Vorsicht, Glücksgefühl!

Vorsicht, Glücksgefühl!

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Kennst du noch das Glücksgefühl, als du zum ersten Mal auf dem Rummel mit der Achterbahn gefahren bist? Wo du den höchsten Punkt erreicht hast und der Wagen mit dir in die Tiefe stürzt? Unten merkst du, dass du seit zehn Minuten nicht mehr geatmet hast.

SLEAZE + Mercedes-Glücksgefühl
Sexy Bootys. der EQC und der CLA Shooting Brake.

Mir ging es so mit dem Kiteboarden. Als ich mich zum ersten Mal kontrolliert in die Lüfte begab und dort eine Stunde flog (in Wirklichkeit war es wohl eher eine Minute). Und nun gibt es Elektroantriebe…

E-Beschleunigung ist der neue Höhepunkt.

Und mit Höhepunkt meine ich Sex. Die sofortige Beschleunigung in den Autos ist einfach grandios. Das ist nun nicht neu, aber wenn man sich trotzdem mal umsieht, wie wenig der E-Autos auf unseren Straßen unterwegs sind, dann haben viele noch nicht diesen Glücksgefühl-Höhepunkt erlebt.

Und wenn schon, denn schon. So einen Höhepunkt sollte man voll genießen. Mit Stil. Mit Eleganz. Womit wir beim EQC von Mercedes-Benz wären. Der schicke 2,4-Tonner ist ein klassisches GLC-SUV – aber in Strom.

SLEAZE + Mercedes-Glücksgefühl
Elegant rumstromern.

Und auch hier gilt: Je fetter der Motor unter der Haube, desto größer wird das gesichtliche Strahlen. Und bei dem gut ausgestatteten Mercedes kommt das Strahlen an jeder Ampel. Auch wenn ich nicht der größte SUV-Fan bin – der EQC macht mehr als Laune. Wie er geräuschlos dank der 408 PS und einem maximalen Drehmoment von 765 NM einfach mal nach vorn hüpft – ein Traum. Tipp: Das Handy und andere lockere Utensilien gut fixieren. Die Beschleunigung lässt alles im Wagen tanzen. Auch mich!

Dazu kommt, dass der EQC sehr geräumig ist. Klar, Stromtechnik verbraucht weniger Platz. Man merkt, dass Daimler den Wagen komplett neu gedacht hat. Denn der EQC ist der erste „echte“ Neubau-Stromer, alle bisherigen Wagen waren Umwandlungen von herkömmlichen Antrieben. Das SUV ist zugleich der Start der neuen Marke EQ. Das Strom-Zeitalter hat ab sofort auch Mercedes-Benz als Hauptpunkt auf der Agenda und im Handel.

Die reduzierte Technik spürt man im Innenraum: der einstige GLC wird so noch geräumiger. Auch wenn der Kofferraum beim EQC gefühlt nicht so groß ist wie von einigen Wettbewerbern, das Gesamtkonzept überzeugt.

Allerdings soll der Akku etwas schwach sein. Das konnte ich während der Testfahrt nicht feststellen, wäre aber schade, wo doch genug Platz für mehr Batterie (abgesehen vom Gewichtsfaktor) vorhanden ist.

Was kann das Infotainment?

Zwei schicke Designs stechen sofort heraus: das Burmester-Soundsystem, das sich in dem voluminösen SUV-Fahrkörper fantastisch entfalten kann. Tiefe Bässe, klare Höhen – soundtechnisch ist das so gut wie antriebstechnisch.

SLEAZE + Mercedes-Glücksgefühl
Sehr schick: die Burmester-Eckbox.

Das zweite Eye-Candy ist das MBUX. Klingt für Menschen, die mit dem (Alt)Berliner Vokabular vertraut sind, etwas sehr nach Buchse – ist aber vergessen, wenn man sich fünf Minuten mit dem neuen smarten Multimediasystem beschäftigt hat. Allein das Navigationssystem ist so clever, dass Interpretationsmöglichkeiten à la „Meint er diese oder nächste Ausfahrt?“ der Vergangenheit angehören.

