„Watch Me“ – Youth Avoiders veröffentlichen neues Album

„Watch Me“ – Youth Avoiders veröffentlichen neues Album

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Es gibt so viele Bands, von deren Existenz ich weiß, ich mich jedoch nie mit ihnen beschäftige. Weil mir ihr Name nicht gefällt, ich immer wieder aufs Neue von der Existenz dieser Bands vergesse und/oder weil es einfach zu viele Bands gibt und ich mir gar nicht alle anhören kann/möchte.SLEAZE + Youth Avoiders

Wie viele gute Bands mir dadurch bereits durch die Lappen gegangen sind, möchte ich gar nicht wissen. YOUTH AVOIDERS ist eine dieser Bands, von denen ich schon seit Jahren weiß, deren Shirts ich immer schon ansprechend fand, wenn ich sie auf Konzerten oder Festivals bei anderen gesehen habe – obwohl ich selbst keine Bandshirts mehr trage –, ich sie aber dennoch immer wieder vergessen habe. Warum? In diesem Fall kann ich es nicht mal begründen.

Per Zufall bin ich diese Tage auf ein Tourvideo der Band gestoßen, welches einen Song ihres am 1. April kommenden Albums „Relentless“ beinhaltet. Voyeuristisch wie ich bin, musste ich mir das Video einer Band, mit der ich mich bislang noch nicht auseinandergesetzt habe, ansehen – weniger der Musik wegen, als dass ich mich in einem Moment der Langeweile befunden und einfach nur mit (hoffentlich) unterhaltsamen Videomaterial bespaßt habe werden wollen. Letztlich habe ich mir das Video gar nicht angesehen und nur die Musik im Hintergrund laufen lassen – und war begeistert! „Watch me“ – welch passender Titel – treibt, erfrischt und bringt gerade in diesen kalten Wintertagen des nicht vorhandenen Frühlings etwas Sonne, indem es Laune auf Dosenbier am Kanal macht.

Auf der Flucht

Fünf Jahre nach ihrem selbstbetiteltem Debüt und zwei Jahre nach der letzten Veröffentlichung erscheint nun endlich die zweite Full Length „Relentless“ der Pariser mit insgesamt elf Songs am 1. April über Destructure und Build Me A Bomb. Es bleibt schneller, angepisster und dennoch melodischer, frischer, jedoch mit einem Charme des 90er (Hardcore-)Punk. Hier und da melden sich der Bass und das Schlagzeug dezent zu Wort und treiben nahezu „unerbittlich“ durch die elf Lieder. Überlegt wird das dann schließlich noch mit einer immer bleibend melodischen Gitarre.

Der Opener „On the run“ beschreibt das Album sowohl vom Titel als auch musikalisch sehr gut. Stellenweise entsteht der Eindruck, die Vier wären auf der Flucht, auf dem Sprung, wovor auch immer und wohin auch immer… vielleicht ja auf der Flucht vor der Jugend? Das wäre zumindest mal Punk, wo es doch sonst Common Sense ist, „für immer jung“ zu bleiben und niemals erwachsen werden zu wollen – Wortspiele mit bspw. Bandnamen sollten in jeder Review vorausgesetzt sein. Immerhin bringen sie etwas Humor in die sonst so Fließband ähnliche Aufzählung à la „Schlagzeug treibt, Gesang cool, fetzt schon ordentlich. Favourite Songs are…“ Auch wichtig dabei: So tun, als wären eben diese Wortspiele witzig, obgleich des eigenen Bewusstseins darüber, dass sie es eben nicht sind. Ganz und gar nicht.

No Hymn (noch so eine Anspielung oder gar ein Wortspiel – verstanden?)

Bereits Mitte Januar wurde der erste Song des kommenden Albums „Between Desperate Lines“ veröffentlicht. Was kurz klingt wie der Beginn einer Hymne – ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich auf diese Assoziation komme -, wird binnen Sekunden auch direkt wieder zerstört. Wer braucht auch schon Hymnen? Neben „Between Desperate Lines“ gefallen mir besonders die Songs „Watch Me“ und „Street Violence“. Generell folgen die elf Songs einer klaren Linie, wie oben bereits beschrieben. Unterschiede findet man eher im Detail, was jedoch nicht bedeutet, dass es sich hierbei um einen Einheitsbrei handelt, der schnell langweilt. Eher erlaubt es den Hörer*innen einen Zugang zur Platte.

Im Mai werden sie auf ihrer Tour auch ein paar Stopps in Deutschland machen – leider jedoch nicht in Berlin. Bis dahin ist dann auch das neue Album raus und hoffentlich mit im Gepäck.

18/05/2018: Offenburg @ Juze Kessel w/ Stalled Minds
19/05/2018: Nürnberg @ DESI
20/05/2018: Mannheim @ Pfingstfest 2018

Künstler: Youth Avoiders
Album: Relentless
Labels: Destructure, Build Me A Bomb
VÖ: 01.04.2018

Pascal

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