Veronica Falls macht keinen Sinn – und das gefällt!

Veronica Falls macht keinen Sinn – und das gefällt!

TEILEN

Veronica Falls kommen aus England. Ihren Sound beschreiben die jungen und sehr sympathischen Musiker als „catchy“, „heartfelt“ und vor allem „primal“. Nach ihrem sehr erfolgreichen, selbstbetiteltem Debütalbum im Jahr 2011 , touren sie nun mit ihrer zweiten Platte durch ganz Europa. Wir trafen Roxanne und James zum Quatschen kurz vor ihrem Konzert in Berlin.

Veronicafalls (C) Robin Christian (NEW) s[1]

Euer neues Album heißt „Waiting For Something To Happen“. Gibt es da etwas Spezielles, was passieren soll?

Roxanne: Mhm…eigentlich nicht. Das ist mehr so ein allgemeines Gefühl, das momentan über uns und dieser Platte schwebt. Es ist auch irgendwie unsere Einstellung zur Welt. Alles ein wenig melancholisch und ohne einen Plan, wo das alles hinführen soll.
Ihr habt euer erstes Album 2011 herausgebracht. Was ist in der Zwischenzeit so alles passiert?

James: Das war eine richtig stressige Zeit. Wir waren zuerst ständig auf Tour und als wir dann wieder zu Hause waren, machten wir uns gleich ans Songschreiben und sobald das erledigt war, ging es auch schon ins Studio, um das Album aufzunehmen. Es drehte sich also alles um die Band. Da blieb nicht viel Zeit für anderes.

Wieso habt ihr euch Veronica Falls genannt?

Roxanne: Einen Namen zu finden, war richtig mühsam. Es hat echt lange gedauert, bis wir endlich einen gefunden hatten. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir das am Ende entschieden haben, aber an Veronica Falls gefiel uns, dass der Name nicht wirklich Sinn macht.

Spielt ihr lieber Festivals oder eure eigenen Shows?

James: Ich persönlich spiele lieber unsere eigenen Gigs und abgesehen davon steh ich mehr auf die kleinen, intimen Konzerte. Das beste Konzert für mich war auf einem Parkplatz vor einem Fahrradshop. Da spielten wir dann für dreißig Leute. Das war echt cool.

Ihr habt schon auf der ganzen Welt Konzerte gespielt. Macht es einen Unterschied, ob man jetzt in Europa oder z.B. in den USA spielt?

Roxanne: Witzig, dass du das fragst, darüber haben wir vorhin gerade gesprochen. Im Prinzip fühlt es sich wirklich in jeder Stadt anders an. Wenn man es ganz oberflächlich betrachtet, könnte man sagen, dass die Leute in Europa vielleicht mehr abgehen und sich mehr auf die ganze Sache einlassen.

James: Es ist auch echt merkbar von Land zu Land unterschiedlich. Ich spiele extrem gerne in Deutschland. Und ich sag das jetzt nicht, weil ich in Berlin bin (lacht). Die Leute sind hier, warum auch immer, viel enthusiastischer, klatschen und tanzen viel mehr. Das würde dir in England nicht passieren. Auf dieser Tour spielen wir auch viel mehr Konzerte in Deutschland. Manche Städte und Länder spielt man definitiv lieber, als andere.

Wie läuft das Songwriting bei euch?

Roxanne: Das ist bei jedem Song unterschiedlich, aber meistens kommt einer von uns mit irgendeiner Idee und daraus entwickelt sich dann was. Manchmal geht das echt schnell, manchmal dauert es ewig. Das hängt echt vom Song ab, aber in jedem Fall ist es immer eine Gemeinschaftssache.

War euch immer schon klar, dass ihr Musiker werden wollt?

James: Für mich war das eigentlich immer schon klar. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, dass ich mal nicht Gitarre gespielt hätte.

