Techno-Film Yung: Das echte Berlin erleben

Techno-Film Yung: Das echte Berlin erleben

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Mit Yung, ab sofort digital erhältlich, legt der deutsche Regisseur Henning Gronkowski einen Techno- und Teenie-Film vor, der tatsächlich die grandiose, vibrierende Energie der Party-Metropole Berlin einfängt. Wow!SLEAZE + Yung

Eine ganz typische Szene aus Yung: Einige „Nasen“ haben sich zur Afterhour in einer durchgerockten Wohnung versammelt. „G-Party“ ist angesagt: Die Kids konsumieren fleißig und ausdauernd die Party-Droge GHB und sind – auf verschiedenen Leveln des Höhepunkts – voll am Abgehen.

Ein besonders penetranter Lockenkopf, der sich extra viel „G“ reingezogen hat, nervt die coole Dealerin Joy (Joy Grant). Doch die findet in ihrer üblichen, mega-direkten Art die richtigen Worte, um den Störenfried schnell wieder loszuwerden – und zu Leuten durchzudringen, die voll drauf sind, das ist wahrlich nicht leicht!

Berl(oop)in!

Die Partyszenen in Yung, 2019 fürs Kino erschienen, sind schlicht atemberaubend, absolut fesselnd und mitreißend: Die vier Hauptfiguren Janaina (Janaina Liesenfeld), Emmy (Emily Lau), Joy und Abbie (Abbie Dutton), allesamt dicke Freundinnen und Schülerinnen kurz vor dem Abi, lassen sich durch wilde Berliner Nächte treiben: aus dem dunklen Club zur Homeparty, zurück auf den Dancefloor und dann wieder zur Afterhour – das ist der (endlose) Berliner Loop.

SLEAZE + Yung
Die ehrliche Berliner Sex-and-the-City-Variante

Doch nicht nur mit den berauschenden Feier-Szenen treffen Henning und sein Yung-Team voll ins Schwarze. Ebenso faszinierend sind die stilleren, nachdenklicheren Gespräche der Kids abseits der Partys.

Wenn sie sich ehrlich, unverblümt und verdammt offen über alles austauschen, was sie so bewegt, oder über ihre eigene flüssige Sexualität sinnieren, dann durchweht Yung ein – selten gesehener – Hauch von Underground und Subkultur.

Aus der Sicht eines (Ur-)Berliners stimmt einfach alles an diesem schönen Indie-Film: Emmy, Joy, Janaina und Abbie sehen aus, kleiden sich, sprechen und verhalten sich wie in der Realität. Solche Charaktere, solche Typen bevölkern auch das ganz reale Berlin da draußen!

Und jeder, der mit offenen Augen und Ohren durch diese (Party-)Stadt geht, weiß, dass junge Leute Sätze sagen wie: „Wir feiern uns voll darauf, wie raus wir eigentlich sind.“ Das sagt Hauptfigur Emmy einmal, die sich sonst am liebsten mit ihrer besten Freundin Janaina zum „G“ nehmen und anschließend knutschen trifft.

Und sowieso Emmy: Es ist schlicht wunderbar anzusehen, wie diese Figur (und diese tolle Schauspielerin!) ihre Sexualität direkt und super offensiv auslebt!

Sex, GHB & Freiheit

Die vier Girls sind in Yung die Königinnen der Szene, die Männer dagegen eher Randfiguren und kommen oft nicht sonderlich gut weg.

SLEAZE + Yung
Janaina + Emmy in ihrem Alltag

Wie Yung so überzeugend und authentisch, ja fast dokumentarisch geworden ist, erklärte uns Regisseur Henning Gronkowski im großen SLEAZE-Interview: Henning hat nicht etwa nur auf echten Festivals und in echten Clubs gedreht, sondern sich auch in seinen Storys von ganz realen Erlebnissen Berliner Kids inspirieren lassen.

Besonders die vier Hauptdarstellerinnen haben auch ganz, ganz viel beigetragen zu Yung: Bisweilen wurden Szenen und Dialoge aus dem Stand heraus improvisiert und Janaina, Abbie & Co. haben einfach mal eigene Lebenserfahrungen ohne Umwege mit reingepackt in diesen spannenden Film.

Hedonismus, Exzess und freiwillige Selbstzerstörung zelebrieren die Figuren. Doch alles geht auch nicht gut, wenn man sich permanent so zudröhnt. Auch das kommt – neben allem Spaß – nicht zu kurz in Yung.

Das Resultat: ein authentischer Berlin- und Techno-Film, wunderbar direkt und voll im Moment.

Robert

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