SLEAZE Platten

SLEAZE [+] Platten

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Eine neue Woche, eine neue Runde SLEAZE [+] Platten. Diesmal sind Hieroglyphics, Counterparts, The Flying Eyes und Selena Gomez dabei.

 

 

hieroglyphics_kitchenHip Hop, Oldschool Rap

Hieroglyphics
The Kitchen
Label: Hiero Imperium
VÖ: 26.07.2013

Klingt wie: Souls of Mischief, Del Tha Funkee Homosapien, Jurassic 5

Nach zehn Jahren geben die Hieroglyphics wieder ein Lebenszeichen von sich und es ist nicht etwa ein Röcheln oder das Zucken eines Lebewesens, dass in den letzten Zügen liegt. Nein – sie stehen alle noch voll im Saft und haben sich in The Kitchen zusammengefunden, um das der ganzen Welt zu beweisen. Dort kochen sie marvelous shit und servieren selbigen frisch und heiß auf dem Plattenteller.
Dabei sind sie wirklich so fresh, dass die Tomaten vom Gemüsehändler an der Ecke direkt eine Midlife-Crisis bekommen.
Es ist immer noch Boom Bap aus der Golden Era, aber mit neuen und – ich kann mich nur wiederholen – frischen Zutaten. Sie bleiben ihrem Stil treu und schaffen problemlos den Anschluss an die jungen Wilden, die das Game heutzutage bevölkern. Die Hieroglyphics sind auch nach all den Jahren hungrig geblieben und zelebrieren sehr entspannten Sprechgesang, dem intensiv gelauscht werden kann, der aber genausogut einfach nur eine wunderbare Hintergrundmusik abgibt. Beim Kochen beispielsweise geht das Gehacke und Gerühre gleich viel leichter von der Hand. Die Beats sind funky, oldschoolig und modern in Einem und die Raps so schön on point, wie man das von den Herren kennt. Schön zu hören, dass nicht alle mit zunehmendem Alter auch schlechter und ideenloser werden. Herr Carter, schneiden sie sich mal eine Scheibe davon ab!
„If you can’t stand the heat – stay the fuck out of the kitchen!‟

4 Sterne

Fred

counterparts cover

 

Melodic Hardcore / Metalcore

Counterparts
The Difference Between Hell and Home
Label: Victory Records
VÖ: 23.07.2013

Klingt wie: Hell / Home (prozentuale Verteilung variiert je nach Präferenz und Sozialisation), Seitenstrangangina, Alltagsbewätligung, Shai Hulud

Während drinnen das dritte Album der Kanadier von Counterparts auf dem Rechner läuft, erklingt draußen vor dem Fenster ein Schlaghammer. Mag an der Melodie des Werkzeugs oder aber an der Band liegen, dass sich dieser nahtlos in die Tracks auf The Difference Between Hell and Home einfügt – und zwar in alle elf. Zwar hämmert er dabei manchmal mehr als Counterparts-Frontmann Brendan Murphy, der auch die leiseren, melodischeren Töne drauf hat. Nennt sich dann Melodic Hardcore. Weil aber auch Melodic-Hardcore per se Hardcore ist, fügt er, der Schlaghammer, sich auch da schön ins Hörerlebnis ein. Das soll keine Wertung sein. Die kommt nämlich erst jetzt: knapp 40 Minuten, elf Tracks direkt auf die Zwölf. Ob nervöser Hektik-Hardcore, bei dem es sich von dem ein oder anderen Wirbel zu verabschieden gilt („Slave“) oder fast schon entspannter Halb-Akustiker „Decay“, bei dem Zeit zum Aufwärmen bleibt (und man selbst deswegen von Hardcore-Verletzungen eher verschont). Counterparts, die in der Szene längst keine Unbekannten mehr sind, schreien, singen, bolzen, schranzen und fronten sich ins Gehör, dank des melodischen Anteils selbiges aber nicht gleich kaputt. Sich in Sicherheit wiegen und es übertreiben sollte man dann aber auch nicht. Zumindest, wenn man Hardcore nicht gewohnt ist. Ich bin es nicht. Aus Gründen. Aber wäre ich es, wäre es die Counterparts-Variante.

