SLEAZE Platten

SLEAZE [+] Platten

TEILEN

Heute gibt es wieder eine Runde SLEAZE [+] PLATTEN. Dieses mal sind Field Report, Kerbside Collection, Visage und When Saints Go Machine mit von der Partie.

 

Singer / Songwriter / FolkSLEAZE [+] Platten - Field Report

Field Report
Field Report
Label: Partisan Records
VÖ: 24.5.2013

Klingt wie: Olentangy John, Benjamin Gibbard, The Wooden Sky

Quizfrage: Was passiert, wenn sich eine Band trennt? Richtig, in den meisten Fällen entsteht danach eine oder mehrere andere Bands. Dies gilt auch für die ehemalige Truppe DeYarmond Edison. Nach der Trennung 2006 entstanden aus ihr keine geringeren Musikprojekte als Bon Iver (Justin Vernon) und die Freak Folk Band Megafaun (Brad Cook, Phil Cook und Joe Westerlund). Nun zieht auch das letzte Bandmitglied Chris Porterfield nach und veröffentlicht mit seiner eigenen Backing-Band namens Field Report sein erstes Soloalbum mit dem gleichnamigen Titel. Musikalisch bleibt der Musiker seinen Wurzeln treu. Tiefgründiger, zwischen Schwermut und Lebensverherrlichung pendelnder Americana-Folk, der nicht schöner sein könnte. Man braucht nur die Augen zu schließen und sich auf diese Musik voll und ganz einzulassen und schon befindet man sich vor seinem inneren Auge auf den endlos ins Land ziehenden Highways der USA. Voll von Poesie drängen sich vor allem die Texte der zehn Tracks in den Vordergrund. In Kombination mit Porterfields traurig und sehnsüchtig klingender Stimme und der spartanischen Gitarren- bzw. Banjobegleitung keine leichte, aber dafür umso intensivere Kost. Was auch immer Mr. Chris Porterfield in den vergangenen Jahren gemacht hat, es hat zu etwas definitiv Gutem geführt.

Mariella

4 Sterne

 

Jazz / FunkSLEAZE [+] Platten - Kerbside Collection

Kerbside Collection
Mind The Curb
Label: Broken Silence / Kudos Records / Zebralution
VÖ: 24.05.2013

Klingt wie: Entspannter Jazz halt so klingt

Mal High-Tempo mal slow-down, aber nie unangenehm oder unmelodisch. Was uns die Kerbside Collection bietet ist durch und durch eine gelungene, solide Leistung von mehr als fähigen Musikern. Man bekommt das Gefühl man würde einer Live-Session beiwohnen und das hat auch seine Gründe. Die zeitlosen Songs wurden nämlich mit der ganzen Band auf einmal eingespielt. Kein Metronom, kein „ach das schneiden wir zusammen“, kein elektronisches Gepfusche, nur purer, echter Jazz. Zu dieser Platte kann man also ganz gelassen einen Nachmittag mit seinen Freunden kochen, ohne das Gequatsche vom Radio ertragen zu müssen. Im Jazz ist echt jeder willkommen. Von der kleinen Nichte, über den großen Bruder, zur Großmutter und zurück.

4 Sterne

Bambi

 

 

New Wave/New RomanticSLEAZE [+] Platten - Visage

Visage
Hearts And Knives
Label: Blitz Club Records
VÖ: 24.05.2013

Klingt wie: Spandau Ballet, Ultravox

Okay, ich gebe hier und heute zu. Ich steh auf die 80s. Nicht so auf diese ironische Hipster Art und Weise. Ich mag es wirklich. „Gold“ von Spandau Ballet ist einer meiner ‚all time favourites‘. Jetzt ist es raus und dementsprechend kann ich auch sagen, was für ein Glück es für Visage war, dass ihr neues Album Hearts And Knives ausgerechnet auf meinem Tisch landete. Wem’s nicht gefällt, der kann ja jetzt weglesen.
Es ist erst der vierte Langspieler der Band, die sich doch bereits 1978 aus den Tiefen des Blitz-Club hervortat. Seit ihrem dritten Album Beatboy sind 29 Jahre vergangen und es folgten eine Trennung und Neugründung. Aber die „Pioniere der New Romantic Bewegung“ sind zurück und mit ihnen 80er-Sound vom allerfeinsten.
Der feine Unterschied: moderne Aufnahmetechnik. Sie macht das Leben nicht nur leichter, sondern auch den Klang gerader. Das reißen die alten Hasen von Visage allerdings mit ihren analog aufgenommenen Synthis wieder heraus. Knaller wie „She’s Electric“ oder „Hidden Sign“ erinnern somit auch heute wieder an „Fade of Grey“-Hochzeiten der Band. (Den Song kennt ihr, auch wenn ihr nicht wollt. Glaubt mir!). Viel Pathos mit schwofi-Gitarren und einer Riesenportion Synthesizer erwarten die geneigten Hörer. Klassisch geil.
Und was den 80er-Legenden zu Gute kommt? Jede Mode kommt wieder. Und wenn es ironisches Hipstertum ist.

4 Sterne

Kirsten

 

 

Electronica SLEAZE [+] Platten - When Saints Go Machine - Infinity

When Saints Go Machine
Infinity Pool
Label:!K7 Records
VÖ:
24.05.2013

Klingt wie: Kasper Bjørke, WhoMadeWho

Ein Infinity Pool ist ein scheinbar randloses Schwimmbecken und der Inbegriff von Außergewöhnlichkeit und purem Luxus. Zugleich ist dies auch der Titel des aktuellen Albums der Band When Saints Go Machine. Von Luxus fehlt auf dem Langspieler jedoch jede Spur.
So nahmen die vier Kopenhagener ihr Drittlingswerk nicht in einem teuren Tonstudio auf. Die Aufnahmen zum Album entstanden ganz solide und ungewöhnlicher Weise in Heimarbeit. „Am Ende hat es am besten funktioniert, die Dinge getrennt zu Hause aufzunehmen, mit einem eher chaotischen Ansatz also“, so Frontmann Nikolaj Manuel Vonsild. Der Platte ist dieser chaotische Ansatz aber keineswegs anzumerken.
Der Hörer hat es hingegen durchaus schwer, der zitternden, weinerlichen Stimme des Sängers zu folgen. Ein Grund dafür ist auch das Verschlucken von Silben und kompletten Wörtern. Untermalt wird diese stimmliche Anstrengung von Streichern, die zu einem Ausbruch von elektronischen Klängen überleiten. Auf der Platte findet sich eine Reihe von eingängigen Melodien.
Der Kontrast zwischen der zerbrechlichen Gesangsstimme und der abwechslungsreichen, dröhnenden Elektronik entpuppt sich während des Hörens aber als kein schlechter.
Einen Bauchklatscher legt
Infinity Pool nicht hin, es könnte sich jedoch etwas mehr Wasser im Becken befinden.

3 Sterne

Stefan

 

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen