Splash 2019 – Im Energiekessel

Splash 2019 – Im Energiekessel

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Respekt, Splash 2019! Dieses Jahr hast du wieder einmal voll überzeugt. Und das, obwohl ich anfangs mit dem Lineup gar nicht so viel anfangen konnte. Ein begeisterter Rückblick auf die 22. Ausgabe des wichtigsten deutschen Hip Hop Festivals.

SLEAZE + Splash 2019
Am Anfang langweilte sich der Hirsch noch…

Es begann mit Verwirrung. Das Festival geht von Donnerstag bis Samstag? Stimmt das wirklich? Ungewöhnlich für ein Festival, nicht bis Sonntagnacht zu laufen, aber im Nachhinein eine sehr coole Idee.

So konnte man den Sonntag zum Ausklingen nutzen (und sicherlich einige auch zum Auskatern) und war Montag wieder ready to Geldverdienen. Außerdem ist der Donnerstag für echte Partytiere schon immer der beste Tag zum Feiern gewesen. Ergo: Pluspunkt 1!

Dann war der Zuschauerstrom besser geleitet als in den Vorjahren. Zumindest wirkte es fast nie übervoll, obwohl das Festival nach eigener Aussage mit 30.000 Gästen mehr Zuschauer hatte als die Jahre davor. Ob das an der Aufteilung der Bühnen lag oder ein besseres Timing der einzelnen Acts – schwer zu sagen.

Kommen wir zum Wichtigsten: Lineup ziehen

Neben der Location und der Orga kommt es natürlich vor allem auf die Künstler an. Ferropolis mit seinen alten, riesigen Baggern am Gremminer See ist natürlich immer wieder eine atemberaubende Bühne, auch ohne Festivals.

SLEAZE + Splash 2019
Das änderte sich dann leicht…

Die alten Hasen um die einstige Intro-Crew, die jetzt unter dem Namen Goodlive firmieren, haben natürlich die Orga professionell wie immer gestemmt. Wer sich davon noch überzeugen möchte, muss nur kommendes Wochenende zum Melt fahren (das übrigens in bewährter Fr-bis-So-Platzierung).

Also das Lineup: Auch wenn es schade ist, dass von den wortwörtlich alten Hip-Hop-Legenden nun wirklich gar keiner mehr dabei war, so ist es doch immer wieder fett zu sehen, wie viel Energie noch immer in dieser Musikrichtung steckt.

Ob das nun Luciano, die Suicideboys oder auch Saint Jhn waren – es war Party pur. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Moshpits gesehen. Doch am meisten beeindruckt hat Ufo361. Oder genauer: das Publikum. Vergiss Energydrinks, Kaffee und Koffeintabletten. Wenn das Ufo landet, hast du genug Energie.

Das wurde dann sogar noch getoppt durch die Kollabo von Ufo361 mit dem aktuellen Überflieger Future. So ein gemeinsamer Auftritt wie des Berliners mit dem Ami gab es nach Aussage des Splash noch nie in der Geschichte des Festivals, auch wenn man ehrlicherweise sagen muss, dass es mehr eine Ufo361-Verlängerung mit Future-Beat war als wirklich eine echte Kollabo. Aber egal, der Kessel war am Überkochen!

Es fehlten die anderen Elemente!

Übrigens: Die angesprochenen Moshpits gab es früher NIE im Hip Hop. Da wurde der Kreis freigeräumt für die Bboys. Und das ist der einzige Wermutstropfen beim Splash 2019. Den restlichen Hip-Hop-Elementen wurde nicht viel Freiraum geboten.

DJing gab es noch ein bisschen abseits in „The Corner“. Graffiti-Wände standen fast schon etwas pseudo-mäßig im Eingangsbereich. Das sah aber eher nach Deko als nach echtem Life-Sprayen aus. Breakdancing und Beatboxing haben wir gar nicht gefunden.

Da sich diese Musikrichtung so schnell weiterentwickelt, ist das vielleicht auch gar nicht verwunderlich. Über Grime spricht keiner mehr, und selbst das unsägliche Autotune scheint – ENDLICH!!! – abzuflauen. dafür ist Cloud Rap und (noch immer) Trap in aller Munde.

SLEAZE + Splash 2019
Traum-Location!

Das ist das Schöne am Hip Hop. Es bietet eine endlose Wandlungsfähigkeit. Und so sind wir denn auch schon gespannt auf Ausgabe 23 in 2020. Denn unser Motto Nach dem Splash ist vor dem Splash gilt noch immer! Doch erstmal: Danke, Splash 2019! Es war ein Fest!!

danilo

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