Kiten ist toll, aber Snow-Kiten…

Kiten ist toll, aber Snow-Kiten…

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SLEAZE.Snow-Kiten4Ein verschneiter, unberührter Hang. Sonne, Wind, ein Snowboard und ein Kite-Schirm. Die Jungs vom Flysurfer-Team brauchen im Winter nicht viel zu ihrem Glück. Fern von überfüllten Pisten und unabhängig von überteuerten Liftanlagen gleiten sie über die Schneefelder, fahren talwärts und wieder bergauf. Sie heben bei jedem Kicker und Felsvorsprung ab, greifen das Board und segeln etliche Meter durch die Luft, bevor sie wieder sanft im Schnee landen. Kein Hang zu steil, keine Klippe zu tief – auch wenn das etwas nach einem Werbeclaim klingt.

Im ganzen Gebiet zwischen Norwegen und der Schweiz tun sich durch diese Sportart nicht nur im Hochgebirge ungeahnte Möglichkeiten auf. Snow-Kiting ist eine recht neue und einzigartige Methode, sich auf dem Schnee fortzubewegen. Wo das Snow-Kiting auf einem zugefrorenen See schon eher dem konventionellen Kite-Surfing ähnelt, geht es auf dem Berg so richtig ab. Das beweisen auch die tollen Videos (1,2,3,4)des Flysurfer-Kollektivs, bei denen sie die atemberaubendsten Snowskite-Spots in den französischen und Schweizer Alpen zeigen. Ebenso kann man auf ihrer Internetseite vieles über das Kiten lernen – und natürlich ihre Produkte sondieren. So wie der kürzlich erschienene Speed4 Lotus, eine Air-Style-Maschine, die dich ordentlich auf Höhe bringt.
Um mehr über die Sportart und ihre Fans zu erfahren, konnte SLEAZE mit Yannick Schwickert, dem in Düsseldorf wohnenden Teamleader des Flyersurfer-Teams und professioneller Kitelandboarder, auf den Zahn fühlen.

SLEAZE.Snow-Kiten1
Yannick hängt lässig ab.

Die Möglichkeiten, die man mit einem Kite-Schirm hat, scheinen grenzenlos. Welche gefällt dir am besten?
Es ist schwierig, wenn ich mich auf einen Bereich festlegen müsste. Das Gesamtpaket ist es, was den Kite-Sport wirklich einzigartig und zur einer All-Season-Sportart macht. Im Sommer geht es aufs Wasser und aufs Landboard und ist der Schnee da, geht es die Berge hoch!

Reicht es dir, von deiner Passion, dem Kiting, zu leben?
Nein, es würde definitiv nicht reichen, um vom Kiten zu leben. Ich habe es aber auch nicht versucht. Ich bin sehr froh, dass ich neben meinem Beruf als Physiotherapeut genügend Zeit finde, um neue Orte mit genügend Wind zum Kiten zu finden. Ohne meine Sponsoren, die mich tatkräftig dabei unterstützen, wäre dies natürlich nicht so leicht machbar.

Wie bist du zum Snow-Kiting gekommen und was ist das Spezielle an dieser Art des Kiting?
Zum ersten Mal ging es für mich 2005 mit dem Kite in den Schnee. Vorher hatte ich noch nie Winterurlaub gemacht und nur einen halben Tag in der Skihalle Neuss geübt. Damals noch auf Ski und mit Handle-Kites. Jetzt mit Snowboard und Depower-Kites. Faszinierend am Snowkiten ist die grenzenlose Freiheit und Weite, die wir nutzen können. Ist es kalt genug und der Schnee hoch genug, gibt es einen riesigen Spielplatz. Berge rauf und runter, Vollgas auf dem Acker oder einfach nur entspannt im Tiefschnee carven. Alles hat natürlich seinen ganz eigenen Reiz.

Was verbirgt sich hinter dem Flysurfer-Team?
 Unser Team ist über den ganzen Globus verteilt. Ganz nach dem Motto „Everyday is a Kiteday“ lebt jeder den Sport auf seine ganz persönliche Weise aus. Aber im Team sind wir dennoch eins. Spaß, Power, aber vor allem auch ein enormer Wert auf Qualität und Sicherheit steht bei uns an erster Stelle. Wir haben eine große Palette an Produkten, um in allen Bedingungen das Bestmögliche bieten zu können. Egal ob blutiger Anfänger oder Vollprofi. Natürlich kann das Material bei jedem unserer Teamrider ausprobiert werden. Tipps und Tricks zum bestmöglichen Eintritt in den Sport inklusive.

Eure Trips haltet ihr in Filmen fest. Wie sind diese Ausflüge im Team, auf was achtet ihr?
Die meisten unserer Teamfahrer halten ihre Erlebnisse oft selbst mit eigenem Film- und Fotomaterial fest. Da alleine zu kiten meist nicht so viel Spaß macht, sind wir natürlich überwiegend zusammen auf Tour. Bei uns ist jeder herzlich willkommen, seine Fragen an uns zu richten. Entweder auf den verschiedenen Events am Flysurfer-Zelt oder direkt über das Internet.

Was war bisher dein Favorit unter den Snow-Kite-Spots, die ihr besucht habt?
Mein absolutes Highlight in Sachen Snowkiten ist Haugastol in Norwegen. Bisher habe ich keinen vergleichbaren Spot besucht. Die verschiedenen Spots sind dort extrem abwechslungsreich und riesig. Jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken. Bei uns im Flachland ist das Thema Snowkiten eher bescheiden. Wir haben aber schon ein paar coole Wiesen gefunden und warten jetzt nur auf einen kalten, schneereichen Winter.

Kann jeder, der Snowboard fahren kann, sich einfach einen Schirm umspannen?
Wer Snowboard fahren kann, ist klar im Vorteil und lernt schneller, da er sich nicht direkt auf die Kontrolle des Kites und das Fahren zusammen konzentrieren muss. Allerdings ist es immer wichtig, dass man seine ersten Erfahrungen im Kite-Sport mit ein paar Trockenstunden an einem Trainer-Kite probiert. Danach richtet sich alles nach dem Fortschritt des Lehrlings. Je nach sportlicher Begabung ist man bereits nach ein paar Stunden in der Lage, die ersten Spuren durch den Schnee zu ziehen.

Wie sieht dein Winter dieses Jahr aus? Auf was freust du dich?
Da der Winter im letzten Jahr bei uns eigentlich eher ein langer Herbst war, hoffen wir dieses Jahr auf Schnee. Dann möchten wir bei uns in der Umgebung ein paar Spots ausprobieren. Wird daraus nichts, dann müssen wir wieder in höhere Lagen ausweichen. Dann werden wir als nächstes wohl die Wasserkuppe oder den Feldberg ansteuern. Die Schweizer oder französischen Alpen sind natürlich auch immer eine Option. Mal schaue,n wo der Wind uns hin weht.

Jonathan

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