Warum zur Hölle fahren, wenn der Teufel doch schon hier ist?

Warum zur Hölle fahren, wenn der Teufel doch schon hier ist?

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Rachel Heggie ist ein Neuling im Polizeirevier in einem selten besuchten Kaff in Schottland. Die Art Ort, wo sich die Ebbe breit macht und ein bunt zusammengewürfelter Haufen der Ziellosen, der Vergessenen und der Verbitterten strandet, die ernsthaft denken, sie gehören woanders hin. Allesamt glauben sie, dass der Zufall sie an diesen Ort gebracht hat und das mit ein bisschen Glück das Leben noch das große Los für sie parat hat. Falsch, in beiderlei Hinsicht. Denn Six wird kommen – und es wird die Hölle auf Erden sein!

SLEAZE Let us prey 2 In „Let us Prey“ kehrt Pollyana McIntosh als junge Polizistin Rachel in ihre alte Heimat zurück. Bereits bei ihrer ersten Nachtschicht im verlassenen Inveree wird sie in den leeren Gassen Zeuge eines Autounfalls. Doch das Opfer verschwindet scheinbar spurlos. Zurück im Revier folgt die Szene, wie man sie aus Teeniefilmen kennt: So ist auch Rachel den Sticheleien ihrer zwielichtigen und misstrauischen Kollegen ausgesetzt – bis plötzlich das Unfallopfer im Raum steht. Herkunft und Name des schweigsamen Mannes, gespielt vom Game-of-Thrones-Star Liam Cunningham, sind völlig rätselhaft, weshalb er nach seiner Zellennummer „Six“ benannt wird. Noch mehr schockiert der dunkle Einfluss des Fremden auf die inhaftierten Häftlinge, die im Laufe des Abends gefangen genommen werden. Denn jeder Einzelne von ihnen bewahrt ein gut gehütetes Geheimnis, von dem Six Bescheid weiß. Er droht es zu offenbaren, was einen blutigen Albtraum ausbrechen lässt.

 In seinem ersten Langspielfilm „Let us prey“ geht Brian O’Malley aufs Ganze und zeigt gleich, dass er neben Werbespots deutlich mehr auf dem Kasten hat. Ich hatte nach dem kurzen, aber doch brutalen Teaser Zweifel, dass der Film diese gewaltige Wucht auf seine ganze Laufzeit übertragen kann. SLEAZE Let us prey 3 Damit lag ich aber gründlich daneben und kann nach seinen 92 Minuten sagen, dass Brian’s Filmdebüt den FSK 18 definitiv verdient hat. Bei diesem Gore-Horrorfilm kommen alle Splatter-Fernatiker voll und ganz auf ihre Kosten. Die britisch-irische Gemeinschaftsproduktion schafft einen verstörenden Film, der jeden Gewaltakt blutiger darstellt. Von Anfang an steigt der Zuschauer angenehm langsam in die Geschichte ein und hat somit genug Zeit, sich ein Bild von den Charakteren zu machen. Um neben all den extrem kranken Inhaftierten nicht ganz den Glauben an die Menschheit zu verlieren, dient Rachel aka Pollyana McIntosh als unser Ruhepol. Die Genre-Fans kennen sie bereits als verwilderte Frau in Lucky McKees „The Woman“. Sofern man sie in „Let us prey“ überhaupt erkennt, denn hier sieht sie im Vergleich doch sehr zivilisiert aus. Doch auch bei Six‘ Charakter sollte bei einigen ein Licht aufgehen. Dargestellt von Liam Cunningham, der besonders Fans von Game of Thrones ein Begriff sein sollte, wirkt dieser mysteriös und man ist sich nicht sicher, ob er zu den Guten oder den Bösen gehört. Neben glänzenden Hauptdarstellern können sich allerdings auch die Nebenrollen sehen lassen und wissen den Zuschauer zu überzeugen.

SLEAZE Let us prey
Obwohl es schon äußerst brutale und verstörende Bilder zu sehen gab, haben die letzten 15 Minuten es noch mal richtig in sich. Das Finale ist in Sachen Wahnsinn und Gore-Gehalt das i-Tüpfelchen. Umso erfreulicher, dass es ohne den sichtbaren Einsatz von CGI realisiert wurde.

Auch wenn ein Polizeichief umwickelt mit blutigem Stacheldraht nicht wirklich meine Baustelle ist und es am Ende etwas skurril wird, ist „Let us prey“ doch recht sehenswert. Für alle Fans von Splatter und Gore auf jeden Fall ein Muss. Und vielleicht sollte man sich öfters überlegen, ob es manchmal nicht vielleicht besser ist zu sündigen, bevor Schlimmeres passiert.

Leo

Titel: Let us prey
Regisseur
: Brian O’Malley
Dauer
: 92 Minuten
: 28.08.2015
Verleih
: Pierrot Le Fou

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