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Da kann man doch wirklich Mitleid haben: Kein Schauspieler hat es verdient, dass man nach einer sagenhaften, Oscar-nominierten Rolle von einem Film wie „Return to Sender“ überschattet wird. In dem nicht überraschenden Rape-and-Revenge-Thriller wird Gone-Girl-Star Rosamunde Pike zu dem Opfer, das selbstverständlich plant, sich an ihrem Peiniger zu rächen.


SLEAZE Return to Sender 2Als Krankenschwester Miranda Wells, die ironischer Weise Angst vor Keimen hat, hat sich Rosamunde Pike zum Ziel gesetzt, OP-Schwester zu werden. Die ehrgeizige Single-Lady möchte sich nämlich ein größeres Haus mit der richtigen Küchenausstattung kaufen, um ihre dreistöckigen Torten besser backen zu können. Kaltherzig wie man sie bereits aus „Gone Girl“ kennt, weist Miranda keine herzerwärmenden Charakteristika auf. Weder zu Freunden noch zu ihrem Vater pflegt sie eine herzliche Beziehung. Auch ihr Privatleben kommt bei der Arbeit als Schwester natürlich deutlich zu kurz. Das finden auch Miranda’s Arbeitskolleginnen und beschaffen ihr kurzerhand ein Blind Date. Als der angebliche Kevin vor der Tür steht, merkt man sofort, dass die Zwei nicht füreinander geschaffen sind. Vielleicht auch aus dem Grund, weil es sich bei Kevin eigentlich um William Finn handelt. Der Tellerwäscher aus Miranda’s Stammlokal, der vorhat sie zu vergewaltigen. Nachdem sie von ihrem eigentlichen, echten Blind Date Kevin gefunden wurde, kann William schnell überführt und verhaftet werden. Nick Nolte, der als Papa Wells völlig außer sich ist, kann zudem auch überhaupt nicht verstehen, warum Miranda beginnt, dem Täter zu schreiben und ihn regelmäßig zu besuchen. Soll das eine neue Art der Selbsttherapie sein? Dann wird William alias Shiloh Fernandez frühzeitig (unglaublich frühzeitig, geschätzt nach zwei Wochen) aus der Haft entlassen. Wie könnte es anders sein, lädt Miranda ihn ein, ihre Veranda zu reparieren – und sie hat noch ganz andere Pläne mit ihm.

Was genau sich Regisseur Fouad Mikati bei seinem Film „Return to Sender“ gedacht hat, fragt man sich des Öfteren. Wahrscheinlich wollte er Rosamunde Pike als Köder benutzen, um die Leute zu täuschen und dachte, er hätte damit das große Los gezogen. Tja, falsch gedacht. Denn so stumpf wie der Inhalt nämlich klingt, ist auch der Film.SLEAZE Return to Sender 4 Während man verzweifelt nach der Spannung und ihrem Höhepunkt sucht, fragt sich wahrscheinlich auch die kaltherzige Heldin, was sie in diesem amerikanischen Thriller zu suchen hat. Als in der Vorstadt lebende Hitchcock-Blondine schafft Rosamunde Pike es diesmal leider nicht, den Zuschauer zu überzeugen. Als Zuschauer hat man das Gefühl, eine verspätete Trockenübung von „Gone Girl“ zu sehen. Leider ist „Return to Sender“ da eher komplett am Thema vorbei geschossen. Auch Shiloh, der mit „Red Riding Hood“ seinen Durchbruch in Hollywood hatte, hatte sich diesen Film bestimmt anders vorgestellt. Denn als Folgen einer Vergewaltigung keine Kuchen mehr verzieren und nicht mehr Dr. Bibber spielen zu können, ist dann doch wirklich nicht so erschütternd. Und auch die Szenen der Reparatur der Veranda erinnern eher an Ausschnitte aus einem Nicholas Sparks-Film wie „The Lucky One“. Man fühlt sich wie in einem Remake von „I spit on your Grave“, nur mit Martha Stewart anstelle von Sarah Butler. Und trotz der super Besetzung von Rosamunde Pike („Gone Girl“), Shiloh Fernandez („Red Riding Hood“) und Nick Nolte („Gangster Squad“) lässt „Return to Sender“ doch sehr zu wünschen übrig. Warum sich Schauspieler wie Rosamunde Pike („Gone Girl“) oder Nick Nolte („Gangster Squad“) für so ein Drehbuch hergeben, bleibt weiterhin fraglich.

Zusammenfassend wette ich mit dir, dass die Leute, die Geld in diesen Film gesteckt haben, insgeheim hoffen, dass du dich täuschen lasst und denkst, du bekommst wieder eine Glanzleistung wie „Gone Girl“. Nein. Bekommst du nicht. Der Film ist ab dem 08.09.2015 im Handel, allerdings würde ich an deiner Stelle die Finger davon lassen.

Leo

Titel: Return to Sender
Regisseur
: Fouad Mikati
Dauer
: 105 Minuten
: 08.09.2015
Verleih
: Ascot Elite

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