Star Wars Nr. 8: Die kontroverse Konserve

Star Wars Nr. 8: Die kontroverse Konserve

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Wie jedes Jahr Weihnachten und Ostern ist, wird seit den vergangenen Jahren auch ein neuer Star Wars in die Kinos anlaufen. Wie dieses jährliche Event das Filmfranchise verändert und was es für seine Gefolgschaft von Fans bedeutet, bringt die aktuell achte Episode Star Wars: Die letzten Jedi diskussionswürdig für das Home Entertainment auf den Bildschirm.

SLEAZE +Star Wars - Die letzten Jedi
„Ist es… Es ist wieder soweit.“

Star Wars ist unverzichtbar für die Filmgeschichte. Nicht nur, wie sich eine innovative Idee zur einer ganzen Serie von Filmen mit markanten Charakteren entwickelte, sondern ebenso die Vermarktung eines Franchises.

In der Vergangenheit fanden neue Star Wars-Filme eher in größeren Zeitabständen ihren Weg. auf die Leinwände / Bildschirme der Erde. Das beschleunigte sich zusehends und erfolgt nun bereits jährlich.

Mit dem inzwischen ewigen Wechsel und Austauschen der Regisseure gerät das Franchise im Hinblick auf kontinuierliche Qualität zusätzlich ins Schwanken. Die Gefahr, dass zu viele Köche die Suppe versauen können, schmeckt man hier (leider) deutlich.

Der neuste Wurf Der Letzte Jedi ist nur eine Zwischenstation in der aktuellen Epoche und wird von Kritikern wie von Fans stark diskutiert und unterschiedlich bewertet. Mit der Veröffentlichung auf BluRay und DVD kann man dieses Abenteuer nun auch Zuhause unendlich mal erleben. Und das taten wir – wenn auch mit Skepsis.

Nicht das Imperium schlägt diesmal zurück, sondern die Erste Ordnung und setzt den Widerstand unter der Führung von (Prinzessin) Leia mit einer Verfolgung unter Druck. Währenddessen versucht Rey auf einer Insel, die Legende Luke Skywalker zu überreden, den Widerstand zu unterstützen und sie in ihren Fähigkeiten auszubilden.

Nach dem Tod von Han Solo und dem Untergang der neuen Republik sind die Karten nun neu gemischt. Wird es diesmal für die Helle Seite wieder gut enden oder erlaubt sich die Dunkle Seite der Macht einen neuen Streich?

Die Problematik mit dem letzten Jedi

Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi wirkt wie ein unpassendes Puzzleteil. Während die anderen sechs Episoden innerhalb ihrer Epoche eine stetige Struktur in der Dramaturgie haben, ist die Fortsetzung von Teil 7 aus dem Jahr 2015 ein Bruch.

Der Bruch wirkt sich nicht nur auf die erzählte Zeit aus, sondern auch auf die charakterlichen und kulturellen Aspekte. Diese sind eigentlich die markanten Werkzeuge, die Star Wars als Universum in einer weit weit entfernten Galaxie ausmachen.

Regisseur Rian Johnson hat sogar selbst behauptet, dass er diesen Film für sich macht und nicht für die Fans. Kaum zu glauben bei so einem Budget.

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„Ob das Krebs erzeugt?“

Die Haltung der Anhänger von Star Wars  zeigen explizit, wie der Film ankommt. Inzwischen wird er mit den gern gehassten Prequels (Episode 1-3) gleichgesetzt. Als Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy die Einführung der Spin-Off-Filme erläuterte, wies sie darauf hin, dass neue filmische Experimente und neue dramaturgische Mittel verwendet werden können, die eigentlich nicht in die Hauptfilme passen.

Mit dieser Episode hat Rian allerdings seine eigene Vision in die Tat umgesetzt und Mittel verwendet, die seinen Film eher als Spin-Off-Film wirksamer gemacht hätten. Somit bricht er die Stringenz in den aktuellen Sequels.

Der Comic-Relief (Humor in ernsthaften Szenen) ist einer dieser Mittel, wodurch Situationen als auch der Film an sich an Ernsthaftigkeit verliert. Bereits in den ersten Minuten bekommt man eine Unterhaltung geliefert, die den Film mehr zu einem Klamauk als zu einem echtem Star Wars macht. Im Vorgänger Das Erwachen der Macht wurden die zu starken Ähnlichkeiten zu den Klassikern bemängelt und trotzdem bleiben sie als Stilmittel erhalten. Möchte man somit die Unzufriedenheit ausreizen? Wenn nicht, sollte man diesen Ereignissen im Film einen besseren Sinn ihrer Existenz geben – vielleicht Reinkarnation oder Nietzsches Zeitverständnis?

Mit der Übernahme von Lucasfilm durch Disney wurden die alten Geschichten außerhalb der Filme und Serien als Legenden eingestuft und sind nun nicht mehr Teil des Kanons. Kanon wird hierbei als fiktionale Wirklichkeit im Star Wars-Universum angesehen. Charaktere und Ereignisse aus Büchern und Videospielen oder auch Schriftstücke mit Erklärungen sind somit nicht wirklich geschehen, also Legenden.

In seinem ersten Star Wars-Film bringt Rian neue Fähigkeiten der Charaktere ein und beweist ihre Logik mit alten Schriftstücken, die eigentlich als Non-Kanon eingestuft wurden. Wo ist nun die Glaubwürdigkeit geblieben? Man entfernt alte Inhalte und erklärt mit ihnen dennoch den Sachverhalt in den aktuellen Werken?

Für einige sind diese Problematiken nicht so greifbar, dennoch erkennt man eine gewisse Störung beim Betrachten des Films. Auch wenn Die letzten Jedi diesen Konflikt trägt, beinhaltet er trotzdem gelungene Momente und strahlt mit spektakulären Aufnahmen.

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„Was wohl im nächsten Teil passieren mag?“

Die Blu-Ray beinhaltet zusätzlich noch eine 90-minütige Dokumentation, die die Stärke der Produktion und den Film beleuchtet. Besonders die letzten Aufnahmen, nicht nur im Film selbst, der verstorbenen Carrie Fisher machen dieses Kunstwerk wertvoll, wenn auch mit einigen Schwächen. Episode 8 spielt mit der Düsternis, den Ereignissen und Wendungen in der Galaxie, voller Helden, Schurken und fiktionalen Wesen auf heiklem Niveau.

Kevin

Titel: Star Wars: Die letzten Jedi
BluRay/DVD: bereits erschienen
Länge: 152 Min.
Genre: Science-Fiction, Action, Abenteuer
Produktionsland: USA
Verleih: Walt Disney

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