VW Touareg: auf Luxus-Touar

VW Touareg: auf Luxus-Touar

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SLEAZE + VW Touareg 2018
SUVW-Familie: Tiguan und Touareg

Dieser Wagen hat es in sich. Der neue Touareg ist das Luxus-Traumschiff von Volkswagen. Dagegen sieht das ehemaligen Luxus-Wagen Phaeton ganz schön blass aus. Und klein. Denn der Touareg ist auch von seinen Maßen her ein ausladende (und einladende) Prachtyacht. Und die konnten wir konnten in der V6-TDI-SCR-Variante mit 3-Liter-Hubraum und 8-Gang-Automatik sowie 286 PS ausgiebig testen.

Hier ist einfach alles opulent: Kofferraumvolumen 810 Liter, der Wagen 1,70 hoch, 4,88 lang und mit Außenspiegeln 2,19 breit, 8 Gänge, 286 PS. Klar kennt man das auch von anderen Wagen wie dem Cayenne oder dem GLE Coupé, aber bei VW selber ist der Touareg das Alphatier.

Und das Tier macht großen Spaß. Man gleitet nur so über die Straßen dank der Luftfederung. Trotz seiner Größe beschleunigt der Wagen atemberaubend. Und das so, wie es sein soll bei anspruchsvoller Technik: Fast geräuschlos! Denn das Geröhre der ganzen Sportkisten kann jeder. Geräuschlos ist anspruchsvoll.

SLEAZE + VW Touareg 2018
Einfach…
SLEAZE + VW Touareg 2018
…wunderschön: die „Licht-Show“

Und das ist der Touareg in jeder Hinsicht: Das Interieur, das Infotainment-System – und erst recht dieser Breitwandbildschirm, der das Display des Systems darstellt. Der Wagen ist eine einzige fahrende Präsidenten-Suite.

Allein dieses kleine Feature, dass das Auto die Tür von allein an sich ranzieht, man diese nicht ganz geschlossen hat: genial! (Gut, diese elektrische Zuziehhilfe erfordert einen Aufpreis von stolzen 600 Euro – aber es ist wirklich praktisch. Ich vermisse es bei meinem aktuellen Wagen schon sehr.)

SLEAZE + VW Touareg 2018
Hast du Rücken, nimm 2x am Tag Touareg!

Oder die in die Mittelkonsole integrierten USB-Anschlüsse. Das bemängel ich seit Jahren bei Autos, dass man seine Festplatte voll Musik oder sein vergessenes Handy zum Aufladen so auf dem Präsentierteller im Wagen liegen hat. Also toll, dass Volkswagen endlich auf mich hört. J Jetzt sollten sie nur noch endlich die Warnung umsetzen, dass man die hinteren Fenster offen hat beim Verlassen / Abschließen des Wagens.

Nötigung in Parkhäusern

Einen wortwörtlich Riesennachteil hat der Touareg: Mit seiner Größe stößt er leicht an Grenzen. Die Ausmaße sind eindeutig für ein Carport zuhause und einen Firmenparkplatz bei der Arbeit gedacht, aber nicht für chaotische Gegenden wie Neukölln. Da kriegt man mit dem Wagen schnell Schweißausbrüche.

SLEAZE + VW Touareg 2018
Boss-Modus – solang man nicht aussteigen muss.

Selbst beim Shoppen kann es öfter Probleme geben, da diese verfluchten Parkhausbauer einen schon mit normal großen Autos regelmäßig nötigen beim Bau ihrer Gebäude mit diesen engen, teils gewundenen Gässchen.

Die gleiche Problematik gilt für Autobahnbaustellen. Wenn die linke Fahrspur nur noch zwei Meter misst, wird es dort mehr als eng für den Touareg. Auch wenn der Spurassistent inzwischen unglaublich präzise ist, bin ich ein paarmal gehörig ins Schwitzen gekommen und musste auf die rechte, langsame Spur ausweichen.

Genauso gut wie der Spurassistent geht inzwischen das Parklenksystem. Es ist zwar immer noch etwas gruselig, wenn man noch mit Füßen, aber nicht mehr mit Händen einparkt, doch die Technik sitzt perfekt – und der Wagen steht hinterher genauso. Am Anfang war ich noch etwas skeptisch, weil der Wagen etwas auf mehr als andere Autos auf der Straße steht, aber das ist einfach seinen breiten Schultern (und Hüften) geschuldet.

Geografie-Unterricht mit Massage

Netter Nebeneffekt: Dank der detaillierten Karte lernt man viel über seine Landschaft. Das wird in Zukunft bei Navis selbstverständlich sein (genauso wie – endlich! – Sprachsteuerung), aber diese traurigen Navigationen, wo man regelmäßig nicht weiß, in welcher Spur man sich einordnen muss und dass in der einen Straße seit neun Monaten eine Baustelle ist, gehören leider immer noch zur Mehrheit. Selbst das fancy Navi hier im Touareg wollte, dass ich in eine Straße abbiege, in die man nie abbiegen darf. Es bleibt also noch etwas zu tun!

SLEAZE + VW Touareg 2018
Auf dieser Kinoleinwand sieht man auch unberuhigende Infos gut.

Neben dem charmanten Navi-Sightseeing sind die Massagen ein Muss. Sowohl die in den Sitzen als auch die Ohrmassage durch die fette Dynaudio-Anlage. Das ist die fetteste Anlage, die ich bisher in einem Wagen eingebaut hatte – und für Leute, die tiefe Töne mögen, pures Glück! Gerade weiche Bässe fließen so elegant dahin wie der Touareg auf der Autobahn. Diese Anlage passt perfekt zu diesem Wagen. Ein einziger Traum!

Resümee?

Der Wagen ist ein Traum. Für 104.000 Euro kann man das allerdings auch erwarten. Allerdings macht gerade die Breite des SUVs volle Innenstädte teilweise zu No-Go-Areas. Ist dieser Aspekt nicht relevant, bekommt man für sein Geld einen absoluten All-inclusive-Luxuswagen.

danilo

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