Der Splitscreen zeigt übersichtlich alle aktuellen Funktionen. Ich würde allerdings empfehlen, nur das Touchpad der Mittelkonsole zu nutzen. Sonst werden die vielen Fingerabdrücke schnell zu einer regelmäßigen Putzaufgabe auf dem Touchscreen. Da bitte noch eine Erfindung der Selbstsäuberung zaubern, Mercedes. Danke.

Das Touchpad hingegen erwartet die Befehle fast, die Übertragung läuft so einwandfrei wie der EQC insgesamt. Und auch das oft heikle Matchen von Smartphone und Auto-Bluetooth funktioniert sofort. (Immer noch ein heikler Knackpunkt, wie wir aktuell wieder im Volvo S60 Cross Country gemerkt haben.)

Startschuss für den Shooting Brake

Als zweiten Testwagen haben wir den neuen CLA Shooting Brake unterm Hintern. Und bei dem Wagen kommt meine ganze jüngere Berufsvergangenheit hoch. Obwohl, so jung nun auch nicht mehr. Egal. Der erste SLEAZE.wagen war jedenfalls ein Kombi. Der Station Wagon hat die ersten Exemplare zu Outlets, Kooperationspartnern und Events gefahren.

Was hätte ich drum gegeben, wenn ich damals einen CLA als Shooting Brake als Firmenwagen gehabt hätte! Die Mischung aus Coupé und Kombi ist für mich der perfekte Transport-PKW. Und hey – der Kunde ist König. Die Produkte müssen ja schnell bei ihm sein. Service-orientiert, wie man es von Berlinern nicht kennt!

SLEAZE + Mercedes-Glücksgefühl
Hui!

Ein Kombi ist oftmals sehr praktisch (und b unhandlich wegen der Länge), der CLA ist da deutlich besser aufgebaut. Und: Die ästhetische Seite kommt definitiv nicht zu kurz: Allein, wie sich die Seitenlinie entlangzieht – ein Traum.

Dazu kommt, dass der CLA-Testwagen im Gegensatz zum EQC auf Sport ausgerichtet ist. Weniger Platz zum Sitzen, alles eher, als würde man in einem Rennwagen einsteigen. Also: geil!

Die 387 PS setzt der AMG denn auch selbstbewusst ein. Es ist, als wenn man auf einem gezähmten Raubtier sitzt, das hungrig Lust auf einen Ausflug hat. Spaß und Arbeit liegen hier so nah beieinander, wie es generell im Leben sein sollte!

Und zu meckern?

Der CLA hat leider keine Burmester-Anlage drin. Das ist schade, auch wenn die „markenlose“ Variante schon einen ordentlichen Bums hat. Durch den geringeren Platz im Cockpit ist natürlich alles nicht so übersichtlich. Trotzdem macht auch hier das MBUX eine gute Figur.

Und da ich jetzt gerade parallel den SEAT Tarraco und davor den Touareg getestet habe – die Spurenführung bekommen die VW-Autos sauberer hin als bei den beiden Mercedes-Schmuckstücken hier.

Fazit: Für mich persönlich wäre ein Mix aus EQC und CLA Shooting Brake perfekt. Vielleicht als EQCLA, auch wenn das etwas nach kalifornischer Uni klingt. Die Beschleunigung des EQC mit dem Rennsport-Feeling des Shooting Brake ist für danilo ein Traum-Mix.

SLEAZE + Mercedes-Glücksgefühl
Booty delicious…

Aber das muss jeder selbst rausfinden. Einen Versuch solltest du beiden geben. Das Glücksgefühl ist fest vorprogrammiert.

danilo

Fakten:
Name: EQC 400 4MATIC
Reichweite: 445-471 km
Vollvariabler Allradantrieb: 4MATIC
0 – 100 km/h: 5,1 Sek
Stromverbrauch kombiniert: 20,8–19,7 kWh / 100 km
CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g / km
Preis: ab 71.000,-
erhältlich: 2019, jetzt vorbestellbar

Name: CLA Shooting Brake
Versionen: verschiedene von 180 bis AMG 35 4Matic
Preis: ab 32.000,-
erhältlich: voraussichtlich ab Sept. 2019, jetzt vorbestellbar

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