The Cinematics – Silent Scream EP

The Cinematics – Silent Scream EP

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VÖ: 21.05.2010
Richard Mohlmann Records / Indigo

Nun möchte man einer jungen und talentierten Band ja keine Kreativität absprechen und sie verdammen, wenn sie das Meisterwerk stemmt, innerhalb von zwölf Monaten drei Veröffentlichungen unter die Leute zu bringen. Im Falle der schottischen Band The Cinematics scheint dieses Konzept jedoch nicht ganz stimmig zu sein. Großes Potenzial hin oder her, diese EP, aufgenommen auf der Tour zum zweiten Album „Love and Terror“, welches erst Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde, macht in meinem Kopf nicht viel Sinn. Im Herbst soll ihr drittes Album erscheinen, warum also diese EP? Als Vorgeschmack, als Ventil, da die Band so viel Kreativität aufgestaut hat, während sie durch Europa tourte, heißt es aus dem Umfeld der Band. Die Silent Scream EP ist ganz nett, wird mit jedem Mal hören sogar ein wenig besser – aber der große Appetizer auf das bevorstehende Album? Ich hätte mehr erwartet. Der Sound erinnert immer noch stark an die Vorgänger – und somit eben ganz eindeutig an eben jene Bands, mit denen sie schon vor Jahren verglichen wurden: The Cure, Editors, Interpol, The Rakes und diesmal auch stark nach den Kollegen von The Enemy. Das gefällt. Es ist immer noch düster, die Musik erinnert stark an eine ganze Reihe der 00er-Jahre Brit-Bands und die Texte sind weiterhin ab und an holperig, in jedem Lied finden sich allerdings einige grandiose Zeilen wieder. Den psychodelischen New-Wave-Einschlag à la Editors muss man eben mögen, dann sind The Cinematics genau das Richtige. Während des Schreibens wurde die EP immer besser, die Texte gehen gut ins Ohr, die Musik passt zum verregneten Wetter. Leider wird das nicht reichen, um im Indie-Rock-Olymp richtig einzuschlagen und sich festzusetzen, obwohl die Hoffnung an ein gewagteres und individuelleres Album im Herbst ja zuletzt stirbt.

Julian

The Cinematics

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