Veggie Hotels – das geniale Buchkonzept

Veggie Hotels – das geniale Buchkonzept

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SLEAZE + Veggie HotelsMit Veggie Hotels hat der teNeues Verlag vor einiger Zeit eine sehr interessante Idee veröffentlicht. Wie der Name schon sagt, geht es um Hotels, die ihren Fokus auf eine vegetarisch-vegane Küche gelegt haben.

Nun mag der eingefleischte Tieresser sofort das Desinteresse verloren haben, aber zum Glück gibt es immer weniger von diesen Hardcore-Ignoranten, denen das Leid der Tiere, welches sie verursachen, egal ist. Dieses Buch ist also für dich, lieber Tierfreund und Reise-Interessierter. Und so viel sei vorab gesagt: Es lohnt sich.

Das tagtägliche Leid

Wer sich mit seinem Essen auseinandersetzt, den kommt schnell das Grausen. Und das ist nicht nur auf die Tierquälerei bezogen, sondern auch auf die vielen Tricks der Lebensmittel-Industrie, ihre Kosten zu senken.

Da werden günstigere Beeren mit teureren gebadet, damit sie die Farbe annehmen, es wird Wasser für mehr Gewicht zugegeben, es wird weißes Fett gefärbt, damit es die Farbe von hochwertigem Fleisch hat, Abfälle werden verwurstet, Emulgatoren und andere schöne (chemische) Substanzen „ergänzt“ usw.

Es ist also konsequent – wenn auch hart –, sich sein Essen genauer anzuschauen. Nur, nervt das mit der Zeit. Jedes Produkt umdrehen, die vielen Fachbegriffe und Abkürzungen verstehen – und dann schreiben die Trickser oft nicht mal rauf, was sie da eigentlich machen.

SLEAZE + Veggie Hotels
Türkische Idylle in Izmir

Daher sind Firmen wie Veganz oder ein Stück weit auch Bio Company beruhigend, weil man sich darauf verlässt, dass diese Firmen vorab selbst eine genauere Prüfung vornehmen.

Dazu kommt, auch wenn hier die Gesetze oft missachtet werden und der im Grundgesetz verankerte Tierschutz (was streng genommen absolut dumm ist, weil auch der Mensch ein Tier ist, also alle Gesetze für Tiere gelten und nicht für Pflanzen) genauso locker genommen wird wie das ebenfalls im Grundgesetz verankerte Asylrecht (nächste Unlogik bei Leuten, die immer davon reden, dass Gesetze gebrochen werden, weil man hier angeblich „unkontrolliert“ Flüchtlinge reinlässt, während man in Wirklichkeit die ganze Zeit das Asylrecht bricht und die Leute vor Europas Türen verrecken lässt…).

Essen im Ausland

Doch zurück zum Thema. Selbst bei uns werden viele Gerichte, die in Restaurants vegetarisch gekennzeichnet sind, trotzdem mit Tierbrühe oder ähnlichem Dreck zubereitet. Sehr beunruhigend ist auch aus eigener Erfahrung, wenn Koch oder Kellner nicht mal den Unterschied zwischen vegetarisch und vegan kennen.

Nun eine ähnliche Beruhigung zu haben wie Veganer bei Veganz, da sie nun nicht immer alle Produkte analysieren müssen, wäre natürlich auch im Ausland schön. Deutschland ist beim Tierschutz im Vergleich zu anderen Ländern schon recht weit, aber sobald man schon allein nach Österreich geht, sieht es traurig aus.

Es ist also höchste Zeit für das Buch Veggie Hotels, gerade auch, wo es im Superverreiseland Deutschland inzwischen bis zu 10% Menschen geben soll, die sich vegetarisch ernähren. #wedontdiewemultiply 🙂

Klar, mit so einem Buch gibt man ebenfalls einen Vertrauensvorschuss, aber die Autoren wirken sehr authentisch. Die Autoren Karen Klein, Thomas Klein und Peter Haunert gründeten 2011 das Online-Verzeichnis VeggieHotels, woraus nun auch das Buch dafür entstand.

SLEAZE + Veggie Hotels
Einfach einladend – das Fivelements auf Bali

Auf knapp 280 Seiten wird großzügig über die 60 vorgestellten Hotels berichtet, lecker zubereitet mit informativen Texten und angereichert mit hübschen Bildern. Dazu gibt es Kontaktdetails und weitere Informationen zu Zimmeranzahl, besonderen Service wie Sportmöglichkeiten, vegane Ausstattung oder spezielle „Frauen-Zimmer“.

Ergänzt werden die Informationen mit lokalen Köstlichkeiten und ihren Rezepten sowie hin und wieder ergänzende Texte über Veggie, bewussterem Reisen und Yoga. Und mit dem letzten (Stich)Wort kommen wir zu dem Teil, den ich an dem Buch nicht so gelungen finde. Ein Schwerpunkt in dem Buch ist nämlich eindeutig Yoga. Hier merkt man sehr deutlich das persönliche Interesse der Autoren. Das ist für Yogis toll, aber wenn man sich dafür nicht interessiert, kann man einiges überblättern.

Desweiteren wird das Buch angepriesen, dass es eine „einmalige Sammlung von … Hotels aus aller Welt“ gibt, der Fokus liegt aber doch sehr stark auf Europa. Von den 60 Hotels und Pensionen sind mindestens 46 in Europa.

Aber wie gesagt: Das Konzept hat viel Potential. Wir würden uns als Nächstes ein Veggie Hotels mit Fokus auf Surf- und Kitecamps wünschen. Oder eins mit seltener Hotel-Architektur. Und das dann gern wirklich weltweit etwas gleichmäßiger verteilt.

Jens

Was: Veggie Hotels
Wer: Karen Klein, Thomas Klein und Peter Haunert
Wo: teNeues Verlag
Wie: Deutsch, Englisch
ISBN-10: 3961710457
Preis: 49,90

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