Unplugged: Leben Guaia Guaia

Unplugged: Leben Guaia Guaia

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wfilm_unplugged_leben_foto_1 Ein Leben unplugged, frei von allen Zwängen und Konventionen ist ein Traum, den viele von uns schon in Gedanken gelebt haben. Elias Gottschein und Carl Luis Zielke reichen diese puren Gedankenspiele nicht. Sie leben ihren Traum von der Selbstgestaltung des Lebens. Als Band Guaia Guaia ziehen die beiden Straßenmusiker durch die Republik. Ohne festen Wohnsitz, ohne Ausbildung, ohne Bankkonten und ohne Versicherung. Dafür aber mit dem festen Glauben an ihre Musik einem Rucksack voller Kreativität und langjähriger Freundschaft.
Ihr Leben ist alternativ, radikal und extrem. Ihr Motto: „Eine Revolution ist viel zu wenig!“.
Mit umgebauten Mülltonnen und im weiteren Verlauf ihres Musikerdaseins, etwas mobiler, auf selbstgebauten Fahrrädern, genießen die beiden Freunde ihre Unabhängigkeit. Bestückt mit einer E-Gitarre, einer Posaune und Beats aus dem eigenen Laptop machen Guaia Guaia dort Musik, wo es ihnen passt – und das schon seit drei Jahren. Die einzige Konstante in ihrem Leben ist die immer wieder auftauchende Polizei, die versucht, die illegalen Konzerte zu unterbinden.wfilm_unplugged_leben_foto_2
Regisseur Sobo Swobodnik begleitete die beiden Künstler ein Jahr auf ihrer Tour durch Deutschland. Heraus kam ein dokumentarisches Portrait über einen Lebensstil fernab aller herkömmlichen, gesellschaftlich akzeptierten Regeln und Standards.
Die Dokumentation behandelt das Leben auf der Straße, die tiefe Verbundenheit mit der Musik und besonders die enge Freundschaft der beiden jungen Männer.
Der beim Filmfest München mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Film, liefert ein eindrucksvolles Bild vom Leben ohne alle althergebrachten Denkmuster, entgegen dem Mainstream.
Doch wohin führt dieser Weg die beiden jungen Künstler? Eine Sache ist gewiss: Das Leben von Elias und Luis erregt Aufmerksamkeit. Diese führte immerhin zu einem Plattenvertrag. Entgegen aller Vermutungen kam dieser nicht mit einem kleinen No-Name Label zustande, bei dem Guaia Guaia möglicherweise alle Zügel selbst in der Hand hätten. Stattdessen unterzeichneten sie einen Deal bei Universal Music (für alle hinterm Mond Lebenden: eines der größten Major-Label überhaupt). Diese Tatsache passt nicht ganz zu dem Hintergrund und den Idealvorstellungen der beiden Jungs und lässt den wfilm_unplugged_leben_foto_3Zuschauer schon etwas stutzig an der kahlköpfigen Stirn kratzen. Auch die Teilnahme am diesjährigen Kommerz-Event Bundesvision Song Contest steht im krassen Gegensatz zu der bisher gelebten gesellschaftskritischen Haltung der Musiker.
Vielleicht ist ja aber gerade dieses Handeln die einzig mögliche Schlussfolgerung – erneut gegen alle Erwartungen und logische Vorgehensweisen, abseits vorgegebener Wege. Und somit auch wieder radikal.

Stefan

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