Das Wacom-Kreativ-Ufo mit integrierter Heizung

Das Wacom-Kreativ-Ufo mit integrierter Heizung

Wir lieben Tablets, PCs, Notebooks, Handys und generell halt Dinge, die man früher oder später an die Steckdose anschließen muss. Und warum auch nicht. Immerhin ist es für viele ein Mittel zur Kommunikation, ein Wegweiser, ein Wecker, ein Spicker – oder auch ein Gerät für die Partnersuche. Die Liste könnte ich natürlich ewig fortführen, aber wir swipen mal zum eigentlichen Thema. Wir durften das Wacom MobileStudio Pro 16 testen und möchten dir mal ein, zwei Dinge darüber erzählen.

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Auf den ersten Blick wirkt unser Wacom-Testgerät recht edel. Das bei Wacom unter der Kategorie „Pen Computers“ laufende Gerät ist schwarz-silber und ganz schön groß mit seinen 15,6 Zoll und über 2,2 kg Gewicht. Schaut man ins Innere, sieht man schon, dass da einiges drin ist, das viel Performance verspricht. Die Programme, Videos etc. laufen sehr flüssig. Das ist aber auch kein Wunder, das Tablet enthält eine 512 GB große SSD, einen 16 GB großen Arbeitsspeicher, eine NVIDIA Quadro M1000M mit 4 GB VRAM Grafikkarte – plus einem 4K (UHD) Display. Nur mal so am Rande.

Ein Traum von einem Stift

Unser Stiftmodel für eine gerade Linie

Kommen wir zunächst zu den Punkten, die mir am besten an dem Tablet gefallen und die sicher auch den Künstler in dir ansprechen werden. Mehrere Programme sind auf dem Tablet vorinstalliert. Unter anderem das Programm SketchBook. Dort kannst du deinen malerischen Fähigkeiten freien Lauf lassen. Aber eigentlich können das ja recht viele Tablets. Was ist anders? Zum einen sind die Farben und das Display insgesamt sehr angenehm fürs Auge. Der eigentliche Star aber ist der Stift. Bevor du das Programm startest, lohnt es sich, den Stift zu kalibrieren. Hast du das geschafft, wird dir schnell auffallen, dass dieser Stift ausgesprochen präzise malt. Ziehst du Striche frei Hand oder mit einem Lineal (nicht mit dem in der Software integriertem Tool, sondern so ein richtiges oldschool Hardware-Lineal) sind diese sehr gerade. Es gibt keine auffallenden Ruckler in der gezogenen Linie, und die Übertragung ist 1:1. Wenn ich dieses Tablet jetzt mit meinem vergleiche (welches lieber anonym bleiben möchte), das auch beworben wurde mit der supergenauen Stift-Funktion – da liegen Welten zwischen.

Die Klaviatur der Vielfältigkeit

Eine weitere Funktion ist – halt dich fest – das 3D-Scannen. Ja, genau! Mit genug Abstand(!) kannst du mit Kamera und dem vorinstalliertem Programm Artec Studio 11 und der 3D-Kamera Objekte abscannen und bearbeiten. Dabei musst du das Objekt sehr ausführlich mit der Kamera „filmen“, ansonsten hat Objekt oder Person Löcher. Neben dem Zeichnen ist das 3D-Scannen ein richtig gutes Feature. Vorausgesetzt, man kennt sich damit aus. Nach dem Scannen kannst du die gescannten Objekte selbstverständlich noch bearbeiten. Ich als 3D-Bearbeitungssoftware-Noob habe mich an dem Programm versucht und vieles war sehr intuitiv, allerdings bin ich trotzdem nicht von meiner 3D-Programm-Noob-Haftigkeit weggekommen und daher sahen meine Objekte recht matschig aus.

Sexy Tablet mit sexy Stift liegt auf der sexy Verpackung, alles sexy halt

Auch bei den Tasten hat man mitgedacht: Installiert man sich Programme und benötigt dazu die üblichen Windows-Tasten (Strg, Alt etc.), kann man an unserem Gerät acht Shortkeys selber festlegen, je nachdem was ein Programm verlangt. Außerdem befindet sich zwischen den Shortkeys ein Touchwheel, mit dem du zum Beispiel zwischen Ebenen wechseln kannst oder in ein Bild reinzoomen kannst. In der Mitte des Touchwheels befindet sich sogar noch eine Windows-Taste, mit der du das Windows-Menü öffnen kannst.

In den Himmel loben ohne Ständer?

