Wer gibt hier den (Libra)Ton(e) an?

Wer gibt hier den (Libra)Ton(e) an?

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Die Fachpresse schwärmte von den Bluetooth-Boxen Libratone Zipp, so benannt wegen ihrer mittels Reißverschlusses austauschbaren Hülle. Dank einer speziellen Technik soll die Box ein überragendes 360-Grad-Sounderlebnis versprechen. Heißt: Egal, wie sehr du die stehende Box um die eigenen Achse drehst, der Sound ist gleichbleibend – und dazu auch noch sehr gut.

SLEAZE + Libratone
Rien ne va plus…

Da wurden wir natürlich neugierig. Wir schauten uns das auf der letzten IFA genauer an und die Boxen klangen wirklich überzeugend (also was wir hören konnten bei dem Geräuschpegel auf der größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik). Nun haben wir die Zipp und die Zipp Mini zum Testen zugeschickt bekommen und freuen uns aufs Reinhören.

Der Fehlstart

Tja, nur wird das erstmal nichts. Denn als Erstes muss man sich natürlich anmelden. Für eine Musikboxen-App? Dass man bestimmte Extras nur per Anmeldung bekommt, ok. Aber dass es gar nicht spielt ohne, ist schon nicht so cool. Erster Minuspunkt, Libratone! Dann will die App den Standort bestimmen. Nein Libratone, auch das wollen wir nicht. Hör auf zu nerven und spiel endlich!

Aber denkste! Die App wird auf dem ersten Testhandy nicht unterstützt. Wer also noch ein Huawei P9 hat – vor dem Kauf testen, ob die App funzt. Das geht ja gut los. Wir greifen also zu Testhandy 2, ein iPhone X. Die App läuft und die Boxen ebenfalls. Da wir ja gerade das auf Android-Basis laufende Blackberry KEYone getestet haben, probieren wir es also auch gleich damit. Das gleiche Ergebnis wie beim iPhone, die Musik läuft wunderbar und mit beeindruckendem Sound. Wir drehen die Boxen wie wild im Kreis, und der Ton erklingt tatsächlich gleichbleibend gut. Geil!

Nun verbinden wir die Box mühelos mit einem sehr smarten Fernseher und haben ab sofort die Tonspur als erstklassigen Sound über die Libratone-Box, sowohl über die kleine als auch über die große. Ein netter Nebeneffekt: Man muss dadurch den Fernseher nicht mehr so laut stellen. Einfach die mobile Box in der Nähe des Sitz-, Liege- oder Stehplatz‘ – und ab geht der Film.

SLEAZE + Libratone
Oh ja, ich möchte!

Nun haben wir ja zwei Boxen, also wollen wir den Stereo-Sound testen. Nur – wie verbindet man diese Boxen miteinander? So wie es in der Anleitung steht, geht es schon mal nicht. Für das Koppeln soll man das Symbol oberhalb des Vogel-Logos kurz gedrückt halten. Allerdings hat die kleine Zipp dieses Symbol gar nicht. Wir versuchen es intuitiv – damit kommt man bei den Boxen leider gar nicht weit. Langsam merke ich, wie ich die Lust an den Boxen verliere. Warum ist das denn so umständlich? Ok, genug für heute, morgen mehr.

Reißleine gezogen

Ich versuche mich erneut am Koppeln. Es will nicht funktionieren, aber sobald ich den Fernseher einschalte, erkennen sich Box und TV und ich bekomme den Ton automatisch über die (eine) Box geliefert. Das finde ich gut, und wenn es jetzt noch über beide Boxen gelänge, wäre ich komplett zufrieden. Ich schaffe es aber wieder nicht, die Boxen zu koppeln, weder über die Handys noch über die Boxen selber. Wofür habe ich diese App eigentlich?

Na gut, dann ziehe ich jetzt mal die Reißleine oder genauer: den Reißverschluss. Die Zipp heißt ja nun mal so, weil man sie nackig machen und ihr ein neues Kleid anziehen kann. Auch da muss man ein wenig basteln, aber ich habe es relativ einfach hinbekommen.

Persönlich spricht mit die Reißverschluss-Optik ja nicht so an, aber es ist natürlich praktisch, dass man den Bezug reinigen kann – gerade wenn man die mobile Box auch wirklich mobil nutzt. Und für Styler, die ihre Box ihrem aktuellen Look anpassen wollen, sicher auch ein nettes Gimmick. Aber eigentlich sieht die Box nackt am Coolsten aus.SLEAZE + Libratone

Nun wird jede bessere Bluetooth-Box mit Sonos verglichen. Der Vorteil bei Libratone ist eindeutig, dass man die Tonspur darüber abspielen kann. Da hinkt Sonos ja seit Jahren hinterher. Von der (intuitiven) Bedienung aber muss Libratone noch ganz schön nachlegen. Ich habe inzwischen die Lust verloren und weiß auch nach einem Monat Test nicht, wie man die beiden Boxen koppeln kann. Aber vielleicht hast du ja mehr Erfolg. Sag mir dann bitte Bescheid.

Fazit: Eine ordentliche Box mit exzellentem Sound und charmanten Gimmicks, aber auch einigen nervtötenden „Extras“.

Jens

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