The First Purge: Bevor das Experiment Tradition wurde

The First Purge: Bevor das Experiment Tradition wurde

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SLEAZE + The First Purge
Die alljährliche Strategiebesprechung der Gangs…

Gesellschaftliche und politische Probleme wie Arbeitslosigkeit, Kriminalität sowie Rassismus und die Teilung zwischen Arm und Reich sind Ausgangspunkte für ein fiktives Ereignis, das sich seit 2013 als The Purge etabliert hat. Inzwischen hat sich dieses Thema zu einer Serie von Kinofilmen entwickelt und greift es aus unterschiedlichen Sichtweisen auf.

Mit dem aktuell vierten Teil The First Purge erfahren wir nun, wie dieses Experiment begann. Also bevor es Tradition und zu einer Art Unabhängigkeitstag wurde. Nun ist die Frage, ob The Purge weiterhin so mitreißt oder es der Serie geht wie anderen, wo das Thema dramaturgisch bis zum Letzten ausgequetscht wurde. Wir hoffen natürlich, dass sich wieder ein guter, neuer Ansatz findet und “die Säuberung“ so spannend weitergeht wie bisher.

SLEAZE + The First Purge
Natürlich gibt es auch Protest gegen den Irrsinn.

Wenn Realität nicht weit entfernt von der Fiktion wohnt

Gegen die amerikanischen Probleme in der fiktionalen First Purge-Gegenwart möchten Politik und Wissenschaft auf ein Experiment zurückgreifen, um eine Lösung zu finden, dieses Amerika wieder strahlen zu lassen. Gegen einen Obolus lockt die Organisation der Veranstaltung seine Bürger zur Teilnahme, um so einen Erfolg des umstrittenen Experiments zu garantieren.

Während eine Wissenschaftlerin auf ein psychologisches Ergebnis aus ist, hat der verantwortliche Politiker dieser Zusammenarbeit für das Ereignis andere Absichten. Zeitgleich entwickeln sich im Ghetto unterschiedliche Meinungen, wodurch Bandenkriege eher das kleinere Übel sind und neue, unerwartete Gefahren zum Vorschein kommen.

SLEAZE + The First Purge
Politiker und Wissenschaftler verfolgen wie so oft unterschiedliche Interessen.

Wie üblich werden in einer Nacht für zwölf Stunden die Benutzung von Waffen der Klasse 4 und niedriger genehmigt und Verbrechen, einschließlich Mord, sind erlaubt. Polizei und medizinische Notfalldienste gibt es während dieser Säuberung nicht. Die Bürger können tun und lassen, was sie wollen – zumindest die starken. Der Rest muss sich in der Anarchie-Nacht verstecken. Warum die reicheren Angsthasen in dieser Nacht nicht einfach das Land verlassen, wurde noch nie erörtert.

Schwache Fortsetzung wie ein planloses Experiment

Als man im ersten Teil von 2013 noch mit namhaften Akteuren wie Ethan Hawke und Lena Headey eine gute Einführung bot, wurden in den Nachfolgern keine bekannten Gesichter mehr besetzt, was letztendlich der Reihe seine Authentizität verlieh. So geht es nun auch im vierten Teil um mehr oder weniger irgendwelche Bürger unterschiedlicher Gruppierungen und es spielt keine Rolle, sich die Namen zu merken, um sich mit ihnen zu identifizieren.

Leider ruht sich The First Purge auf der Grundthematik aus, anstatt eine weitere Facette der Hierarchie-Nacht zu beleuchten. Denn auch heute noch sprühen Jugendliche das Anarchie-A gedankenlos an die Wände, ohne auch nur eine Ahnung zu haben, was Anarchie für Konsequenzen haben kann. Schade, dass TFP diese Chance verpasst.

SLEAZE + The First Purge
Vielleicht sollte jeder mal Flüchtling werden wie die beiden hier, bevor er sich ein Urteil erlaubt.

Ob sich The First Purge auf dem Markt behaupten können wird, bleibt somit fraglich. Für diejenigen aber, für die die Reihe Kult ist, wird auch dieser Teil ein kleines Highlight sein. Ansonsten erinnert es an die Saw-Reihe, wo auch nur die Grundidee  positiv erwähnenswert ist, seine Fortsetzungen diese aber immer mehr verwässern.

Kevin

Titel: The First Purge
Genre: Action, Horror, Dystopie
Länge: 97 Min.
Kinostart: 05. Juli 2018
Produktionsland: USA
Verleih: Universal Pictures Int.

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