Das Wacom MobileStudioPro 16 ist ein Allzweck-Gerät. Eigentlich könnte man Tablet & Co abschwören (Gamer-PCs und -Laptops natürlich ausgeschlossen) und jetzt nur noch diese Geräte kaufen. Aber es hat auch einige Sachen, die es nicht für jeden alltagstauglich machen. Zum einen ist da die Größe und das Gewicht. Beides ist für mich persönlich suboptimal (Ich fühle mich gerade so oberflächlich), als portabler Arbeitsplatz ist das Tablet wohl eine super Investition. Möchtest du das Tablet aber durch die Straßen tragen und mal schnell im Park, Café o.ä. deine Skizzen zeichnen, wird es schon ein wenig schwieriger und ich empfehle, sich in dem Fall das MobileStudioPro 13 genauer anzuschauen.
Zum einen enthält das Paket des MSP 16 keinen Ständer, was für mich bei dem gehobenem Preis ein obligatorisches, dazugehörendes Accessoire sein sollte. Es wird halt ohne Stützhilfe irgendwann unbequem. Der Wacom Shop bietet zwar solch einen mobilen Ständer in seinem Sortiment an, allerdings finde ich schade, dass so ein wichtiges Objekt nicht zur Standard-Ausrüstung gehört, da das Gerät nicht zu den Leichtklassengewichten gehört. Falls einem die Display-Tastatur auf die Nerven gehen sollte, kann man sich dazu auch noch eine kabellose Tastatur dazukaufen und einen USB-Link.

Das einzige Rätsel, vor dem ich stehe ist, wie man so ein nicht unbedingt billiges Gerät denn schützen soll. Wegen seiner untypischen (länglichen) Form wird es nicht in jeden Rucksack oder jede Tasche passen. Das wäre wahrscheinlich auch nicht weiter schlimm, allerdings habe ich im Wacom Online-Shop und bei anderen Anbietern kein Schutzcase oder eine Tasche gefunden, die das Display und das Gerät generell vor Kratzern und anderen Einflüssen von außerhalb schützt. Der Karton hat zwar einen integrierten Displayschutz, aber ich bin mir nicht sicher, ob du Bock hast, jedes Mal den Karton mitzunehmen. Ich jedenfalls nicht. Vielleicht (hoffentlich!) kommt da ja noch was.

Hier ein schickes Bild mit der Verpackung, die wohl auch als Tablet-Tasche dienen soll

Heizkosten sparen mit Wacom

Der Akku hält bis zu drei Stunden bei einer weniger intensiven Benutzung. Schaut man sich jedoch Videos an, nutzt die 3D-Scanner-Software oder beschäftigt sich generell intensiver damit, können es dann auch schon mal nur zwei Stunden werden. Zum Aufladen wiederum baucht es ebenfalls ca. zwei Stunden. Für ein Tablet, dass auch als Working Station funktionieren soll, ist die Akkulaufzeit nicht sehr beeindruckend, vor allem nicht, wenn das eigentlich mobile Gerät nicht die ganze Zeit am Strom hängen soll.

Generell ist das Tablet sehr leise, solltest du aber für den Computer etwas Anspruchsvolleres starten wie zum Beispiel einen Livestream, hört man es schon ein klitzeklein wenig rauschen. Das ist allerdings vernachlässigungswürdig, im Gegensatz zu dem nächsten Punkt: Ungewollt integriert ist auch eine Heizung. Es ist besser, das Tablet nicht direkt auf eine luftundurchlässige Oberfläche zu legen. Der Ausgang des Lüfters befindet sich zwar an den Seiten, allerdings wird es doch ziemlich warm. Nicht so heiß, dass du dein Gemüse mal kurz anbraten kannst, aber doch schon so warm, dass es in harten Wintermonaten als alternative Heizung genutzt werden kann.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass das Wacom MobileStudio Pro 16 sehr viel kann, aber nicht unbedingt so viel können muss. Es ist immer super, wenn ein Produkt viele Funktionen abdeckt. Würde ich mir dieses Tablet kaufen, würden bei mir über die Hälfte der vorinstallierten Windows-10-Programme vom Tablet fliegen.

Ich ordne das Gerät eher dem Arbeitsplatz zu. Verstehe mich nicht falsch. Vor allem das Zeichnen mit dem Wacom-Stift macht wegen der vielen Möglichkeiten und präziser Kalibrierung unglaublich viel Spaß und arbeitstechnisch absolut Sinn. Schaut man sich 4K Bilder etc. an, sieht es einfach super aus. Man muss sich der eingeschränkten Mobilität bewusst sein. Ist das kein Problem, wird das MobileStudio Pro 16 Künstlern, Kreativen und anderen Menschen, die viel in dem Bereich zu tun haben, viel Freude bereiten.

Magda

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