Sleaze Platten

Sleaze [+] Platten

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Eine neue Woche, eine neue Runde Sleaze [+] Platten und diesmal mit Ellen Allien, Bosse, Secret Basement und Marius Ziska.

 

 

Chillout / AmbientEllen Allien LISm

Ellen Allien

LISm

Label: Bpitch Control

VÖ: 04.03.2013

 

Klingt wie: Ablenkbar wie Extasy, verpeilt wie Magic Mushrooms

 

Ellen Allien, Musikproduzentin, Labelinhaberin und Techno-DJ. Techno, ja das ist was wir alle von Allien gewohnt sind. Doch was uns auf LISm erwartet, ist alles andere als die Art Elektronisches, was wir aus den Clubs so kennen.
LISm klingt über 45 Minuten hinweg wie ein Motion Picture Soundtrack.

Der Film würde wohl die offenen Türen einer Okiya und die sich geschmeidig dazu bewegenden Geishas zeigen. Idylle und Mystik. Es folgt ein abrupter Bruch. Wir gehen über zu abhängigen Teenies, die sich in den Weiten von New York auf der Suche nach Rauschmitteln verlieren. Außer drogensüchtigen Teenies haben wir auch ein Geiger-Müller-Zählrohr im Angebot, welches, wenn man den Klängen vertraut, auf Uran stößt. Nach einem kleinen Abstecher in den Dschungel schlägt Ellen kurz die Richtung des Jazz ein, um Sekunden später auch schon wieder davon abzukommen. Denn jetzt hören wir einen etwas typischeren Ellen Allien Sound. Vocals, tanzbare Baselines, Clubtauglichkeit wie gewohnt. Innerhalb von Minuten verliert sich allerdings unser neugewonnener Eindruck des 45-Minuten Tracks wieder und führt uns erneut in abgefreakte Tonerlebnisse.

Alles in allem weiß man nicht so recht in welche Kategorie man dieses musikalische Werk stecken soll, aber welcher Künstler will schon in einer Schublade hausen?

3 Sterne

Bambi

 

 

DeutschpopBosse Kraniche

Bosse

Kraniche

Label: Universal

VÖ: 08.03.2013

 

Klingt wie: Tim Bendzko mit besseren Texten

 

Jeder hat ein oder zwei Lieblingsbands- oder Künstler, die im Prinzip machen können was sie wollen, man feiert sie und steht bei den Konzerten zumindest in der Menge und singt mit. Egal ob plötzlich aus Indie Dubstep oder aus Metal Punk geworden ist – es sind die großen Musikromanzen die man schon im Plattenregal hatte, als an Streaming noch nicht zu denken war. Bosse war das für mich eine ganze Zeit lang, aber langsam muss auch mal Schluss sein.

Kraniche ist ein seichtes, über weite Strecken, leider belangloses Schlagerpopalbum geworden. Der musikalische Wandel von Axel Bosse hatte sich schon auf dem letzten Langspieler Wartesaal hin zu mehr hymnischen Popsongs angedeutet – die schreckliche Neuinterpretation des eigentlich wunderbaren Songs „Frankfurt/ Oder“ zusammen mit Silly-Anna-Loos war aufgrund unseres langen gemeinsamen Weges verzeihbar, ließ aber nichts Gutes ahnen. Und es kam wie es kommen musste: Kraniche versinkt im Pop, mit großem Getöse und wehenden Fahnen.
Textlich bleibt Bosse auch auf Kraniche mehr als solide (ausgenommen „Vive la danse“ – warum?) und zählt sicher zu den besseren deutschen Textern, mit dem Auge fürs Detail und einem Sinn für Bilder. Der Opener „Kraniche“ stellt auch gleich eines der besseren Lieder auf der Platte, nach dem zweiten Song „Schönste Zeit“ – ebenfalls mit schönem Text – verliert sich die Platte mehr und mehr. Schade. Aki Bosse, aber hier muss mit uns Schluss sein. Und ja, es liegt an dir. Melde dich aber gerne, wenn es dir besser geht.

