was einen Monat später am selben Fleckchen Erde stattfindet – oder das Highfield-Festival (160 €).
Grund 2: Weil Ferropolis ein Festivalgelände mit einer einmaligen Kulisse darstellt. Der Acker in der Nähe von Löbnitz ist Vergangenheit, ab sofort crowdsurft man stilvoll auf einer Halbinsel über die Metalheads der Republik. Und das in einem ehemaligen Tagebaugebiet. Was willst du mehr?

SLEAZE + With Full Force
Macht mal Lärm – Walls of Jericho letztes Jahr auf der Mainstage. (Foto: Dirk Behlau)

An dieser Stelle würde ich jetzt gern auch aus erster Hand genauere Details der sehenswerten Optik des Veranstaltungsortes präsentieren. Die Sache dabei: Ich werde das Gelände nächste Woche selbst zum ersten Mal erblicken. ABER – und das ist wichtig – mir sind davon bisher nur positivste Erfahrungsberichte zu Augen und Ohren gekommen. AUSSERDEM, und das ist noch viel wichtiger, alle Bilder, die Google auf den ersten zwölf Seiten von dem ehemaligen Tagebaugebiet der Stadt aus Eisen ausspuckt, sehen schon mal verdammt vielversprechend aus.
Grund 3 (#objektivitätadé): Das
Force ist einfach immer ein Garant für ein fantastisches Musik-Party-coole_Leute-gute_Laune-Sausen-Wochenende (auch wenn es in diesem Jahr zum ersten Mal von Donnerstag bis Samstag stattfindet). Zugegeben, etwas befangen bin ich ja schon. In der Vergangenheit hat man mich auf keinem anderen Musikwochenende häufiger antreffen können. Nächste Woche werde ich meine achte Ausgabe in den letzten neun Jahren erleben. Wenn die Hosen den Ring als ihr Heimatfestival bezeichnen, so ist es in meinem Fall das WFF:
Woran das genau liegt, hab ich dir eben in rund tausend Worten versucht, formschön darzulegen. Falls das nicht geglückt sein sollte, hol dir am besten ’ne Karte! Dann können wir uns nächste Woche Donnerstagabend ganz gemütlich bei Selptura vor der Metal Hammer Stage treffen und noch einmal ausführlich über das Für und Wider des WFFs philosophieren. Während wir zur gleichen Zeit den Becherinhalt unserer
Long Island Ice Tea-Krüge inhalieren und der Sonne beim Schlafen gehen zuschauen. Romantik pur, wie sie eben nur der härteste Acker zu bieten hat.

Axel

Name: With Full Force
Ort: Ferropolis,Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt)
Besucher: ca. 25.000
Genre: Metal, Hardcore, Punk
Homepage: www.withfullforce.de

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT