SLEAZE Platten

SLEAZE [+] Platten

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Heute gibt es wieder eine Runde SLEAZE [+] PLATTEN. Diesmal mit Dexter, Small Black, The Boxer Rebellion und The Hi-Fly Orchestra.

 

Instrumental Hip Hop, Beats
SLEAZE [+] Platten - Dexter
Dexter
The Trip
Label: Melting Pot Music
VÖ: 17.05.2013

Klingt wie: Hulk Hodn, DJ Adlib, Twit One

Die Scheibe beginnt sich zu drehen und der Kopf fängt an zu nicken. Der Heilbronner Dexter hat sich auf seinem zweiten Soloalbum der psychedelischen Musik der 60er Jahre angenommen. Ähnlich wie schon bei den Jazz Files, die im Zuge der Beat-Tape-Serie „The Hi-Hat Club‟ veröffentlicht wurden, taucht er tief in die Materie ein und rührt ein schönes Süppchen aus staubigen Samples, ausgefledderten Drums, Haschisch, LSD und Fuzzgitarren.
„Beats sind genauso Hip Hop, wie Sachen mit Rap‟, sagt er selbst über seine Arbeit und hat damit vollkommen recht, denn trotz 60s Sound ist dieses Album Hip Hop in Reinform und gleichzeitig so vollkommen anders, als das, was der Großteil der Beatmaker sonst so raushaut. Er zerhackstückelt Musik aus einer Ära, die für Viele schon längst in Vergessenheit geraten ist und die man sich auch im ersten Moment nicht ganz im Hip Hop Kontext vorstellen kann.
Es funktioniert aber ganz wunderbar und ist ein weiterer Schritt der Generation Tapedeck ins Wahrnehmungsfeld der Öffentlichkeit.
Dexter bringt mit seinen Beats frischen Wind in die Szene und schafft auch ganz zwanglos den Spagat zwischen Platinproduzententum für Casper und Cro sowie Underground Existenz in Zusammenarbeit mit vielen unbekannten Rappern beim Künstlerkollektiv „Wortsport“. Diesen Mann sollte jeder Hip Hop-Interessierte definitiv auf dem Zettel haben.

5 Sterne

Fred

 

Synth-Pop
SLEAZE [+] Platten - Small Black
Small Black
Limits of Desire
Label: Jagjaguwar
VÖ: 14.05.2013

Klingt wie: U2 vs. Sigur Ros

Who the fuck sind Small Black?“ Das habe ich mich auch gefragt, war aber bereits vom Cover, mit dem sich nackig umarmenden Paar auf einer Leiter und dem künstlerisch und bestimmt aus irgendeinem ganz durchdachten Grund davor drapierten Krokodil (oder Alligator? Ich kann die Viecher nicht auseinander halten), reichlich angetan.
Und auch was drinnen steckt, im zweiten Langspieler der vier Jungs aus Brooklyn – ich hab dann doch mal gegoogelt –, ist tatsächlich gar nicht so übel. Nach dem „maximalistischen Pop“ auf ihrem ersten Album New Chain heißt es, beschränkten sie sich mit Limits of Desire auf „das Notwendige“. Würde ich so jetzt nicht unterschreiben. Synth-Pop heißt ja nicht umsonst Synth-Pop und so gehen Small Black mit pompösen Keyboards und Lollipop-Gitarren zu Werk, untermalt von leicht verzerrtem Gesang, ein bisschen 80er-Flair a la Rhye und gerne auch in die Länge gesummten Ahhs und Ohhs.
Highlight ist definitiv das Intro zu „Canoe“, Track zwei der Platte, das mit seinem Hip-Hop-artigen Eingangsbeat einen großartigen Kontrast zum U2esken „Free At Dawn“ bildet. Alles in allem ein nettes gute Laune Album mit wenig Höhen und Tiefen. Es plätschert so dahin, stört nicht und tut auch keinem weh.