2 Sterne

Julian

 

 

 

Blues- und Garagenrocksecret-basement-cover

Secret Basement

Secret Basement

Label: JMG Records/DA Music

VÖ: 15.02

Klingt wie: The Black Box Revelation, White Stripes

Endlich wieder mal handgemachte Musik, die sich auf die Grundlagen beschränkt. Gitarre, Bass, Schlagzeug und Blues. Mehr braucht es meistens nicht, um den Kopf zum Nicken und das Tanzbein zum Schwingen zu bringen. Wenn dann noch eine ordentliche Portion Rock untergemischt wird und keiner mit einer glattgebügelten Produktion den Garagencharme zunichte macht, kann man sich in der Regel sicher sein, ein gutes Album in Händen zu halten. Hier ist es nicht anders, allerdings sind einige Abzüge in der B-Note unvermeidlich. Man hört den drei Herren ihre Jugend nämlich durchaus noch an, was so gesehen nichts schlechtes ist – man denke nur an Mozart und was der in jungen Jahren zustande brachte – allerdings handelt es sich hier um Blues.

Blues ist einfach zu spielen, aber schwer zu fühlen, wie einer der Meister, das mal richtig auf den Punkt brachte und vorallem eine sanfte Stimme übermittelt die Quintessenz des Ganzen stellenweise nicht ausreichend. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und da die Jungs erst am Anfang ihrer Karriere stehen, bin ich zuversichtlich, dass diesem ersten Album noch weitere und vorallem ausgereiftere folgen werden, denn Potential ist mehr als genügend vorhanden. Die Licks und Fills sind allesamt sauber gespielt und werden an der richtigen Stelle eingesetzt, die Soli sind präzise und trotzdem etwas schludrig, so wie sich das gehört. Man siehe (höre) „No Shoes‟.
Die Riffs sind einfallsreich und werden von einem treibenden Bass begleitet. Einzig und allein die Drums könnten etwas abwechslungsreicher gespielt werden. Auch wenn es Meg White mit ihrem grauenhaften Schlagzeugspiel zu etwas gebracht hat, muss man sie sich nicht unbedingt als Vorbild nehmen. Alles in Allem haben Secret Basement hier solide abgeliefert und können sich getrost aus ihrem Keller wagen, ohne Gefahr zu laufen mit fauligem Obst beworfen zu werden.

3 Sterne

Fred

 

 

Singer-Songwriter/ Folk/ RockMarius Ziska Recreation

Marius Ziska

Recreation

Label: Stargazer Records

VÖ: 01.03.2013

 

Klingt wie: Woodkid mit ein bisschen weniger Weltschmerz, Edward Sharpe & The Magnetic Zeros

 

Schon mal bewusst Musik von den Färöer Inseln gehört? Tja, ich bis jetzt auch nicht…dabei haben die 48.574 Nordatlantik-Insulaner musikalisch so einiges zu bieten. Allen voran ein eigenes Symphonieorchester, vier mehr oder weniger internationale Musikfestivals, einen eigenen Musikpreis UND seit neuestem auch den Singer-Songwriter mit dem für färöische Begriffe absolut normal klingenden Namen: Marius Ziska. Der junge Musiker, der aus einem verschlafenen hundert Seelen Nest namens Sol..nein…Søldafr…ach, das müsst ihr bitte selber googeln (wenns euch interessiert)…stammt, schrieb seine ersten Songs Dank des ständig ausfallenden Radios und seines Vaters. Der hat seinem Sohn nämlich klar gemacht, dass er eben selbst Musik machen muss, wenn das dumme Radiosignal auf den Färöer Inseln so schlecht funktioniert. Gesagt, getan. Heute präsentiert uns der musikalische „Wikinger“ sein Full-Lengh-Debütalbum Recreation.
Beeinflusst von niemand geringeren als den Beatles und Simon & Garfunkel stellt dieses Album einen gelungenen Mix aus Folk und Rock gepaart mit Synthie-Sounds der 80er dar. Ziskas Musik ist leicht, wohlklingend und dabei aber auch immer tiefgründig. Egal ob er in
„Into The Silence“ vom einstürzenden Himmel, in „Nice Day“ vom Sterben und Weinen oder in „Sound of You“von Liebeskummer singt, ist das keine Depri-Musik. Das ist professionelle Gute-Laune Musik mit durchdachten Texten und mitreißenden Refrains, die es eindeutig verdient hat, gehört und gespielt zu werden. Mir bleibt da nur zu sagen: Danke fehlendes färöisches Radiosignal und bitte mehr Mr. Ziska!

4 Sterne

Mariella

 

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