Roxanne: Bei mir war das ähnlich, aber als Kind und Teenager hätte ich mir nie vorstellen können auf einer Bühne zu stehen. Dafür war ich viel zu introvertiert und schüchtern. Aber die Idee an sich, mochte ich schon immer. Ich begann auch schon sehr früh Gitarre zu spielen. Irgendwann begann ich dann in Bands zu spielen und dann war das irgendwann auch kein Problem mehr mit dem auftreten.

VF (C) Robin Christian 4[1]

Ist es in England nicht relativ normal geworden, sich Musiker zu nennen und in einer Band zu sein?

James: Ja das stimmt sicher. Wahrscheinlich war das auch schon immer so, aber in England und vor allem in London gibt es fast kaum jemanden, der nicht mal eine Zeit lang in einer Band war. Im Prinzip finde ich es auch gut, wenn Leute Musik machen, aber es gibt einfach so viele, die keine eigenen Ideen und Songs haben und auch ihr Instrument nicht beherrschen. Das kann ich dann immer nicht verstehen.

Roxanne: Es ist heutzutage eben sehr einfach geworden, Musik zu machen, was grundsätzlich sehr gut ist, aber manchmal auch nach hinten losgehen kann. Das hat sich in den letzten vier Jahren aber auch krass verändert. Was sich in jedem Fall zum Positiven verändert hat, ist, dass es für Frauen mittlerweile auch ganz normal geworden ist, Musik zu machen und in Bands zu spielen.

Erinnert ihr euch noch an den Zeitpunkt, an dem ihr euch bereit gefühlt habt, wirklich vor Leuten zu spielen?

Roxanne: Mhm…bei mir war das wohl mit zwanzig. Da spielte ich in dieser Band und irgendwann wollten die anderen dann Gigs spielen. Ich dachte nur, dass ich das nicht hinbekomme. Ich hatte so unglaubliche Angst. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je wieder so nervös war, wie damals. Aber mit der Zeit wird es leichter und heute bin ich fast gar nicht mehr nervös.

James: Ich habe meine ersten Konzerte gespielt, als ich sehr jung war. Ich sollte also daran gewöhnt sein, aber ich war immer nervös und ich bin es nach wie vor, aber es geht nie so weit, dass ich es nicht kontrollieren kann oder, dass es die Musik negativ beeinflusst.

Könnt ihr von eurer Musik leben?

James: Ähm…ja, irgendwie schon, obwohl es manchmal auch echt hart ist. Keiner von uns hat einen festen Job neben der Band. Ab und zu jobben wir mal hier mal da. Mit dem Touren verdient man nicht wirklich viel Geld. Da ist es schon besser auf Festivals zu spielen oder seine Songs in Filmen oder in der Werbung zu platzieren. Wir können davon leben, aber wir leben auch definitiv nicht auf großem Fuß.

Roxanne: Sagen wir es mal so…wir leben! (lacht)

Habt ihr peinliche musikalische Jugendsünden?

Roxanne: Es klingt echt arrogant das zu sagen, aber irgendwie hatte ich schon immer einen guten Musikgeschmack (lacht).

James: Für mich gilt das gleiche. Ich habe zuerst die Musik meiner Eltern gehört bis ich dann Nirvana entdeckte. Danach hab ich dann auch hauptsächlich 60s Musik gehört und irgendwann bin ich voll im Britpop gelandet. Also leider nein, keine peinlichen Sachen, wie Take That oder die Spicegirls (lacht). Ich hatte einfach Glück mit meinen Eltern, die hörten ständig Bob Dylan, The Birds, The Smiths usw.

Was war das seltsamste, was euch auf einer Tour passiert ist?

James: Mhm…da gab es so Einiges, aber ich sollte das wohl nicht erzählen. Definitiv seltsam war unser Konzert in Moskau. Die boten uns an auf diesem riesigen Festival zu spielen, zahlten uns echt viel Geld dafür und dann waren da kaum Leute. Das war echt ein schräges Gefühl und die Stimmung dort war echt eigenartig.

 

Mariella

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen