SLEAZE PLATTEN, Runde 6

SLEAZE [+] PLATTEN, Runde 6

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Eine neue Woche, eine neue Runde Sleaze [+] Platten. Diesmal mit den Shout Out Louds, On and On, Nasty und LUAI.

Shout Out Louds Platten Optica

Indiepop
Shout Out Louds
Optica
Label: Universal

VÖ: 22.02.2013

Klingt wie: schwedischer Frühling

Endlich. Endlich bringt uns Schwedens liebenswürdigste Indiepop-Band ein neues Album. Die Diskographie der Shout Out Louds war bislang durch die Bank weg empfehlenswert – so bleibt es auch mit Optica. Das mittlerweile vierte Studioalbum erinnert sehr an ihren Zweitling Our Ill Wills, melodisch, verspielt, gesetzt und atmosphärisch. Keine treibenden Rocksongs á la Howl Howl Gaff Gaff, ihrem Debütalbum vor fast zehn Jahren. Aber warum auch? Die Schweden haben mit jedem Album ihren Facettenreichtum bewiesen und sind nicht blind in der Einbahnstraße ‚Indierock‘ irgendwo zwischen 2004 und 2008 steckengeblieben, wie so viele andere große Bands der Nullerjahre. Sänger Adam Olenius wird auch auf Optica nie langweilig, und immer wenn man denkt, man hätte die Band als einseitig entlarvt, überrascht sie erneut („14th of July“). Auch Optica bringt uns wieder einige Hymnen und Ohrwürmer („Walking in your Footsteps“, „Where you come in“) und zeigt das sich wandelnde musikalische Selbstverständnis der Band, ohne die rockigen Wurzeln zu vergessen. Was die Shout out Louds hier als Optica zusammengepresst haben, darf man getrost als geradezu grandios bezeichnen. Die Deutschlandtour steht ins Haus und sollte allen wärmsten empfohlen werden.

5 Sterne
Julian

On and On neue Platten Give In

Indie-Pop
On An On
Give In

Label: Roll Call Records/City Slang
VÖ: 01.03.2013

Klingt wie: Shout out Louds-Schmusi-Indie mit atmosphärischem Pathos verrührt

Checkt man den Hintergrund der Band und hört einmal genauer hin, sollten unter obigem „Klingt wie“ die Scattered Trees stehen. So nämlich hieß die Band, der Nate Eiesland, Alissa Ricci und Ryne Estwing angehörten, bevor sie sich entschieden, nach dem Ausscheiden ihrer Bandkollegen Jason und Baron Harper nicht unter gleichem Namen weiter zu machen, sondern ein neues, eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Es entstanden On An On, die nun mit Give In ihr erstes Album präsentieren.

Der gemeine Indie-Pop kann einem ja dieser Tage schnell langweilig werden, wenn er so von einer Dudelhymne zur nächsten springt und eigentlich nur noch ein paar weinende Teenager fehlen. Aber manchmal gibt es eben doch noch positive Überraschungen, die das Musikhören wieder lohnenswert machen. Mit seinem Debüt Give In ist dem Trio aus Chicago eine solche Wundertüte gelungen. Mit Synthiepathos und traditionellem Gitarren-Schlagzeug-Pop erinnern On An On an diese Zeit, in der Indie noch kein Sammelbegriff und seine Auswüchse noch kein langweiliger Einheitsbrei waren. Zwischen träumerischem Schmusi-Pop und Black-Keyestken, treibenden Gitarrenriffs schaffen es die drei doch tatsächlich nicht vollkommen im Indieuniversum unterzugehen. Dafür ein Däumchen!

4 Sterne
Kirsten

 Nasty neue Platten Love

Hardcore, Metal Core, Beatdown
Nasty
Love

Label: BDHW/Soulfood
VÖ: 28.02.2013

Klingt wie: Green River Burial und ähnliche

Hardcore! BAM, in your face! So ungefähr kann man das neuste Album der Deutschland-Belgien-Connection bezeichnen. Die vier Jungs bleiben ihrer Linie treu und machen ordentlich Lärm. Auf Love treffen Hardcore- und Punkattitüde auf metalllastige Gitarren und einen ganzen Haufen Breakbeats. Aggressiv werden die zum Teil politischen Lyrics ins Mikrofon gebrüllt und von gleichermaßen aggresiven Riffs untermalt. Geshoutet wird überwiegend in englischer Sprache, mit „Scheisse‟ hat sich aber auch ein deutscher Songtext eingeschlichen. Man hört ihnen ihre Ursprünge im harten Punk durchaus an, aber gleichermaßen lassen sie den metallischen Core Einfluss durchblicken und so ist die Rhytmik trotz Doublebass und temporärem Geshredde ziemlich grooveorientiert und wenn beim Titelsong des Albums dann sogar normaler Gesang an unsere Ohren dringt, erwischt man sich dabei an gemäßigtere Bands aus Artverwandten Genres, wie etwa „Bullet for My Valentine‟, zu denken…aber auch nur kurz. Für Freunde der Hardcore-Musik ist dieses Album sicherlich ein Leckerbissen, alle anderen werden sich wahrscheinlich nach wenigen Minuten angewidert abwenden – aber man kann es schließlich nicht jedem recht machen.

3 Sterne

Fred

 

LUAI neue Platten Boulder Thicket

Singer-Songwriter/Pop/Country/Folk
LUAI
Boulder Thicket

Label: Dime Records
VÖ: 01.03.2013

Klingt wie: Gefangen zwischen The Corrs, Tori Amos und Soap & Skin

Boulder Thicket ist das Debütalbum der finnischen Singer-Songwriterin Saara Markkanen aka LUAI und ganz schön verwirrend. Begraben unter Streichern, akustischen Gitarren und der klassischen Weiblichkeit in Markkanens Stimme, schwebend zwischen Mädchen und Frau, findet man sich einmal wohlig umfangen und im nächsten Moment fast erstickt, ja gereizt.
Über Musik lässt sich ja bekanntermaßen viel streiten, über Boulder Thicket könnte man Kriege austragen und das ganz allein mit sich.
Manchmal treibend, manchmal zerrend hängt das Album an einem oder man selbst an ihm und wenn man dazu noch ein Problem mit femininen Stimmen hat, wird es einen an der Rand des Wahnsinns treiben. Manch anderem aber ist die aufwühlende Ruhe, die die Finnin dem Album mitgibt, genau das, was Musik zu Kunst macht. Seit langem war es nicht so schwer einem Album einen Stempel zu geben. LUAIs Erstlingswerk ist schwierig, irgendwie schön und irgendwie einfach zu viel Kunst.
Und jetzt Ruhe bitte, mein Kopf denkt!


2 Sterne

Kirsten

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