SLEAZE trifft…Fat Joe

SLEAZE trifft…Fat Joe

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Fatter Style: Fat Joe in einer seiner Lieblingsrollen.

Schmalspur-Rapper gibt es wie Sand am Meer. Von Fat Joe aka Joseph Antonio Cartagena bekommt man jedoch das ganze Paket. Dank eines guten Timings und sehr guten Produzenten brachte Fat Joe 1993 sein Debütalbum „Represent“ raus. Die enge Bindung zur Hip-Hop-Kultur blieb, sein soziales Engagement und seine respektierte Stellung als Pate der Bronx steigerte sich. Als einer der ersten ernsthaften Latino-Rapper von der Ostküste baute er seinen Erfolg aus. Das Ergebnis: zehn Studioalben, darunter mehrere Posse-Platten mit seiner Terror Squad und der D.I.T.C-Crew. Obwohl er mit seinen Songs jüngeren Datums ein wenig zu sehr dem Jiggy-Style frönt, so ist er immer noch Fat Joe. Street Life, Eastcoast-Beats und Mafia-Anspielungen prägen bis heute die Werke des Puerto Ricaners.

Als Melting Pot nach Snoop Dogg nun Fat Joe für eine Show im Berliner Asphalt Club verpflichtete, wurden wir sofort Medienpartner und sneakten uns vor dem Auftritt für ein paar schnelle Fragen zu ihm.

Was magst du am liebsten an Berlin?

Ich bin immer wieder mal in Deutschland. Berlin ist DIE große Stadt für mich. Die Berliner schaffen es immer wieder, Leute aus der ganzen Welt nach Berlin zu bringen und sie hier zu vereinen. Ich liebe es.

Melting Pot schafft es immer wieder, große Acts in verhältnismäßig kleine Clubs zu bringen, welche vor einer kleinen Crowd ihre Show abliefern. Magst du das?

Yeah, es ist intimer. Im kleinen Rahmen sehe ich mehr wie die Szene geht, wie die Leute auf mich und die neuen Songs reagieren. Ich bin näher am Vibe der Fans. Aber so ist letztendlich auch das Geschäft. Wir sind viel in Clubs. Wir machen auch große Clubs wie das Neverland vor zwei Wochen, wo wir vor 4.000 Leuten gespielt haben. Das Wichtigste ist, das man seine Gigs immer und überall ernst nimmt.

Bist du nur für diesen Gig nach Europa geflogen?

Nein. Wir haben morgen noch eine Show vier Stunden von Berlin entfernt, dann geht’s direkt weiter bis nach Mailand und dann zurück in die USA. Wir sind nur zwei Wochen hier, machen einige Shows, fühlen den Vibe mit den Fans und gehen wieder zurück.

Kann man so einen kleinen Europaausflug mit einer großen Tour vergleichen oder gibt’s da Unterschiede?

Ja das ist ein großer Unterschied. Jetzt bin ich nur gerade schnell mal hier, um die paar Shows zu rocken. Sonst würde ich mit zehn Koffern ankommen. Ja, alles wäre dann ein viel größerer Deal.

Bekommst du auch mehr Feedback von einer größeren Crowd?

Nein, weißt du, ich bin ein Performer. Ich liebe es, meine Fans und die Musik zu spüren. Egal, ob es in einem großen oder kleinen Rahmen ist. Ich hab schon Shows vor zehn Leuten gemacht und wir hatten Spaß als wären Hunderttausende da gewesen. Mein Traum ist wahr geworden. Ich hatte nichts, kam aus der Bronx und jetzt leb ich seit etlichen Jahren von der Musik. Wenn zehn Leute auf dieser Welt mich und meine Shows fühlen und meine Lyrics rumschreien können, macht mich das schon überglücklich.

Du bist seit über 20 Jahren im Business. Gibt es Momente, wo du ein wenig genug von allem hast?

Nicht unbedingt. Musik ist mein Leben, ich liebe es. Darum bin ich nie aus dem Musikgeschäft ausgestiegen. Ich genieße es mehr denn je. Meine Familie ist immer an erster Stelle, doch dann kommt direkt die Musik. Sei es zu produzieren oder vor den Fans zu spielen. Alles, was mit Hip Hop zu tun hat, genieß ich echt sehr.

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Representing. SLEAZEL Yo Nathan mit Fat Joe.

Oft nehmen Fans das in Rapliedern glorifizierte Gangster-Dasein zu ernst und nehmen dies als Vorbild für ihr eigenes Leben und Verhalten. Was sagst du dazu?

Diese Leute lassen sich durch Musik zu schnell manipulieren, sie sind schwach. Das ist ja nicht die Realität, das ist nur Musik. Es ist nicht mehr als eine Szene in einem Film. Wenn wir jetzt alle den Paten schauen, heißt das noch lange nicht, dass wir uns nachher mit der Mafia anlegen, oder?

Was planst du in der Zukunft?

Morgen kommt die neue Single Stressin‘ von mir mit Jennifer Lopez raus. Sie kommt auch aus New York und wir sind beide aus Puerto Rico. Wir verstehen uns sehr gut und ich genieße die Zeit mit ihr sehr.

Du hast damals den Latin mit in den Hip Hop gebracht. Hattest du aufgrund deiner Herkunft oder Hautfarbe jemals Probleme?

Nein. Für mich geht es nur um Musik. Ist die Musik gut, ist es egal wer sie macht. Für mich ist Musik wie eine Religion. Wir leben, essen und schlafen Hip Hop, egal ob du weiß oder schwarz bist. Hast du die Leidenschaft, wirst du Erfolg haben. Es ist was es ist – Sky is the limit.

Jonathan

Fotos: Peter Schings

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