Wie tanze ich zu … ?

Wie tanze ich zu … ?

Zu Rock gehört Headbangen wie Raven zu Techno? Aber wie tanze ich eigentlich zu Goa? Oder Hardcore? Was ist das überhaupt? Eine kleiner Schnupperkurs.

TEILEN

Du kennst Gothics als schwarze Gestalten: Leder zurrt ihre blasse Haut fest und ihre langen Haare verstecken mindestens ein Auge. Gothicpartys sind in Deutschland fast am Aussterben, aber sie halten sich wacker. Die düsteren Sounds paaren sich häufig mit einem mittelalterlichen Sprechgesang, unterlegt von harten Technobeats. Nicht nur Industrial wird auf den Partys gespielt, auch Dark Techno oder Hard Dance. Der Guide zum Tanzen: möglichst auf den Boden stampfen, dabei den Körper in Zickzackbewegungen vor- und zurückbewegen – insgesamt um die vier Schritte gehen. Für Fortgeschrittene: Arme hinzunehmen durch ruckige Bewegungen, die Stärke symbolisieren.

Goa-Menschen feiern meist outdoor an den außergewöhnlichsten Orten: ob am See, im Bunker oder im alten Vergnügungspark. Proggressive- oder Tranceklänge werden abgelöst von einem trippigen Beat, schnell und fordernd. Schrille Töne ergänzen häufig das Programm oder am besten: ganz, ganz viele Sounds durcheinander. Diejenigen, die sich mehr auf die Musik einlassen, erkennen aber ein Muster darin und finden sich in einem Wald aus Klängen wieder. Vielleicht auch, weil sie zu viele Pilze genascht haben. Zu Goa „laufen“ die Menschen meist auf der Stelle, Beine breiter gestellt und abfedernd. Zu dumpfen Klängen stampfen sie aber auch mal. Zu harmonischen drehen sie ihre Körper in einer Rage um sich selbst oder formen ein Feuer mit ihren Finger – ein Hexentanz. Goa ist mystisch und seine Tanzart ist es auch. Die Menschen aber durch und durch verrückt und jeder tanzt seinen eigenen trippigen Stil.

Du dachtest Pogen gehöre nur zu Metal oder Punk? Falsch, auch bei Dubstep kann es schnell ausarten! Natürlich nicht jede Party, aber zu den schnellen Arten wie Filthstep eben schon (es gibt um die 17 Dubstep-Arten). Rosa Elefanten springen da neben Ravern, die Hoppern gleichen. Dubstep wirft sie alle zusammen … und gegeneinander.

Hardcore ist nicht nur ein Spiel und Lebensstil, es ist auch eine Musikrichtung. In Berlin breitete sie sich wie keine andere in der linken Szene aus. Die Hardcorer kleiden sich meist in schwarz, obwohl es auch Bands gibt, die in Tierkostümen den Rahmen sprengen. Growling wird großgeschrieben, ob von Männern oder Frauen. Düstere Gitarrenriffs sorgen für die meist als depressiv empfundene Stimmung. Wie tanzt man dazu? Nun ja… gar nicht. Emotional stehen alle da, nicken mit den Köpfen und lauschen den Bands. Dadurch gerät die Musik viel mehr in den Vordergrund. Alle empfinden aber zeitgleich eine gemeinschaftliche Emotionalität, die sich selten auf Partys erleben lässt. Aber es gibt natürlich auch viele Konzerte, auf denen ordentlich gepogt wird.

sleaze.tanzeUnd zum Schluss kommen wir zur Königsdisziplin aller Musikstile: Trash! Wie tanzt man zu richtig schlechter Musik wie etwa den Backstreet Boys oder Britney Spears? Naja, ich denke, da hast du deinen eigenen Stil. Trotzdem, hier ein paar Vorschläge: durch die Lüfte springen, deine Freunde schunkelgleich unter die Arme greifen und im Kreis hüpfen, bis die Fliehkraft ihr weiteres tut… oder theatralisch deinen Arm ausstrecken, ihn mit geballter Faust zurückziehen, dabei leidend das Gesicht verkrampfen und den Körper beugen. Oder wie wär’s damit: einfach auf der Stelle stehen und dir zu „Thriller!“ die Seele aus dem Leib zu gröhlen? Nur so als Idee.sleaze.tanze(2)

Dem Ideenreichtum sind also keine Grenzen gesetzt. Nun ab ins Nachtleben und lass dich von deinen Beinen tragen, bis sie nicht mehr stampfen können… oder springen… der einfach stehen, während du mit dem Kopf nickst. Hardcore eben. Oder trashig? Was soll’s, lass die Sau raus!

Lisbeth

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen