Superquiz-Frage: Wie heißen Entenhausen und seine Bewohner in anderen Ländern?

Superquiz-Frage: Wie heißen Entenhausen und seine Bewohner in anderen Ländern?

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SLEAZE + Entenhausen
Leidenschaft Sammeln…

Kunstsammeln. Das ist so ein Hobby, das niemand, den man kennt, wirklich hat. Das ist etwas für pervertierte Reiche, deren andere Hobbys Golfen und Steuerhinterziehung sind. Oder für James Bond-Bösewichte.

Dabei ist Kunst sammeln ja eigentlich so alltäglich, es kommt eben nur ein wenig auf die Perspektive zur gesammelten Kunst an. Ein Kunstwerk muss ja nicht gleich eine halbe Million kosten, um zu Kunst zu werden.

Wenn man geschmacklose Magneten an seinen Kühlschrank pappt oder in seinem Regal stapelweise Schallplatten hortet (aber bitte die Platten nicht wirklich stapeln wegen des Drucks auf die armen Rillen), kann das im Grunde genauso als Kunst sammeln gewertet werden, wie wenn sich ein überbezahlter Schnösel den vierten Kandinsky ins Billardzimmer hängt. Kann also jeder. Sogar Kinder.

Kunstsammeln im Kinderzimmer

Und die fangen früh damit an. Du kannst dich bestimmt noch an die vor Stolz geschwellte Brust erinnern, als du den letzten Band eines Lustigen Taschenbuchs, das noch zum Vollenden des Kunstwerks gefehlt hat, ins Regal schobst.

SLEAZE + Entenhausen
Die guten, alten Panzerknacker!

Denn nicht nur innerhalb der Comicbände war alles voller bunter Bildchen, auch auf den Buchrücken offenbarte sich einem ein richtiges Kunstwerk aus Entenhausen, was echten Sammelwert hat.

Vorausgesetzt, man hat alle zehn Bände der Reihe gekauft (cleveres Marketing, oder?). Was bei einem Preis von (mittlerweile) fünf Euro durchaus ein Loch ins meist recht magere Taschengeld fräst.

Mit sieben Jahren ist man eben noch kein Dagobert Duck. Aber man kriegt einfach nicht genug von den Geschichten über die Bewohner Entenhausens. Und da geht es sicherlich nicht nur den Kindern so.

Das zeigt ja auch schon die ordentliche Auflage von knapp 150.000 Bänden, die jeden Monat über die Kiosktheken wandern. Das noch ältere Micky Maus-Magazin verkauft sich alle zwei Wochen fast 70.000mal.

Die anthropomorphen Helden der Comics kennt wirklich jeder. Nicht nur hier, in der Heimat des Lustigen Taschenbuchs, sondern einfach überall. Es gab unzählige von Disney mit industrieller Präzision produzierte Fernsehserien, Filme, Liveshows und Merchandising – vom Mickey Mouse Club bis hin zu Disneyland.

Wenn die Beatles beliebter als Jesus gewesen sind, dann sind Donald Duck und Co. beliebter als die Beatles. Ducktales war sowieso viel besser als dieser alberne Yellow Submarine-Zeichentrickfilm.

Aber trotz dem internationalen Ruhm von Walt Disneys kultigen Kreaturen kennen wir die Bewohner Entenhausens hierzulande nur mit ihrem urdeutsch klingenden Namen. Klar, Donald Duck und Micky Maus, das kommt den Originalen verdammt nahe. Aber mal Hand aufs Herz: Findest du, Gustav Gans oder Daniel Düsentrieb klingt irgendwie Englisch?

Entenhausen weltweit

Nicht wirklich, oder? Wusstest du zum Beispiel, dass Onkel Dagobert im Original Scrooge McDuck heißt? Genau, wie der fiese, reiche Sack in Dickens Weihnachtsgeschichte. Ein weiterer Fun Fact – mit dem du dich garantiert auf keiner halbwegs anständigen Party zum Mittelpunkt machst – ist, dass Donald und Micky eigentlich in zwei verschiedenen Städten leben.

Aus Duckburg und Mouseton wurde fix mal eben Entenhausen gemacht. Vermutlich aus organisatorischen Gründen, eine zusammengeführte Stadt erspart einem schließlich jede Menge Ärger. Wir hier in Berlin können davon ein Lied singen.

SLEAZE + Entenhausen
Rüffel, Trüffel + Müffel. Oder wie hießen die noch mal?

