Stil-Ikone Sean Connery: der ewige James Bond

Stil-Ikone Sean Connery: der ewige James Bond

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SLEAZE + Sean Connery
In Goldfinger: Cool wie immer

Manche Helden sterben nie. Zumindest nicht in den Köpfen ihre Verehrer. Sean Connery gehört ganz sicher zu den Ikonen unserer Zeit, und ganz egal, wie alt er auch wird, er bewahrt stets seinen Stil.

Sean heißt eigentlich Thomas, ist echter Schotte, und geboren in Edinburgh, einer Stadt mit ewig langer Geschichte. Er stammt aus einfachen Verhältnissen, und kannte zu Anfang nichts als Armut und harte Arbeit. Früh entschied er sich, zur Marine zu gehen, doch nach zwei Jahren quittierte er den Dienst.

Weiter ging es mit der Schufterei: Der junge Mann polierte sogar Särge, um sich finanziell über Wasser zu halten. Mit stilvoller Kleidung hatte er in jenen Jahren sicher nichts am Hut, aber vielleicht gab es da schon eine stille Sehnsucht nach Stil in seinem Inneren.

Bodybuilding wurde früh zu Connerys Obsession, Gewichtheben zum täglich Brot. Er begann, als Aktmodell am College zu jobben und mutierte in den Zeichnungen der Studenten bevorzugt zum griechischen Olympioniken oder römischen Soldaten. Dies zeigt bereits, dass ihm eine gewisse Ausstrahlung nicht abzusprechen war, abgesehen vom wohlgeformten Äußeren.

Im Jahr 1950 gelang Sean Connery ein großer Coup. Er wurde schottischer Meister im Bodybuilding und Dritter bei der Wahl zum Mr. Universum (in der sogenannten Tall Men’s Class). Drei Jahre später folgten dann die ersten Schritte auf der Theaterbühne und 1956 das Filmdebüt im Streifen „Die blinde Spinne“. Geradezu gefährlich attraktiv füllte er seine Nebenrolle aus, zwar noch immer blutjung, doch bereits im typischen Gentleman-Stil.

Sean Connery verkörperte den James Bond wie kein anderer

Es kam, wie es kommen musste: Sean Connery hauchte ab 1962 der Rolle des Agenten James Bond Leben ein, und viele Fans meinen noch heute, er sei der beste 007 aller Zeiten gewesen. Dabei wird nicht ganz klar, ob der Charakter nun auf den Schauspieler abfärbte oder andersherum.

Eine kleine Anekdote zeigt, wie sehr der Schotte den smarten Helden auch in der Realität verkörperte: Er begab sich eines Tags in ein italienisches Casino und setzte im Roulette auf die Zahl 17 – und auf nichts anderes.

Zweimal hintereinander gewann er rein gar nichts, doch der dritte Versuch klappte. Connery beließ seinen gesamten Gewinn auf der 17 und gewann noch zwei Mal, bevor er in typischer Agentenmanier verschwand. Er hatte innerhalb von fünf Minuten 27.000 Dollar abgeräumt!

Inzwischen gibt es sogar einen eigenen Ansatz für den Klassiker mit dem Namen „James Bond“: Das James-Bond-Roulette-System funktioniert besonders gut, wenn die Kugel dreimal hintereinander auf der 17 liegenbliebt. Natürlich gibt es auf der ganzen Welt keinen anderen Menschen, der diese Strategie so ausfüllte wie Sean Connery selbst.

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Im letzten Sean-007-Film dabei: Kim Basinger

Connery hat übrigens nie eine Schauspielausbildung absolviert und sich wahrscheinlich auch nicht detailliert mit den mathematischen Roulette-Strategien auseinandergesetzt. Was er anfasst, wird einfach zu Gold, könnte man meinen. Die Rolle des 007 war ihm tatsächlich wie auf den Leib geschneidert, die damaligen Produzenten mochten vor allem Seans Bewegungen und sein Gangbild. Das gehört ohne Frage zu einer echten Stil-Ikone fest dazu: sich bewegen zu können, sodass alle hinschauen!

Diese spezielle Eigenschaft vereint Sexikone Marilyn Monroe, Rockabilly-Star Elvis Presley und natürlich auch den großen Gentleman-Helden Sean Connery. Sie trifft auf Audrey Hepburn zu, ebenso wie auf Marlene Dietrich. All diesen Stars ist es gelungen, auch ohne Abendkleid oder feinen Anzug auszusehen wie aus dem Ei gepellt, allein aufgrund eines kecken Hüftschwungs oder einer galanten Drehung.

Auch die mittelalterliche Kutte konnte seinen Stil nicht verbergen

Den 007-Geruch wurde Sean Connery nie wieder los. Wahrscheinlich sprechen ihn die Menschen auch heute noch auf der Straße mit James Bond an, obwohl er seither viele weitere Rollen verkörperte.

Unvergessen ist bis heute sein grandioser Auftritt in „Der Name der Rose“ (1986), einem Kultfilm, der ihm einen völlig anderen Charakter zuwies. Gehüllt in eine mittelalterliche Kutte löste der Schauspieler hier einen spannenden Kriminalfall und ließ die Zuschauer für kurze Zeit den Gentleman-Agenten vergessen.

In „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (1989) putzte er sich auch nicht besonders heraus, zeigte aber eine gute Portion Humor. Danach folgten die Blockbuster „Wiege der Sonne“ (1993), „Dragonheart“ (1996) und „The Rock“ (ebenfalls 1996).

Verrückterweise kam Sean Connery Anfang der 80er Jahre tatsächlich sogar noch einmal auf James Bond zurück, obwohl er dem Agenten eigentlich abgeschworen hatte. Aber wie heißt es so schön? „Sag niemals nie“! Vielleicht hat Kim Basinger ihn zu diesem letzten Auftritt in der 007-Rolle verführt. Fest steht, dass die Zuschauer ihren Star auch zu diesem Zeitpunkt noch umjubelten.

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Sogar ein Pornobalken steht ihm…

1989 kürte das People Magazine den Schauspieler endlich zum „Sexiest Man Alive“, obwohl seine Fans schon Jahrzehnte früher wussten, dass niemand mehr testosteronhaltigen Charme versprüht als ihr großer Held.

Im Jahr 2000 folgte der Ritterschlag durch Queen Elisabeth II – nichts passte besser zu dem mittlerweile ergrauten, eleganten Herren. Sir Sean Connery lebt derzeit in Andalusien und auf den Bahamas, er genießt seit 2005 seinen Ruhestand. Doch eines ist garantiert: Wer ihm begegnet, wird garantiert noch immer James Bond in den Zügen des alten Mannes entdecken.

Jens

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