Spaß an der Sache – Die Donots im Interview

Spaß an der Sache – Die Donots im Interview

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Der 16. April 1994 ist ein denkwürdiges Datum im Leben der Donots. An diesem Tag feierten sie ihr Bühnendebüt in einer Scheune in ihrer Heimatstadt Ibbenbüren. 1995 folgten gemeinsame Konzerte mit Blink 182, Propagandhi, No Fun At All, Terrorgruppe und No Use For A Name. Danach ging alles Schlag auf Schlag. Heute, rund 20 Jahre später, sind der Erfolg und die Spielfreude der Donots ungebrochen. Bassist Jan-Dirk Poggemann stand Sleaze Rede und Antwort.

Wake the dogs“ – so lautet der Titel eures neuen Albums. Das 9. Album im 19. Bandjahr, wohlgemerkt. Wie war das noch mit den schlafenden Hunden, die man nicht wecken sollte?

 Und deswegen erst Recht! Weil es das 19. Bandjahr ist und weil man schlafende Hunde eigentlich nicht wecken sollte! Nee, ganz im Ernst, wir sind wahnsinnig stolz auf das Album. Ich denke wir haben uns wieder ein ganzes Stück weiter entwickelt, indem wir ausschließlich auf unseren Bauch gehört und nur das gespielt und aufgenommen haben, was uns gekickt und Spaß gemacht hat. Wir haben auf den letzten Konzerten schon einige der neuen Songs ausprobiert und es hat sehr gut geklappt. Da haben wir schon den ein oder anderen Hund wecken können und keiner hat gebissen!!

Von „Wake The Dogs“ gibt es auch eine Version mit Tilda, der kleinen Tochter eures Schlagzeuger Eike. Wird sie auch auf Tour mit dabei sein?

 Polly und Tilda haben uns schon oft auf Tour besucht und sich ganz interessiert den Soundcheck angeguckt. Ist ja schon spannend, was der Papa da auf der großen Bühne so macht. Für eine ganze Show sind die Kids noch zu jung, aber wenn das so weiter geht, singt Tilda bald bei uns im Background. Oder wir tauschen Ingo einfach komplett aus, vielleicht merkt’s ja keiner.

 Die Donots gibt es seit mittlerweile fast 20 Jahren. Was ist euer Geheimnis um die Flamme am brennen zu halten?

So doof und einfach es klingt, so wahr ist es. Wir versuchen bei aller Professionalität und Ernsthaftigkeit den Spaß an der ganzen Sache nicht zu verlieren. Die Leute haben mit uns Live Spaß, weil sie sehen, dass wir jeden Abend richtig Bock haben da oben zu stehen. Und das überträgt sich auf das Publikum. Das ist unglaublich wichtig. Selbst wenn es Dir schlecht geht, Du krank bist oder verkatert, die Bühne ist die beste Medizin der Welt. Spätestens nach dem dritten Song ist alles wieder in Butter!!

 Es heißt, dass es von eurer ersten Demo 1994 gerade mal 30 Stück gab und ihr sie eigenmächtig an Freunde und in der Schule verkauft habt. Haben es Bands heutzutage in Zeiten von Facebook und Co leichter ihre Musik zu vermarkten?

Klar ist es einfacher geworden seine Musik weit (sogar weltweit) zu verbreiten. Das gab es damals nicht. Man hat Demo Tapes gemacht um sie in Jugendzentren etc. abgeben zu können, damit die wissen wie man klingt bzw. was man (nicht) kann. Und wenn Du Glück hattest, gefiel den Leuten das und sie haben einen bei sich spielen lassen. Das hat sich schon alles ganz schön gewandelt in den letzten Jahren. Ich wundere mich immer über die Frage von Nachwuchsbands: „Wie seid ihr berühmt geworden?“ Das ist der völlig falsche Ansatz. Man muss Spaß haben an dem was man tut, man muss Bock haben sich den Ar… darf ich Arsch sagen? Arsch aufzureißen um die eigene Sache so weit wie möglich zu verbreiten und dafür muss man live spielen so viel es geht!! Alles weitere kommt dann von allein.

Alles brodelt und es fühlt sich so an, als wenn 2012 DAS Donots Jahr wird. Die Zeit ist reif.“ So lautet ein O-Ton eures Sängers Ingo. Wenn 2011 aber schon das erfolgreichste Jahr eurer Bandgeschichte war, wie und in welcher Hinsicht soll das 2012 getoppt werden?