Ähnlich wie beim Langnese-Eis ist es auch in Entenhausen. Fast in jedem Land gibt es einen eigenen Namen – für jeden Hauptdarsteller. Deshalb heißen Tick, Trick und Track auf Estnisch Tupsi, Hupsi ja Lupsi, auf Finnisch Tupu, Hupu ja Lupu und auf Schwedisch selbstverständlich Knatte, Fnatte och Tjatte.

Micky Maus heißt in China übersetzt Reismaus. On Italien, wo ironischerweise die meisten Comics der Lustigen Taschenbücher entstehen, heißt Donald Duck gleich ganz anders. Dort hört der beschnabelte Dummbeutel auf den Namen Paperino, was zu Deutsch so viel wie „Gänschen“ bedeutet. Wohl nicht ganz Geflügel-fit, die italienischen Comicerini.

Dieses „Paper-irgendwas-Konzept“ wird denn auch voll und ganz durchgezogen. Dagobert heißt Paperon de Paperoni, wofür es laut Google keine wirklich sinnvolle Übersetzung gibt. Angeblich würde das „Paperoni-Papier“ bedeuten, und das verstehen selbst wir nicht.

Und so in der Art geht es im italienischen Paperopoli (du denkst es dir schon: so heißt dort Entenhausen) weiter. Daisy ist die Paperina, Oma Duck ist, wie könnte es anders sein, Nonna Papera.

Auch in den meisten anderen Sprachen wird zumindest bei den Hauptcharakteren versucht, sich an das „Enten-Thema“ zu halten. Oft mit dem in der jeweiligen Sprache Ente bedeutenden Wort als Nachname, und dazu meist einer Allegorie als Vorname. So wie Donald Duck eben.

In Dänemark wäre das etwa Anders And oder in Finnland Aku Ankka. Nicht zu verwechseln mit dem schwedischen Kalle Anka.

Auch Superhelden werden nicht verschont

So weit, so gut. Aber machen sich die internationalen Versionen von unserem Duck-Lieblingssuperhelden? Nein, nicht Darkwing Duck, sondern Phantomias, Donalds Alter-Ego, dass aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen keine totale Nase ist, und nachts die Straßen Entenhausens (oder auch sehr kreativ auf Französisch: Donaldville) vom kriminellen Gesindel befreit.

Im Original, das wider Erwarten nicht vom amerikanischen Entenhausen-Mastermind Carl Barks entworfen wurde, sondern von der italienischen Comicautorin Elisa Penna, heißt der dunkle Rächer – Achtung, Überraschung – Paperinik. Also wieder irgendetwas mit Gänsen.

In den Niederlanden wird die heldenhafte Masken-Ente einfach nur Superdonald genannt. Dort müssen die Schurken wohl noch ein bisschen blöder sein, wenn sie, mal abgesehen davon, dass sich Donald bei seiner Verkleidung nicht gerade an Kreativität überschlägt, nicht dahinterkommen, wer sich hinter dieser mysteriösen Identität verbirgt. Liegt vielleicht am legalen Gras.

Boris Boef und Willie Wortel

Befassen wir uns doch noch ein wenig mehr mit den niederländischen Bewohnern von Duckstad, denn da gibt es noch ein paar Highlights. Unser Favorit: Boris Boef. Es gibt einfach Namen, die rein von ihrer Phonetik her so gut funktionieren, dass man sich den beschriebenen Charakter einfach schon vorstellen kann, ohne ihn gesehen zu haben.

Boris Boef, verdammt mit dem will man sich lieber nicht anlegen, sonst gibt’s Beef. Auch gut sind Piet Hein (Goofy), Zwarte Magica (Gundel Gaukeley), und Willie Wortel, der hier als der supersmarte Erfinder Daniel Düsentrieb bekannt ist.SLEAZE + Entenhausen

So, das sollte erst einmal an Fun-Facts reichen. Es gibt natürlich noch viel mehr.

Falls du also mal jemanden kennen lernst, der von sich behauptet, sein Hobby sei Kunstsammeln, und er versucht dich, mit irgendwelchem angeberischen Fachwissen vollzubomben, dann kannst du einfach damit kontern, welche Lustigen Taschenbücher in deinem Regal gereiht stehen.

Und was für ein fundiertes Wissen du über die internationalen Namensverhältnisse der Bewohner von Entenhausen City besitzt. Selbst falls das nicht der Fall sein sollte, wer weiß schon, für was so eine Kenntnis noch einmal gut ist. Bei Wer wird Millionär würde Günther Jauch jedenfalls Augen machen.

Möchtest du dein Wissen noch ausbauen, ist die Seite Duckipedia gerade mit ihren internationalen Namen ein guter Anfang. Viel Spaß, wir sehen uns in Enten- bzw. Gänsehausen.

Simon

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