3 Sterne

Kirsten

 

IndieSLEAZE [+] Platten

The Boxer Rebellion
Promises
Label: Absentee Recordings
VÖ: 17.05.2013

Klingt wie: Editors-Pathos feat. Fleet Foxes-Stimmung und White Lies-Attitüde

The Boxer Rebellion aus London wenden sich auf ihrem nunmehr vierten Studioalbum Promises gänzlich dem treibenden Indierock ihrer Anfangstage ab und wählen einen sehr viel epochaleren Weg. Das neue Album der Londoner ist viel hymnischer und in Melodie und Text gewaltig arrangiert. Ohne eine direkte Verknüpfung zu erkennen, fühlt man sich an die großen Tracks von den Editors („Diamonds“), White Lies („Keep Moving“) oder Fleet Foxes („New York“) erinnert, zwischen Synthiepop und Indiefolk und Gefühl und Stärke.
Zum ersten Mal konnten die Briten ein Album ohne Zeitdruck schreiben, in einem eigenen Studio arbeiten und den Feinschliff keinem Geringeren als Billy Bush (u.a. Garbage) überlassen. Diesen Luxus hört man der Platte an. Durcharrangiert aber nicht glattproduziert, abwechslungsreich aber nicht zerfahren – als ein in sich stimmiges Gesamtkunstwerk könnte man Promises beschreiben. Der Opener „Diamonds“ macht mit seinem Drumbeat und der eingängigen Stimme von Sänger Nathan Nicholson bock auf mehr, wer sich vom synthieesken Anfang des folgenden „Fragile“ nicht abschrecken und die Platte in ihrer Gänze auf sich wirken lässt, wird nicht enttäuscht.
Von Zeit zu Zeit blitzen doch noch alte Indierockmomente zu Tage („Always“) und geben dem Album so eine ganz angenehme Abwechslung. Epochal, emotional und trotz allem positiv und aufbauend. Das Abdriften in gemächlichere Gewässer hat The Boxer Rebellion nicht geschadet und Promises ist Beweis genug dafür, dass sich Veränderungen durch Erfahrung und Weiterentwicklung nicht zwangsläufig negativ auf den Output einer Band auswirken müssen.Promises vereint das ausgereifte Songwriting von The Cold Still mit den großen Melodien des Zweitlings Union und wird so zur bisher wichtigsten Platte der Briten.

4,5 Sterne

Julian

 

Jazz / LatinSLEAZE [+] Platten

The Hi-Fly Orchestra
Get Ready
Label: Agogo Records
VÖ:17.05.2013

Klingt wie: die Straßen von New Orleans

Bisher war ich der Meinung, dass man nach dem Hören eines neuen Albums stets eine Meinung zu diesem hat und es bewerten kann. Entweder gefällt es oder eben nicht. Falls diese Sichtweise doch mal zu schwarz-weiß-malerisch sein sollte, gibt es da ja noch die Ausweichmöglichkeit des sahnigen Dazwischen. Bei Get Ready ist das nicht ganz so einfach.
Das Hi-Fly Orchestra veröffentlicht sein mittlerweile drittes Album. Die aktuelle Platte versetzt den Hörer direkt mit den ersten Tönen ohne Umschweife nach Lateinamerika. Die sechsköpfige Combo entstammt jedoch der bayrischen Hauptstadt und Volksmusik-Hochburg München. Ein schöner und zugleich sympathischer Kontrast.
„Soul-Jazz at it´s finest!“ verkündet das Albumcover großspurig. Direkt mit dem ersten Song wird die Grundausrichtung des Albums vermittelt: lateinamerikanische Rhythmen, Soul und Funk. Das gesamte Album versprüht einen authentischen Sound, ist groovig und tanzbar angelegt. Und genau an diesem Punkt liegt auch die Schwierigkeit der Bewertung. Vorkenntnisse und der Zugang zu diesem Genre sollten vorhanden sein. Aus Mangel an beiden entscheide ich mich daher für das sahnige Dazwischen.

2,5 Sterne

Stefan

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