Tanz mit dem Saints-Row-Teufel

Tanz mit dem Saints-Row-Teufel

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Saints Row öffnet die Höllentore für uns: Der Präsident, Anführer der Saints, wurde kurzerhand durch ein Portal in die Hölle gezogen. Vom Teufel höchstpersönlich natürlich. Johnny Gat und Kinzie Kensington machen es sich zur Aufgabe, diesen wieder zu befreien. Mit schrägem Humor und noch schrägeren Charakteren steigt man mal wieder in die „Saints Row“-Welt ein, nur diesmal eine Etage tiefer.

gat_saintsrow_sleazeGTA auf LSD

Während sich die GTA-Reihe mit Raubüberfällen, fetten Karren und Frauen beschäftigt, stellt Saints Row immer die LSD-Version des Ganzen dar. In Saints Row: Re-Elected wurden die Gangster kurzerhand durch eine Alien-Invasion und die Waffen größtenteils durch Superkräfte ersetzt. Auch im DLC „Gat Out of Hell“ muss man diese nicht missen. Wie der Name schon verrät, geht es diesmal ab in die Hölle. Wegen eines Ouija-Unfalls auf Kenzies Geburtstagsparty wurde man in die Unterwelt gezogen. Bei der Ankunft bemerkt man jedoch kaum einen Unterschied zu Steelport, der alten Kulisse von Saints Row: Re-Elected. Die Menschen wurden durch verbrannte Menschen / Seelen ersetzt und Wasser durch Lava-Pools. Außer den Texturen wurde hier nicht viel geändert. Auch die eigentlich schon veraltete Engine macht sich langsam bemerkbar. Matschige Texturen, kaum detaillierte Objekte. Fans der Saints-Row-Reihe legen den Fokus zwar nicht auf diese Aspekte, trotzdem finde ich es ein bisschen schade. Wie praktisch, das uns eventuell ein Remake auf den Next-Gen- beziehungsweise Current-Gen-Konsolen erwartet.

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Farblich ein Spektakel, die Texturen jedoch sind teilweise stark veraltet

Ernst genommen hat sich die Spiele-Reihe noch nie. Das Spiel platzt grade so vor Anspielungen auf die Sünden unserer Zeit, keine Gruppe wird verschont. Aber grade das ist es, weshalb die Serie immer noch so geschätzt wird. Statt sich an momentane Gaming-Trends zu halten, zieht das Entwicklerteam von Volition sein Ding im überzeichneten, schrillen Stil durch. Saints Row war schon immer ein „Over-the-top“-Spiel, und dass soll es bitte auch bleiben. Spiele die sich zu ernst nehmen haben wir mittlerweile schließlich schon genug.

Wenig Erneuerungen, trotzdem viel Spaß

Wie schon erwähnt ist Saints Row: Gat Out of Hell nicht mit Erneuerungen gesegnet. Die Städte ähneln sich sehr stark, obwohl man grade in der Hölle schmort. Da hätte man noch sehr viel mehr rausholen können. Im Gegensatz zu Spielen wie Skyrim ist man hier gerade zu unterfordert mit Nebenquests. Dafür muss man hier natürlich berücksichtigen, dass es sich nun mal nicht um einen neuen Ableger der Rdemons_sleaze_saintsroweihe handelt, sondern lediglich um ein DLC. Dieses befindet sich mit 20 Stunden Spielzeit im guten Mittelmaß.

Schon im ersten Trailer zum DLC konnte man eine stark vom Musical beeinflusste Erzählweise erkennen. Das wird auch im Spiel eiskalt durchgezogen und kommt super an. In einer Art Märchenbuch werden die erledigten Quests nacherzählt und märchenhaft dargestellt. Hölle, Damonen und Märchengeschichten? Solch eine Inszenierung kann nur bei Saints Row zünden. Wo es an technischen Erneuerungen fehlt, springen die wieder sehr gelungenen Charaktere ein. Diese sind gezeichnet von Selbstironie und Blödeleien. In der Hölle trifft man auf bekannte Gesichter wie Shakespeare, der sich mittlerweile dem DJ-Business widmet. Auch Blackbeard ist anzutreffen. Dieser ist damit beschäftigt, sein Schiff vor Dämonen zu verteidigen. Obwohl der Charakter-Editor ein großer Verlust ist, hat man jetzt mit Kenzie Kensington und Johnny Gat zwei witzige Charaktere. Zwischen den beiden kann man jederzeit wechseln, einen Einfluss auf die Geschichte oder sonstiges hat das nicht. Die Minispiele wie Vandalismus bleiben gleich, außer dem Szenewechsel von Steelport zur Hölle ändert sich hier nichts. Die neuen Superkräfte sorgen wieder für eine Vielzahl toter NPCs. So kann man per Tastendruck Dämonen-Kobolde rufen oder mit dem „Stein-Blast“ Gegner pulverisieren.

Wer ein Fan von Saints Row: Re-Elected war, wird Gat Out of Hell genauso lieben. Auch wenn es der Reihe stark an Innovation in kinzie_gatoutofhell_sleazeSachen Gameplay und Grafik fehlt, findet man hier eine schöne Ergänzung in Höllenform. Saints Row zieht seine Stärken ganz klar aus den Charakteren und der immer wieder verrückten neuen Inszenierung. Im nächsten Teil hoffe ich jedoch auf ein großes Grafik-Update und eine abwechslungsreichere Karte. Und bitte gebt mir wieder die Möglichkeit, einen 200 Kilo schweren Superhelden-Präsidenten mit Monobraue zu machen. Dann bin ich glücklich.

Anne

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