Vom Apotheker zu Absolut

Vom Apotheker zu Absolut

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Seit 1879 gibt es Absolut Vodka – früher bekannt als Absolut Rent Brännvin (Absolut reiner Branntwein). Er entstand durch den Unternehmer Lars Olsson Smith in der Kleinstadt Åhus und wird auch heute noch in dieser Kleinstadt produziert. Anfangs nur vor Ort erhältlich, übernahm im Jahr 1917 die schwedische Regierung die Alkoholindustrie, was dazu führte, dass Absolut Vodka in ganz Schweden erhältlich wurde.

Zeitlos schön: die "Neue" von 2016!
Zeitlos schön: die „Neue“ von 2016!

Erst hundert Jahre nach der ersten Herstellung – also 1979 – wurde die Marke erstmals exportiert. Im darauf folgenden Jahr startete der Wodka dann eine Werbekampagne, welche das Produkt mit dem Titel Absolut und nur einem Schlagwort abgebildet hat. Der Rest ist Geschichte.

Der Künstler Andy Warhol begeisterte sich für die Flasche und inszenierte die Absolut-Flasche 1985 in einem Kunstwerk. Seitdem gibt es eine Verbindung zu dem Künstler, selbst nach seinem Tod. Und so revanchierte sich Absolut noch im Jahre 2014 mit einer limitierten Warhol-Flasche. Spätestens seit Andy Warhol arbeitet die Wodkamarke eng mit Künstlern aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen. So entstand 1990 z.B. die erste Digitalkunst-Werbung in Zusammenarbeit mit dem Künstler Laurence Gartel.

Viele Jahre und viele Flaschen-Designs später (2008) wurde die schwedische Kultmarke von Pernod Picard aufgekauft, seit 2009 verleiht Absolut jährlich den Absolut Art Award an Künstler verschiedener Bereiche.

Die Superwerbung

Die Flasche annonym dargestellt
Die Flasche annonym dargestellt

Ununterbrochen – ganze 25 Jahre lang – nutzte die Marke die Apotheker-Flaschenform als Hauptakteur ihrer Werbekampagnen. Die Werbeplakate veränderten sich zwar im Laufe der Zeit, eines blieb jedoch gleich: Als Beschreibung für das Werbeplakat stellten die Designer dem Markennamen Absolut jeweils immer ein Schlüsselwort dazu. Anfangs fotografierten sie die Flasche und bearbeiteten das Bild kaum. Danach wurde die Flaschenform mit verschiedenen Mitteln angedeutet bzw. sogar teilweise versteckt, sodass man die Form in den Plakaten suchen musste. Beispiele für die oben beschriebenen Werbung gibt es z.B. bei Buzzfeed aufgelistet.

Ab 2007 wirbt die Marke dann mit dem Slogan „In an Absolut World“ (zu deutsch: In einer Absolut(en) Welt). Diesmal beschränkt sich die Marke nicht nur auf Printwerbung, sondern nutzt auch Fernsehen und Internet, um für Absolut zu werben. Es entstehen TV-Spots und Plakate. In dieser Welt streifen nachts Hooligans durch die Straßen und waschen Autos, Politiker wachsen lange Nasen beim Lügen und ein junger Mann im Rollstuhl fährt problemlos steile Treppen hoch. Alles ganz nach dem Motto: Wie wäre die Welt, wenn sie ein bisschen Absolut(er) wäre?

Aber nicht nur bei der Werbung selbst sind sie kreativ. Jede der verschiedenen Flaschenmodelle hat eine andere Geschichte bzw. Bedeutung. Schauen wir z.B. ins Jahr 2008, sehen wir eine regenbogenfarbene Flasche. Mit dem Modell Absolut Color feierte Absolut den dreißigsten Geburtstag der LGBT-Gemeinschaft. Klar ist das Werbung, aber: Das ist auch einfach nur cool.

Hier steht sie für Solidarität mit der LGBT-Community
Hier steht sie für Solidarität mit der LGBT-Community

Zudem gibt es Flaschen wie die 1999 produzierte Trockel, die die Künstlerin Rosemarie Trockel designt hat. Nur 50 Exemplare wurden von der in ein Kettenhemd gehüllten Flasche produziert.

Kunstprojekt „Absolut Blank“

2011 startete das Unternehmen eine weitere Kampagne, bei der 18 Künstler beauftragt wurden, Kunstwerke auf weißen, leeren Oberflächen zu schaffen, welche die Form der Absolut-Apotheker-Ikone hatten.

Mit dem Motto „It all starts with an Absolut Blank Page“ durften sich die Künstler austoben. In einem TV-Spot konnte man ab Dezember 2011 Ausschnitte sehen, in dem die Künstler an ihren Kunstwerken arbeiten. Mit diesem Projekt sollen Menschen inspiriert werden und Kreativität größere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Auch die neue Limited Edition Facet, die seit dem 1. Oktober 2016 in den Läden steht, ist definitiv wieder ein Sammlerstück. Wir können also gespannt sein, was sich Absolut in Zukunft einfallen lassen wird. Wir hoffen, sie sind so kreativ wie bisher und überraschen uns mit noch vielen absoluten, weiteren Ideen. Und an die anderen Marken: Bitte nehmt euch ein Beispiel. Werbung muss nicht öde oder gar blöd sein!

Magda

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