Was kann das Angebot des Reiseanbieters alltours?

Was kann das Angebot des Reiseanbieters alltours?

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Als uns alltours letztens zu ihrer alljährlichen Pressekonferenz nach Düsseldorf einlud, waren wir neugierig und skeptisch. Ist das nicht so ein All-inclusive-Anbieter wie der Club Aldiana, den wir vor ein paar Jahren besucht haben? Das war ja damals echt cool von der Anlage und dem Angebot, aber von den Leuten so naja.

Ach egal, wir schauen da mal vorbei. Vielleicht gibt es ja ein paar Geheimtipps und Informationen, die auch für unsere Leser passen.

SLEAZE + Alltours
Die Aussicht aus dem Dreischeibenhaus kann sich sehen lassen.

Gesagt, getan.

An einem der recht vielen schönen Tage im Oktober landeten wir in Düsseldorf und machten uns auf dem Weg zu dem Firmensitz im Dreischeibenhaus. Da werden sie nicht mehr lange verweilen, baut doch Alltours gerade eine neue Firmenzentrale in Sichtweite. Das Geschäft scheint zu laufen.

Und die dann vorgestellten Zahlen bestätigen das. Umsatz + 6%, Gäste + 4%. Selbst Länder wie die Türkei, wo ich aktuell keinen Euro für ausgeben würde, boomen weiterhin. 50% mehr Gäste, alter Schwede! Kein Wunder, dass da das recht teure Spanien leidet und Negativ-PR wie eine Verdopplung der Touri-Steuer auf Mallorca hilft da sicher auch nicht.

Interessant ist, dass in allen Reiseländern die Preise nur langsam ansteigen auf durchschnittlich 1,5%. Es ist also fast egal, wo man dieses Jahr hinfährt – teurer wird das kaum.

Von JWD bis Far, Far Away

SLEAZE + Alltours
Unser Lieblingskatalog!

Unser besonderes Augenmerk bei alltours liegt auf den Fernreisen. Wer es stressfrei mag, der wird auch in Europa ein Rundum-Paket buchen. Aber je weiter man wegfährt, desto höher ist doch wohl die Wahrscheinlichkeit, ein Sorglos-Paket buchen zu wollen. Und da hat man bei den rund 500 Alltours-Hotels eine recht ordentliche Auswahl. Zudem profitieren hiesige Urlauber davon, dass sich die Wechselkurse zugunsten des Euro gedreht haben. Heißt: günstigere Preise, yay!

Laut des jugendlichen Handelsblatt-Ablegers Orange soll Alltours nicht so günstig sein, wie ihr Slogan „alles. aber günstig“ verspricht. Allerdings wird da auch davon ausgegangen, dass man alles selber buchen möchte. Klar: Wenn man sich selber mehr Arbeit macht, kommt man oft günstiger bei weg. Aber ist das der Sinn von Urlaub?

Wenn die Orange-Berechnungen stimmen, könnten die alltours-Reisen noch günstiger sein. Denn nach der Rechnung von Autorin Julia K verdient der Reiseanbieter durchschnittlich 24 Euro an jedem Gast. Zum Vergleich führen sie Ryanair an, die mit 11,13 nicht einmal halb so profitabel sind.

Auf der anderen Seite gibt es Geschichten, dass alltours-Allmacht und -Gründer Willi Verhuven seinen Vertragspartnern auch schon mal unter die Arme greift, wenn die – z.B. durch Umweltkatastrophen – durch eine schwere Zeit gehen.

Klingt erstmal nicht nach dem schlechtesten Unternehmen, dem man sein Geld geben kann. Zudem mag zumindest ich persönlich es, wenn der Chef noch selber die Zügel in der Hand hält. Das ist natürlich irgendwann ein Problem, wenn man die Zügel nicht mehr loslassen will (solche Kontrolle wird auch Willi nachgesagt), aber erstmal ist das 1000x sympathischer als diese ganzen anonymen Sakko- und Krawatten-Träger, denen es hauptsächlich um Geld geht.

SLEAZE + Alltours
alltours und allzeit bereit!

Denn wie ein Radiohörer gestern in der DLF-Sendung „Kontrovers“ erinnerte, geht es bei Wirtschaft darum, etwas Positives und Produktives für den Menschen / die Allgemeinheit zu leisten und nicht darum, einfach nur mehr Geld zu machen. Das wird ja öfter mal vergessen.

Apropos Krawatten: Im Handelsblatt-Artikel von Ende 2003 steht, dass Willi Verhufen Krawatten hasst. Sehr sympathisch – wenn es aber doch dafür recht viele Bilder mit Krawatte gibt…

Aber zurück zu Wichtigerem: alltours will in den kommenden Jahren ihr eCommerce-Geschäft massiv ausbauen. Das klingt fast etwas wie die Metro, die jahrelang damit gewartet hat, Saturn und Mediamarkt eineb anständigen Online-Shop zu verpassen. Aber die Logik dahinter könnte ähnlich sein.

alltours hat nämlich einen großen Schwerpunkt bei Reisebüros. Für alle, die noch nie in so einem Laden waren: Das sind diese Büros im Erdgeschoss mit den Palmenbildern im Schaufenster. So eine Art stationärer Handel. Doch inzwischen wird der Druck durch AirBnb und Booking.com immer größer, wie der heutige Beitrag in der RBB Abendschau mal wieder deutlich macht.

Und was kann alltours nun?

Um die Anfangsfrage zu beantworten: mehr als gedacht. Das Angebot ist riesig, gerade für Menschen mit Kindern finden sich sehr viele Möglichkeiten. Mich persönlich schreckt ja ein Kinder-Hotel eher ab, aber auch da gibt es eine Reihe von Alternativen.

Wie üblich sind diese Pauschalpakete teurer als wenn man das Suchen selber übernimmt. Aber dafür ist es  auf der anderen Seite stressfreier – und man hat einen Entschädigungsanspruch, wenn etwas nicht so klappt wie gewünscht. Buchst du dir das Hotel selber, versuch mal, da eine Entschädigung zu bekommen.

SLEAZE + Alltours
Der Besuch hat sich gelohnt.

Also alles in allem würde ich sagen, man kann alltours und auch den anderen Pauschalis mal eine Chance geben. Ob das allerdings mein neues Steckenpferd wird, glaub ich nicht. Dafür plane ich meine Trips zu gern selbst – Risiko hin oder her.

danilo

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