Ach, da haben wir noch einiges in petto. Der größte Unterschied ist natürlich dass wir 2011 kein Album rausgebracht haben. Ich freue mich schon so dermaßen auf die ersten Konzerte zur neuen Platte. Wir haben vor kurzem für das herrliche online Portal Tape TV die Rubrik „Über den Dächern“ aufgezeichnet, wo wir einige der neuen Stücke in akustischen Versionen gezockt haben. Allein das hat schon einen riesen Spaß gemacht. Dann spielen wir spitzen Festivals dieses Jahr: Rock am Ring/ Rock im Park, den Telekom Streetgig mit Lagwagon und Refused, das Area 4 Festival und und und. Außerdem wird es wieder mal nach Japan gehen dieses Jahr, denke ich. Das ist alles ganz schön spannend!!

Vor vier Jahren habt ihr euer eigenes Label „Solitary Man Records“ gegründet. Für „Wake the dogs“ habt ihr nun einen Vertrag mit Universal Music abgeschlossen. Was waren die Beweggründe und ist diese Tatsache auch (mit) ein Grund für eure 2012-Euphorie?

Als wir bei den Aufnahmen zu Wake The Dogs waren, haben einige Labels angeklopft und starkes Interesse bekundet. Wir haben aber gesagt dass wir zunächst in Ruhe das Album fertig machen wollen. Als es fertig war sind wir dann mal los. Die Labels haben sich angehört was wir aufgenommen haben und wir haben uns angehört wie eine Plattenfirma denn gerade so unsere Position einschätzt und wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Wir haben verdammt lange abgewogen und überlegt. Letztendlich wussten wir aber, dass wir es noch einmal alleine kaum schaffen würden und dass wir uns bei Universal sehr gut aufgehoben fühlen.

Ist da nicht auch ein gewisser Erfolgsdruck da und wie geht ihr damit um?

Ach wir stellen da schon genügend Ansprüche an uns selber. Gleichzeitig nehmen wir den ganzen Zirkus aber auch nicht zu ernst. Wie ich Anfangs gesagt habe, ist für und der Spaß und das gute Gefühl sehr wichtig, da hat Erfolgsdruck nichts zu suchen.

Alle sollten viel mehr Thees Uhlmann hören. Punkt.“ – so lautet einer eurer Facebook Posts. Wieso sollten wir das tun?

Erstmal ist Thees einfach einer der geilsten Typen, die es gibt, punkt aus. Außerdem macht er gute Musik, grandiose Texte und wenn dann auch noch so ein geniales Video wie das zu „Das Mädchen von Kasse 2“ dabei rauskommt, ist doch alles gesagt…

Was hören die Donots außer Thees noch gerne? Und was überhaupt nicht?

Das ist bei allen sehr verschieden. Ich zum Beispiel habe heute den neuen Face to Face Newsletter bekommen, in dem steht, dass F2F in den Staaten eine Akustik-Tour machen, auf der sie ausschließlich die Songs von der „Ignorance is Bliss“ Platte spielen. Aaaargh, wäre ich da gern dabei, da musste ich erstmal 2-3 Frust-Kaffees trinken. Alex dagegen wird bei „in da club“ vom ollen 50 Cent ganz wuselig…das ist schonmal ne Brücke, die muss erstmal geschlagen werden!

Wo seht ihr euch nach weiteren 20 Jahren bzw. wie wird das 40-jährige Donots-Bandjubiläum gebührend zelebriert?

Ach bis dahin haben Eikes 6-10 Töchter das Donots Zepter übernommen und wir hören uns auf der Ehrentribühne sitzend die 2030er Remix-Version von „Ekkedokks“ an!

Keine Ahnung, wir werden sehen…alles frei nach dem Motto:

Alles kann, nix muss…aber vor allem kann alles!

Macht ihr euren Traum von einer Hundepension wahr oder hüpft ihr wie die Rolling Stones als Rock-Opas über die Bühne?

Man kann ja auch beides machen…das wäre doch der perfekte Ausgleich! Herrlich, wenn ich drüber nachdenke will ich das jetzt schon!!

Katharina

 

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