The Swollen Members – Armed to the Teeth

The Swollen Members – Armed to the Teeth

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Wenn man Swollen Members hört, denkt man an Underground Hip Hop, an Kanada, an die 90er und an wirklich guten Hip Hop mit gutem Inhalt, Herz und Seele. Als sie 2006 das Album „Black Magic“ veröffentlichten regnete es gute Kritiken. Sie seien wieder so wie vorher. Leider kann ich das bei „Armed to the Teeth“ nicht bestätigen. Dazu fällt mir wieder nur ein Satz ein: „Wenn Helden sterben“.

SLEAZE + Swollen Members

Das Cover, das von einem hübschen Totenkopf mit Feuer in den Augenhöhlen und zwei rauchenden AK 47 geziert wird, lässt einen zumindestens vermuten, dass die kanadischen Jungs bedrohlich wirken wollen und mit einem Album auffahren, dass es in sich hat.

Features von Tech N9ne, Talib Kweli oder auch Everlast lassen auf Gutes hoffen. Ich höre das Album. Wieder und wieder und komme zum gleichen Ergebnis: Was haben sie sich nur dabei gedacht? Beginnen wir beim ersten Track. Mit dem Intro sollte man Lust auf mehr machen. Normalerweise. Bei den Swollen Members findet man sich gedanklich im 2be Club wieder. Mitten zwischen so hippen und trendigen Jugendlichen, die ganz fesch ihre Hüften zu krasser Clubmusik bewegen.

Auch der Titel „Reclaim the Throne“ kann da nichts reissen. Wie wollen sie sich den Thron zurückerobern? Indem sie Mainstream Musik à la Three Six Mafia produzieren? Beim zweiten Song fragte ich mich, ob mein iTunes auf Random gestellt ist und plötzlich Blink 182 oder Limp Bizkit im Player liegen. Schlimmer noch: Es geht um Porn Stars. So auch der einfallsreiche Titel des Stückes.

Okay, eine Gruppe, die sich „Swollen Members“ nennt, hat wohl auch mit Sex zutun, aber so hat man sie noch nie erlebt. Dann folgt „Kyla“. Plötzlich ein schöner Beat mit Geigensample, solider Rap, Hip Hop wie man ihn mag. Musik, die man sich laut auf Kopfhörern vorstellen kann. Hoffnung flammt auf. Rob the Viking, Mad Child und Prevail in Höchstform. Leider erlischt sie mit „Red Dragon“ und spätestens bei „Bollywood chick“ entgleist mein Gesichtsausdruck vollkommen. „I got a Bollywoodchick, she said she wanna know where Hollywood is“. Ich möchte nicht mehr. Auch ein Tech N9ne kann da nichts mehr retten.

Bei „Meltdown“ schöpft man wieder Kraft. Wieder ein wirklich guter Beat. Guter Inhalt. Swollen Members Material. „The Flyest“ ist der mit Abstand schlechteste Track des Werkes. Verzerrte Stimmen à la T-Pain oder Flow Rida erschüttern. Lediglich „Warrior“, „Funeral March“, „Red Dragon“, „Meltdown“ und „Kyla“ reissen das raus, was die anderen mehr oder weniger gut produzierten Stücke versauen. Das sind die einzigen Tracks, die definitiv nach Swollen Members klingen. Allerdings handelt es sich um fünf von Achtzehn Tracks. Kein guter Schnitt. Die gute Produktion lässt das Album halbwegs vernünftig erscheinen. Mit „Armed to the Teeth“ hält man definitiv ein Album in der Hand, das man höchster Wahrscheinlichkeit ziemlich schnell wieder vergisst. Ich hoffe, dass unsere kanadischen Helden bald wieder in Höchstform zurückkehren. Vielleicht sind sie dann tatsächlich bis zu den Zähnen bewaffnet- mit Musik, die überzeugt.

– Gelare –

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