Viel Lärm um nichts

Viel Lärm um nichts

TEILEN

Bei den Shocking Shorts Awards stehen junge Regietalente im Vordergrund und die Auszeichnung ist ein erster Schritt Richtung Hollywood. Nein, leider stimmt das nicht so ganz, denn bei den Shocking Shorts Awards steht der Film mal ganz hinten an. Ist ja auch nicht so wichtig, wenn man bedenkt, was die Germany‘s Next Topmodel-Kandidatin Sarah Knappik so zu sagen hat. Es ist ja auch viel interessanter zu hören, wovor sie sich am meisten beim Dschungelcamp fürchtet und ob sie es sich zutraut, Stierhoden zu essen.

SLEAZE.SSA3
Sarah Knappik hat viel zu erzählen

Auch die Meinungen von Ex-Spielerfrauen wie Verena Kerth zu schockierenden Tätowierungen sind immer ein Interview wert. Wer braucht da noch die Kurzfilmbeiträge und den ganzen „Verleihungsklimbim“. Die Hauptsache ist, man kann sich auf dem roten Teppich präsentieren und übertrieben in die Kameras von Pro7 und RTL lächeln. Da ist es auch nicht so wichtig zu wissen, um wen es sich bei den sogenannten prominenten Gästen eigentlich handelt. Ist das nicht der Moderator von Ruck Zuck? Eine TV-Show der Neunziger Jahre, dessen Moderator es sich doch schon längst in der Versenkung bequem gemacht hat. Überhaupt blieb die Münchner Schickeria ihrem Image treu. Der Tüll steht, das Gel hält. Und so wurden die Wangen grün und blau gebusselt.

SLEAZE.SSA2
Teil der Jury: Der geheimnisvolle Games-of-Thrones-Killer Tom Wlaschiha

Der süßliche Geruch der verschiedensten Männer- und Damenparfums vermischt sich mit dem stickigen Hallengeruch. Ein Abschlussballfeeling macht sich breit. Doch ging es hier nicht eigentlich um Kurzfilme und junge Regietalente? Davon sieht man nicht viel. Als dann die Veranstaltung losgeht, interessiert das nur wenige Gäste. Lieber bleibt man draußen und zeigt sich Handyfotos. Die Gäste, die sich die Verleihung wenigstens mal angucken möchten, finden es dann aber doch interessanter, sich zu unterhalten. Was auf der Bühne gesprochen wird, ist kaum zu hören. Aber das ist anscheinend auch den Verantwortlichen dieser sogenannten Award-Show egal. Selbst die Mitglieder der exklusiv ausgewählten Jury können ihr Desinteresse kaum verbergen. Zum Glück sind alle nach 20 Minuten befreit und könne sich wieder den wesentlichen Dingen widmen. Aber wer hat den nun eigentlich gewonnen? Vielleicht sollte diese Nebensächlichkeit noch mal erwähnt werden. Der Gewinner heißt Maximilian Niemann. Nicht nur der Name, auch die Person wirken wie der nette Junge von Nebenan. Aber sein Film „5 Minutes“ war dann anscheinend kein Standard und konnte die hochkarätige Jury, unter anderem bestehend aus der Ex-Tatort-Schauspielerin Tessa Mittelstaedt und dem Ex-Erkan und Stefan-Mitglied von seiner Zombie-Apokalypse überzeugen. So etwas hat man in der Münchner High Society ja noch nie gesehen.

SLEAZE.SSA
Ein letztes Foto und dann kann endlich gefeiert werden

Am Ende stellt sich die Frage, ob diese Veranstaltung nun überhaupt not getan hat? Der Filmbranche hat sie nichts gebracht und diese kann auch ohne die Shocking Shorts Awards weiter existieren.

Die deutsche C-Prominenz sollte einfach zu ihrer Mediengeilheit stehen und aufhören, jegliche Events allein für den Zweck der Selbstdarstellung zu missbrauchen. Ob nun nächstes Jahr die Shocking Shorts Awards zum siebzehnten Mal verliehen werden oder ob in China ein Sack Reis umfällt…

Mareike

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT