Under the Berg, over the Rainbow

Under the Berg, over the Rainbow

Ja, in diesen werbeintensiven Zeiten ist es nicht einfach, sein Produkt authentisch an – oder in diesem Fall eher: in – den Mann zu bringen. Und selbst „Mann“ ist heutzutage nicht mal mehr sicher. Trotzdem: Der Kräuterlikör Underberg hat es mit seiner Sing-Kochshow, die in den letzten Wochen zum zweiten Mal stattfand, geschafft, sein Produkt auf lässige Weise zu präsentieren. Nun kommt das Finale nach Berlin. Das mussten wir uns vorab natürlich genauer anschauen.

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Was verbindet man mit Underberg? Kräuterlikör, bitter, Magen-Aufräumer nach dem Essen. Und selbst in einem unemotionalen Land wie Deutschland singt manch einer bei der Essenszubereitung. Die Idee, Underberg mit den beiden emotionalen Themen Kochen und Singen zu verbinden, ist also zunächst einmal gar nicht schlecht.

SLEAZE + Underberg
Das Ambiente stimmt schon mal.

Und so wurde ein Live-Contest mit dem Motto „Koch und sing dich auf den Underberg“ ins Leben gerufen. Bei dem Wettbewerb werden singende Köche oder kochende Sänger gesucht – oder zumindest welche, die denken, dass sie beides einigermaßen können.

Das erste Mal letztes Jahr war allerdings noch ein echter Testballon. Daher ging man wohl lieber auf Nummer Sicher, holte die etwas peinliche Schlager-Boygroup voXXclub ins Boot und setzte insgesamt sehr auf klassisch-volkstümlich. Kein Wunder, dass dann auch eine Österreicherin im Dirndl namens Marlen Billii gewann, die angeblich zusammen mit ihrem Jäger-Verwandten das Wild, was sie dann der Jury als Gericht präsentierte, selbst erlegte. Was bei CSU-Wählern wahrscheinlich das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, hat bei mir eher leichte Übelkeit erzeugt. Fehlte nur noch, dass sie das Wild vor Ort ausnimmt. Die Gewinnerin ging dann auch noch mit voXXclub auf Tour. Ein Trash-Träumchen…

Un(Upgra)derberg

Vielleicht hat Underberg inzwischen gemerkt, dass sie so nicht gerade neue Zielgruppen erschließen oder gar urban rüberkommen. Jedenfalls sollen dieses Jahr in Hamburg sogar drei Sänger mit Veggie-Gerichten angetreten sein. In München, wo ich mir die Veranstaltung Mitte November dieses Mal anschaute, waren es immerhin noch zwei, die auch sehr lecker schmeckten. Also die Gerichte, die nicht die Sänger! #öfföff

SLEAZE + Underberg
Die Wettkämpfer unter sich.

Außerdem war die Qualität des Gesangs entschieden besser. Nicht nur, dass es eine gute Song-Auswahl gab und so etwas wie der sehr nette, aber musikalisch doch etwas anstrengende Berliner Klassik-Sänger vom letzten Jahr vermieden wurde. Es waren wirklich Musiker mit Bühnenerfahrung darunter: So z.B. Norisha Campbell, die bereits bei The Voice of Germany mitmachte und mit ihrer kraftvollen Stimme Aretha Franklins „Say A Little Prayer For Me“ schmetterte. Oder die sehr coole Lee’Oh, die mit einem Lied aus ihrem Debütalbum komplett überzeugen konnte sowie mein persönlicher Favorit Dominik Dlask, der auch schon im ZDF Fernsehgarten auftrat.

Dass die sich nicht alle selbst beworben haben, kann man sich denken. Aber wie auch immer – es tat der Show gut und hilft sicher auch bei der weiteren Entwicklung. Mit München endet die Vorfinalserie und in Berlin gibt es am 1. Dezember nun das Finale.

Etwas schade ist, aber das liegt vielleicht auch noch an den kleinen Kochküchen, wo die Veranstaltungen stattfinden. Es gibt nämlich kein richtiges Publikum. Eine größere Halle mit richtiger Bühne würde das gesamte Geschehen noch cooler machen und für viel mehr Stimmung sorgen. Hoffentlich entwickelt sich das noch dahin. Es wäre dieser cleveren Idee zu wünschen.

danilo

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