SLEAZE PLATTEN

SLEAZE [+] PLATTEN

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sleaze + platten 21.2

Heute gibt es wieder eine Runde SLEAZE [+] PLATTEN. Diesmal mit dabei Blackmail, Joe Budden, Doldrums und Pissed Jeans.

 

Indie Rock, Alternativesleaze + platten: blackmail

 

Blackmail

II

Label: Unter Schafen/Alive

VÖ: 22.02.2013

Klingt wie: Slut, Scumbucket

3/5 Sternen

 

 

 

II ist das zweite Album mit neuem Sänger und Mathias Reetz erweist sich erneut beziehungsweise vollends als richtige Wahl, die Nachfolge von Aydo Abay anzutreten. Seit nunmehr über 20 Jahren exisitert die Band und hat seitdem eine erhebliche Entwicklung durchgemacht, was auf dem neusten Machwerk mehr als deutlich wird. Die Songs sind kantiger, rumpeln mehr als früher und sind dennoch klar und melodiös. Das Songwriting hat sich im Laufe der Zeit in eine progressivere Richtung entwickelt und trotzdem liefern sie noch lupenreinen Indierock ab – mit „Day of Doom‟ vielleicht sogar eine kleine Hymne. Der Song klingt nach Sommer und Winter gleichzeitig und spiegelt so die Stimmung des gesamten Albums wider. Die Melodien haben etwas Aufrührerisches, rufen zum Aufbruch auf und zeugen von Hochstimmung. Auf der anderen Seite wird Melancholie und eine gewisse düstere Grundstimmung transportiert. Diese Gegensätze ergänzen und vermischen sich zu einem soliden und dennoch fragilen Konstrukt. Leider fehlen dem Album trotzdessen die Melodien, Riffs und Harmonien, die hängenbleiben. Die Songs ziehen vorbei und statt tiefe Eindrücke zu hinterlassen, bleibt nur der Hauch einer Erinnerung.

Fred

 

Eastcoast Rap, Hip Hopsleaze + platten: joe-budden

 

Joe Budden

No Love Lost

Label: Membran

VÖ: 22.02.2013

Klingt wie: Drake, Fat Joe, Crooked I

3,5/5 Sternen

 

 

 

Seine Ostküstenherkunft hört man No Love Lost zwar an, aber Joe Budden beschränkt sich bei Weitem nicht nur ausschließlich auf den Stil dieser Gegend. Raptechnisch erinnert er stellenweise an Drake, aber auch nur stellenweise, denn an anderer Stelle flowt er wiederum schneller und sauberer. Zu Beginn des Albums würde man ihn mit Wiz Khalifa, French Montana und Lil Wayne, die alle als Featuregäste auftreten, in die selbe Ecke stellen. Die Beats sind alle ziemlich Synthesizer-lastig und vieles klingt sehr nach „Dirty South”. Doch die Stimmung schwingt recht schnell um und die Reise geht vom Süden wieder an die Eastcoast, die Instrumentals werden langsamer und die Raps nachdenklicher. Insgesamt wird er Rapfans und Popmusikhörer gleichermaßen begeistern können, da sich die Hooks zum Teil sehr an den R’n’B schmiegen, die Beats von Erfolgsaranten wie T-Minus (Rihanna) und Boi-1-Da (Nicki Minaj) gebastelt wurden, die  auch sich für die Produktion verantwortlich zeichnen und er thematisch tiefer geht als oben genannte Kollegen. Somit kann sich Joe Budden mit den aktuell erfolgreichen Rappern, die es unlängst in die Charts geschafft haben, ohne Probleme messen. Songs wie „All in my Head‟ sind zweifelsfrei radiotauglich.

Fred

 

Electro / Noisesleaze + platten: doldrums

 

Doldrums

Lesser Evil

Label: Souterrain Transmissions

VÖ: 22.02.2013

Klingt wie: Crystal Castles mit einer winzigen Prise Aphex Twin

3/5 Sternen

 

 

 

Lesser Evil ist das scheinbar schon heiß erwartete Debütalbum des Toronto-stämmigen DJs Airick Woodhead und alles in allem ganz schön aufwühlend.

Bereits im Sommer 2012 stellte der britische Guardian die Frage, ob es sich bei der Musik des 22jährigen Kanadiers um eine seltsame Art von Elektro oder Techno, um von Kunst-Schulen angehauchten Drum’n’Bass oder doch eher um elektronisch verarbeiteten Kunstrock handelt.

Die Frage lässt sich auch nach dem Hören des Albums nicht beantworten. Dabei nämlich treffen Disharmonien auf Pathos und coole Beats und mutieren gleich darauf mit björkigen Vocals, ohne die dazugehörige atmosphärische Stimmung, dafür aber mit umso mehr Drum’n’Bass-Einfluss zu einer herzzerreißenden Soundcollage.

Es gibt dabei kein Gut oder Schlecht, nur ein „bereit dafür“ und „stark genug“ oder eben nicht. Für die Bespielung des heimischen Wohnzimmers sollte vielleicht doch auf eine andere Veröffentlichung zurückgegriffen werden, aber auf Doldrums während des nächsten Festivalsommers unter freiem Himmel, mit dem ein oder anderen Bier intus, kann man sich nur freuen.

Kirsten

 

Rocksleaze + platten: pissed jeans

 

Pissed Jeans

Honeys

Label: Cargo / Sub Pop

VÖ: 15.02.2013

Klingt wie: eine Prügelei mit Lemmy

4/5 Sterne

 

 

 

Der Mann auf dem Cover der neuen Pissed-Jeans-Platte Honeys hat schon bessere Zeiten gesehen: Anscheinend nach einem Treppenunfall hart aufgeschlagen, frisst die entlaufene Schildkröte auf dem Backcover auch noch seine Haare. Ein beschissener Tag, alles in allem. Und solche Tage gab es auch in der mittlerweile vier Alben umfassenden Bandgeschichte der Pissed Jeans, die seit sieben Jahren Philadelphia ihre Heimat nennen. Aber hat das was an ihrer Musik geändert? Neee!

Straight ahead in die Magengrube, als wollten sie Lemmy Kilmister in den Whisky pissen – das Alter hat die vier Jungs weder verschroben noch verbogen. Hier werden nicht plötzlich künstlerische Quantensprünge vollzogen, keine Rock’n’Roll-Plattitüden verbreitet oder gar Neuland ausprobiert. Pissed Jeans machen das was sie können, und das können sie ganz fabelhaft. Herrlich direkt, auf den Punkt, mit Headbanger-Passagen, die jedem Gitarrenfreak das Höschen anfeuchten. Elf Tracks die einen nach vorne treiben, die Rückzug nicht kennen und die, wenn man unvorsichtig ist, dazu führen könnten, dass man mit seiner Schildkröte im Glas irgendeine bescheuerte Treppe runterspringen will. Bitte, nicht nachmachen!

Julian

 

 

 

 

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