SLEAZE Platten

SLEAZE [+] Platten

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Eine neue Woche, eine neue Runde SLEAZE [+] Platten. Diesmal sind Sigur Ros, Qeaux Qeaux Joans, The Amplifetes und Small Feet mit dabei.

 

Isländischer Folk

SLEAZE [+] Platten
Sigur Rós
Kveikur
Label: XL Recordings / Beggars Group / Indigo
VÖ: 14.06.2013

Klingt wie: Sigur Rós auf Antidepressiva!

Dass der Keyboarder Kjartan Sveinsson die Band letztes Jahr verlassen hat, scheint die restliche Truppe wohl härter getroffen zu haben, als erwartet. Zumindest bekommt man diesen Eindruck, wenn man dem neuen – und nur ein Jahr nach dem traumwandlerischen Valtari erscheinenden – Album Kveikur lauscht. Verband man Sigur Rós bisher mit sphärisch-lebensbejahenden und träumerischen Klängen, vermittelt diese Scheibe eher tiefe Gefühle der Angst, der Bedrängnis und Bedrohlichkeit. Würde man es nicht besser wissen, könnte man glatt annehmen, der von den Mayas angekündigte Weltuntergang im Dezember 2012 wäre über Island tatsächlich hereingebrochen. Vielleicht ist es aber auch genau dieser Bruch, den die verbliebenen drei Bandmitglieder Jon Thor alias “Jónsi” Birgisson (Gitarre, Gesang), Orri Pall Dyrason (Schlagzeug) und Georg Hólm (Bass) gebraucht haben, um sich sowohl von ihrem ehemaligen Bandkollegen, als auch von ihrem bisherigen Sound loszulösen und so etwas Neues, Anderes und in jedem Fall etwas Gutes zu kreieren. Das ist Sigur Rós 2013. Düsterer, härter und brachialer als je zu vor und dabei aber um nichts schlechter. Die Welt ist im ständigen Wandel, warum sollte das nicht auch für eine Band gelten? Zwei Daumen hoch von mir.

4 ½ Sterne

Mariella

 

 

Singer/Songwriter-Pop, Rhytm&Soul

SLEAZE [+] Platten
Qeaux Qeaux Joans
No Man’s Land
Label: Blackbird Music
VÖ: 14.06.2013

Klingt wie: Beth Hart, Grace Potter, Joss Stone

Anders als der Name und das Plattencover vielleicht implizieren, darf man von Qeaux Qeaux Joans keine französischen Chansons erwarten. Die Gute heißt eigentlich Coco Jones, kommt aus den Niederlanden und singt in englischer Sprache über alles, was sie so bewegt. Sie selbst nennt ihre Musik „Alternative Rhytm & Blues‟ aber sie ist viel mehr als das. In ihrer Stimme steckt unglaublich viel Soul und Gefühl, womit sie etwa an Norah Jones oder auch Fesit erinnert. Was sie ihnen jedoch voraus hat ist der Blues in ihrer Stimme, der zwar nicht so rauh und und ungeschliffen, wie etwa bei einer Beth Hart, in Erscheinung tritt, aber dennoch die ausschlaggebende Gemütsstimmung übermittelt.
„Heartache‟ ist dafür ein gutes Beispiel, obwohl man direkt davor mit „Golden Cage‟ Pop in Reinform gehört hat. Aber – und das ist das Ausschlaggebende – Pop der an keiner Stelle peinlich, überproduziert, oder unauthentisch wirkt.
Das ist schöne Musik mit Tiefe und Aussage. Das mag auch der Grund sein, warum Seasick Steve für die junge Dame 2011 seinen bereits gebuchten Support-Act absagte und Qeaux Qeaux Joans als Vorband engagierte, nachdem sie in Amsterdam, während seines Auftritts, spontan auf die Bühne sprang.
Die Songs auf No Man’s Land wurden innerhalb von drei Tagen und überwiegend in einem Take aufgenommen, was der Scheibe nochmal zusätzlich eine ordentliche Portion Glaubwürdigkeit verleiht, denn das schaffen nicht viele.

4 Sterne

Fred

 

 

Indie / Electronic

SLEAZE [+] Platten
The Amplifetes
Where Is The Light
Label: Amp Music
VÖ: 14.06.2013

Klingt wie: Pony Pony Run Run

Vier Männer aus dem Land des Smorrebrods und der blonden Schönheiten sind auf der Suche nach dem Licht. Die Rede ist von der schwedischen Band The Amplifetes und ihrem zweiten Album Where Is The Light.
Entstanden ist diese Projekt 2010 aus der Lust, endlich mal etwas Eigenes machen zu wollen. Einige Mitglieder arbeiteten nämlich als Produzenten und Songschreiber für Künstler wie Britney Spears, Madonna und Kylie Minogue (hui!).
Zum Glück wuchs bei den Schweden nun das Verlangen nach Veröffentlichungen unter dem eigenen Namen. Poppige Einflüsse aus den Zusammenarbeiten sind der Platte aber leider durchaus anzuhören.
Where Is The Light liefert jedoch überwiegend Indie-Elektro mit ganz gelungenen elektronischen Beats.
Alle elf Songs sind von Synthesizern bestimmt. Diese surren und flirren durchs gesamte Album. Die Platte handelt grobgesagt von Bewegungen. Diese können erst entstehen, wenn Gegensätze und Widersprüchlichkeiten aufeinander prallen. Einer dieser Gegensätze ist die stellenweise sehr hohe Gesangsstimme, auf welche ein tiefer Gesangspart folgt. Dadurch erzeugen The Amplifetes zwar eine gute Abwechslung, bei der Suche nach dem Licht sollten sie jedoch beim nächsten Mal besser eine Karte benutzen.

2 Sterne

Stefan

 

 

Alternative / Indie

SLEAZE [+] Platten
Small Feet
Liar Behind The Sun (EP)
Label: Kning Disk
VÖ: 14.06.2013

Klingt wie: Nights and Nights

Der Schwede Simon Stålhamrhe veröffentlicht unter dem Namen Small Feet eine fünf Stücke umfassende Ep. Liar Behind The Sun ist ein Projekt unter der Mithilfe von Jacob Snavely und Christopher Cantillo.
S
tålhamrhe kann man schon als kleines Sensibelchen bezeichnen. Aus seinen vorherigen Bandprojekten stieg er immer aus, sobald der große Durchbruch vor der Tür stand. Die Begründung war stets die gleiche: der Druck wurde zu groß.
Glückerweise konnte er sich diesmal jedoch überwinden: “I´m ready to do this now, I’m done fighting my windmills.”
Der Sound von Liar Behind The Sun vermittelt eine Art von gespenstischer, zugleich aber auch (so doof das klingen mag) freudiger Stimmung. Alle fünf Songs wirken anmutig, fast schon leicht zerbrechlich. Einen erheblichen Anteil an dieser Atmosphäre hat die zarte, empfindliche Stimme Stålhamrhes, in welcher eine gehörige Portion Kummer liegt. Der Song „Rivers“ lässt sich als Paradebeispiel anführen. Aber keine Angst, die EP richtet sich nicht ausschließlich an die Gefühlsschwangeren unter uns. Es ist eher eine Platte voller melancholischer Sommermusik.
Fetzige Randnotiz: Liar Behind The Sun erscheint sowohl als Doppel 7“ Vinyl, als auch auf Kassette (das rechteckige Ding mit den zwei Löchern).

3 ½ Sterne

Stefan

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