Splatter-Orgie mit der Zombie Army

Splatter-Orgie mit der Zombie Army

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Zombies + Nazis – Die Traumkombination

Den ersten Auftritt hatten die Nazi-Zombies bereits im Jahre 1966 mit „The Frozen Dead“. In dem Film geht es um einen Wissenschaftler, der zwanzig Jahre nach Kriegsende versucht, Nazis wiederzubeleben. Dieser Versuch schlägt jedoch fehl, stattdessen erwachen Unmengen von hirnlosen Zombies. Vielleicht hatten diese aber auch von Anfang an kein Hirn. Das würde vieles erklären…. Jedenfalls findet man seitdem sowohl auf den Leinwänden als auch auf dem Bildschirm Unmengen von den nationalsozialistischen Untoten. Doch wie entstand diese recht unorthodoxe Kombination?

Menschen waren schon immer sehr kreativ, was Verschwörungstheorien angeht. Sei es Obama, der ja eigentlich ein Reptil ist (ja, dazu gibt es sogar Seiten) oder auch die These, Paul McCartney sei schon vor Jahren durch einen Doppelgänger ersetzt worden. Irgendetwas lässt sich immer finden, um die sonst so langweilige Wahrheit ein bisschen aufzupeppen.

Bekanntermaßen gibt es auch zur Zeit des Nationalsozialismus‘ einige Theorien und Dokumentationen über die „wahren“ Ereignisse. Hier vermischt sich die traurige Wahrheit der Menschenversuche in den KZs mit Reichsflugscheiben und Superwaffen. Das bietet natürlich ein breites Spektrum, sowohl für Regisseure als auch Spieleentwickler. Mittlerweile treten Nazi-Zombies in Spielen wie Wolfenstein, Call of Duty oder auch South Park: The Stick of Truth, auf. Was uns zur Zombie Army Trilogy bringt.

kettensäge_sleazeZombie Armee hoch drei

Mit Zombie Army Trilogy veröffentlicht Rebellion den dritten Ableger der Zombie-Army-Reihe, dem Spin-off von Sniper Elite. Das Spiel beinhaltet Nazi Zombie Army 1 und das Sequel, welche beide 2013 auf den Markt kamen. Diese wurden, so gut es geht, an die heutigen Verhältnisse in Sachen Gameplay und Grafik angepasst. Ein Unterschied zum dritten Teil ist jedoch durchaus noch zu erkennen. Statt aus den drei Spielen ein simples Bundle zu machen, wurden die Teile in Episoden gepackt.
Typisch für das Nazi-Zombie-Genre fällt die Geschichte eher flach aus. Hitlers letzter verzweifelter Versuch, den Krieg zu gewinnen: mittels eines seltsamen Relikts will er eine Armee von Zombies beschwören. Euer Ziel ist es also, dieses Relikt zu finden und den kleinen bärtigen Österreicher zu töten.Wenn die zwei Worte „Nazi“ und „Zombie“ in einem Spieltitel fallen, sollte man schon wissen woran man ist. Das Spiel nimmt sich selbst nicht allzu ernst, dementsprechend darf man hier nicht mit einer Triple-A-Geschichte oder herzzerreißenden Vergangenheiten des Protagonisten rechnen. Hab also einfach ein bisschen Spaß während du dich im düsteren, von Untoten heimgesuchten Berlin den Weg freiballerst.

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Die Charaktere bieten eine nette Abwechslung, einen richtigen Sinn haben diese aber nicht.

Zur Auswahl stehen euch acht Charaktere, politisch korrekt verteilt auf vier Frauen und vier Männer. Jeder von ihnen hat seine Hintergrundgeschichte, die in ein paar knappen Zeilen erzählt wird. Obwohl jeder Charakter eine kleine „Spezialisierung“ hat (Fallenleger, Scharfschütze usw.), konnte ich bis jetzt keinen Bonus im Gameplay feststellen. Zumindest wird er nicht konkret genannt. Überrascht war ich von der recht vielfältigen Auswahl an Sprengstofffallen für unsere verwesenden Freunde. Dynamit oder auch Stolperfallen frischen die Kämpfe ein wenig auf . Leider kann man diese nur recht selten in das Spiel einbinden, es gibt zu wenige Strategie-Möglichkeiten. So steht man meist in einer Ecke, während aus verschiedenen Spawn-Punkten eine Vielzahl von Zombies stürmen. Vereinzelt sind diese kein Problem, schaltet man sie jedoch nicht schnell genug aus, muss man sich mal eben zehn Zombies auf einmal stellen. Im Kampf findet man sich also, egal in welcher Mission, immer im gleichen Rhythmus wieder. Gehe zu Punkt A, überlebe Welle 1/2/3, gehe zu Punkt B, überlebe Welle 1/2/3 …