2 ½ Hardcore-Sterne

Anne

 

 

The Flying Eyes  CoverRetro-/ Psychedelic Rock

The Flying Eyes
Lowlands
Label: Noisolution
VÖ: 26.07.2013

Klingt wie: Der Klon vieler Rocklegenden der 70er, nur eben jünger

Sind das The Doors? Oder The Rolling Stones? Oder doch Black Sabbath? Nein! Es sind The Flying Eyes, die uns eine Mischung aus allen genannten Legenden bieten.
Die vier Jungs aus Baltimore gründeten sich im Jahre 2007 und veröffentlichen nun ihr drittes Album. Das gute Stück wurde Lowlands getauft und hat ohne jeglichen Zweifel die 60er und 70er Jahre als musikalische Grundlage. Dabei befindet sich das Quartett aus den USA gerade mal in den mittleren Zwanzigern. Dies sei jedoch keine Hürde.
Lowlands kommt dreckig und zuweilen düster daher. Die tiefen Gitarren sind das Grundgerüst und bestimmen alle neun Songs des Langspielers. Von Langerweile ist aber dennoch weit und breit nichts zu sehen.
The Flying Eyes verstehen es hervorragend, zahlreiche Stimmungs- und Tempowechsel gekonnt einzubauen. Die Platte ist gespickt mit brachialen Riffs, einem dominierenden Bass und einer enormer Spielfreude. Besonders „Rolling Thunder“ verdeutlicht diese Eigenschaften perfekt.
Die schnoddrige Rockstimme des Sängers William Kelly rundet dies alles ab und macht Lowlands zu einem stimmigen Gesamtpaket.
Das Drittwerk der Flying Eyes weiß von Beginn an zu überzeugen. Wer sich gerne an die Rocklegenden der 60er und 70er zurückerinnert, wird seine Freude an diesem Album finden.

3 ½ Sterne

Stefan

 

SelenaGomez_StarsDance_Cover2Pop

Stars Dance
Selena Gomez
Label: Universal Music
VÖ: 23.06.2013

Klingt wie: Miley Cyrus, Bridgit Mendler

Einfach „Nein“!
Ich wollte ihr eine Chance geben und bin ganz unvoreingenommen an die Sache herangegangen – ehrlich. Aber bereits nach den ersten drei Songs kommt mir die Galle hoch. Das ist so unglaublich anbiedernd, berechenbar und von vorne bis hinten durchkalkuliert, dass man dieses Werk als Querschnitt durch die momentan angesagte Poplandschaft heranziehen kann.
Hier hat sich ein gut bezahltes Produzenten- und Songschreiberteam alles herausgepickt, was in den letzten fünf Jahren gut im Musikmarkt ankam und die Essenz davon auf dieses Album gepackt.
Es gibt Britney, Lady Gaga, Madonna, etwas Unschuld von der frühen Nelly Furtado und genauso ihr späteres „Maneater“-Image und und und.
Man kann dem Mädel nicht den Vorwurf machen, dass sie schlechte Musik machen würde, da sie lediglich als ausführendes Organ die Ergüsse schleimiger Texter auf überproduzierte Beats legt. Eine gute Stimme hat sie, das muss man ihr lassen, aber das reicht leider nicht. Auch das hübsche Gesicht, dass einem vom Plattencover entgegenstrahlt kann diesen Einheitsbrei nicht vertuschen. Es gibt weder Ecken noch Kanten, was den Größen des Pop ihren verdienten Titel, als die Königinnen des Genres, einbrachte. Hier wurden lediglich die Krümel aufgesammelt und ein aalglattes Album ohne Aussage oder jegliches Profil zusammengeschustert.
Wäre Death Metal, Grindcore oder Atonale Musik aktuell der heißeste Scheiß in den Charts, dann würde sie eben sowas machen.

0 Sterne

Fred

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