Nicht-Solo: ein Star-Wars-Märchen

Nicht-Solo: ein Star-Wars-Märchen

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SLEAZE + Solo
Eine enge Freundschaft entsteht: Han und Chewbacca

Das Jahr 2018 beschert uns mit dem zweiten Spin-Off der Star Wars-Reihe ein galaktisches Abenteuer, trotz Turbolenzen während des Flugs im Millennium Falcon und – wie immer – kritischen Blicken der Fangemeinde. Wie der Name schon verrät, geht es um niemand Geringeren als Han Solo.

Disney bringt nun also die Vergangenheit des „Halunken“ auf die Leinwände. Kein neues, aber doch immer wieder ein riskantes Spiel, die Mystik aus legendären Charakteren zu nehmen, den Scheinwerfer auf ihre Vergangenheit zu legen und deren persönliche Geschichte teilweise sogar neu zu interpretieren.

Nach dem erfolgreichen ersten Spin-Off Rogue One und der ebenso erfolgreichen, aber eher kontroversen Episode 8: Die Letzten Jedi möchte man die Erfolgsschiene weiter fahren. Klappt es mit Solo: A Star Wars Story diesmal wieder oder bekommt der Millennium Falcon seine ersten Risse bereits beim Start?

SLEAZE + Solo
Im Millennium Falcon – nur in hübsch.

Mit rebellischem Verhalten und eigensinnigen Methoden versucht Han, aus der Unterwelt Corellias zu entkommen. Nach dem Scheitern in der Flugakademie des Galaktischen Imperiums findet er sich als Bodeneinheit in einer Schlacht wieder.

Dann lernt er Tobias Beckett kennen und findet in ihm eine Art Mentor, was zu einem Abenteuer in die unterschiedlichsten Welten der Star Wars-Galaxie führt – mit interessanten Charakteren und der ein oder anderen Überraschung. Dieses Abenteuer lässt ihn zu dem Mann reifen, den wir in Eine Neue Hoffnung (Episode 4 aus dem Jahr 1977) kennen gelernt haben.

Neue und alte Helden

In seinem „Solo-Abenteuer“ kreuzt er den Weg mit unterschiedlichen Wesen und Figuren, die dem ein oder anderen Filmliebhaber bekannt sein dürften. Relevante Begegnungen sind vor allem mit Chewbacca und Lando Calrissian, Legenden der klassischen Trilogie.

SLEAZE + Solo
Auch Lando Calrissian erhält seine Vorgeschichte

Dies ist eine gute Möglichkeit, die Freundschaft und Beziehung zu ihnen erklären zu können. Neben bekannten Erscheinungen treten ebenso neu entworfene Charaktere ins Bild, die für den Protagonisten hin und wieder eine Herausforderung sind.

Mit der reichhaltigen Auswahl an Charakteren erlaubt sich das Spin-off genau wie bereits in Rogue One (2016), eine eigene Geschichte zu entwickeln. Sie sind eigentlich die Begleitung des Protagonisten, hierbei allerdings stehlen sie Han Solo eher die Show. Man zielt mehr darauf, sich mehr Gelegenheiten für weitere Erzählstränge offen zu halten. Die Übersicht kann so einerseits für den Zuschauer dadurch schnell verloren gehen, andererseits steigt dafür aber das Interesse an dem Film.

Klassischer Star Wars trifft auf modernen Western

Die Art und Weise, wie die neuen Star Wars-Filme erzählt und erzeugt werden, wirkt sehr modern und innovativ für dieses Franchise. Bei Han Solos Geschichte kommt das alte Gefühl zum Vorschein, das man hatte, wenn man zum ersten Mal eine klassische Episode sieht.

Der neue Film erreicht eine dramaturgische Ebene, die abenteuerlicher, schmutziger und temporeicher angelegt ist als die letzten Werke von Disney. Dennoch erlaubt man sich, gut inszenierte Ideen einzubauen um somit für unvorhersehbare Ereignisse zu sorgen.

SLEAZE + Solo
Galaktischer Western in Star Wars

Solo: A Star Wars Story ist kein richtiger Star Wars, sondern eine Geschichte, die in diesem Universum spielt und dadurch die Möglichkeit hat, mit Strukturen und der Ästhetik zu spielen.

Sehr angeschlagen wird die Erwartungshaltung, wenn man weiß, was für Probleme in der Produktion herrschten. Während der Dreharbeiten kam es zu einem Wechsel auf dem Regie-Stuhl und Ron Howard bekam den Auftrag, den Film zu retten – was ihm auf jeden Fall gelungen ist. Weitere Schwierigkeiten mit Alden Ehrenreich sind letztendlich nicht so offensichtlich, wie man es zuvor befürchtete. Da hat Harrison Fords Unterweisung doch noch Wirkung gezeigt.

Letztendlich kommt mit Solo: A Star Wars Story ein wirklich überraschender Film und überzeugt trotz Strapazen. Wer Interesse an der Vorgeschichte von Han Solo oder allgemein Lust auf ein galaktisches Abenteuer hat, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Star Wars-Fanatiker brauchen eh keine Einladung, denn der neue Star Wars wird in aller Munde sein und das Franchise kräftig durchschütteln.

Kevin

Titel: Solo: A Star Wars Story
Genre: Science-Fiction, Abenteuer, Action
Länge: 135 Min.
Kinostart: 24. Mai 2018
Produktionsland: USA
Verleih: Disney

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