Was im Kampf an Vielfalt fehlt, macht Rebellion bei der Anzahl der Gegner wieder wett. Hier kämpft man gegen Zombie-Beschwörer, Zombie-Bomber oder auch Skelette, die außer einem Herzen leergeräumt wurden. Manche Zombies sind leicht bekleidet, andere sind durch dicke Stahlpanzerung nur sehr schwer zu töten. Dass die Rechtshänder-Zombies kein Hirn besitzen, merkt man unter anderen an der KI. So bleiben die Zombie-Bomber oftmals an Gebäuden hängen und sprengen ihre gammeligen Freunde hoch, bevor sie es überhaupt bis zum Charakter schaffen. Wenn das der „Führer“ sehen würde.

Bezüglich der Bewegungsfreiheit der Spieler scheinen die Entwickler ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein. Abgesehen davon, dass jeder zweite Titel mittlerweile eine (manchmal recht unnötige) offene Welt besitzt, sollte man dem Spieler hier schon mehr Möglichkeiten einräumen. Oftmals bin ich auf Sackgassen und unsichtbare Barrieren gestoßen, die durch einen dicken Nebel verschleiert wurden. Ein wenig mehr Erkundungsmöglichkeiten und Strategie hätte dem Gameplay größere Vielfalt geboten. Dennoch bieten die Karten selbst viel Abwechslung. Vom Leichenwald über die U-Bahn der Hölle (ähnlich wie die U8 im Berufsverkehr) bis hin zum Bunker des kleinen Österreichers.

sleaze_zombiearmytrilogyZombie-Fatality und Geschnetzeltes

Wenn man schon ein Spin-Off von einem Spiel namens „Sniper Elite“ produziert, sollte man auch dementsprechend Features enthalten. Zombie Army Trilogy bietet dem (bitte nur am Bildschirm) heranwachsenden Snipern eine schöne Kill-Cam, inklusive „tiefe Einblicke“ unser übel riechenden Freunde durch X-Ray-Funktion. Erzielt man einen sauberen Schuss aus weiter Entfernung, bekommt man so einen epischen Killcam-Moment inklusive Blut und Knochenbrüche. Die Aufmachung erinnert mich an eine Kombination aus Skyrim und Mortal Kombat. Auch ohne Scharfschützengewehr kann man Spaß haben. So reagiert der Körper der Zombies auf die bestimmten Einschussstellen, die ihn treffen. Das Ganze nennt sich „Zombie Dismemberment“, auf Deutsch mal wieder sehr puristisch „Zombie-Verstümmelung“. Da fliegt einem dann schon mal das ein oder andere Körperteil um die Ohren. Das Ganze macht auf jeden Fall eine Menge Spaß, wenn auch mit einem sehr stumpfen Hintergrund. Umso bedauerlicher ist es, dass die Texturen und das Blut oft sehr pixelig und matschig wirken. Gespielt habe ich das Ganze auf meiner PlayStation 4, ausgesehen hat es jedoch eher wie eine PS3-Version. Neben der Einzelspieler-Kampagne bietet Zombie Army den Multiplayer-Modus „Horde“. Dieser ist ein Koop-Modus für 2 – 4 Spieler mit dem simplen Ziel, alle Zombies zu töten und zu überleben. Die Auswahl fällt mit nur fünf Maps jedoch recht bescheiden aus.

zombiearmy_sleaze_kampf
Für einen Abend mit Freunden oder zum Abschalten reicht es allemal
Fazit

Zombie Army Trilogy bietet weder im Gameplay noch grafisch eine Erneuerung für 3rd-Person-Spiele. Zum Abschalten nach der Arbeit, Uni oder Schule reicht es völlig aus. Mit den 25 verschiedenen Waffen und acht Charakteren hat man einiges zum Spielen. Eine Immersion, was Charakter oder Geschichte betrifft, findet man hier jedoch nicht. Dafür ist das Spiel laut Entwickler aber auch nicht ausgelegt. „Habt einfach ein bisschen Spaß mit euren Freunden und tötet ein paar Zombies.“

Anne

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