SLEAZE Platten

SLEAZE [+] Platten

TEILEN

Heute gibt es wieder eine Runde SLEAZE [+] PLATTEN. Diesmal sind Pohlmann, Don Broco, Kommando Sonne-Nmilch und ADULT. mit von der Partie.

 

Singer / SongwriterSLEAZE [+] Platten - Pohlmann
Pohlmann
Nix Ohne Grund

Label: Four Music

VÖ: 10.05.2013

Klingt wie: Clueso, Philipp Poisel

Es ist Frühling und ein Sprichwort besagt: „Alles neu, bringt der Mai“. An diese Weisheit hat sich Pohlmann mit seinem neuen Werk nicht gehalten.
Nix ohne Grund ist ein weiteres Singer-Songwriter Album, bei dem die Akustikgitarre natürlich nicht fehlen darf. Gegen ein erneutes Werk dieses Genres wäre an sich nichts einzuwenden. Die Ausrichtung der Platte geht jedoch stark in Richtung Pop und hält den Vergleich mit gitarrenzupfenden Größen, wie Gisbert zu Knyphausen, keineswegs stand.
Im krassen Gegensatz dazu steht Pohlmanns eigene Äußerung: „Mir war schon vor dem Album klar, dass ich in eine neue Richtung gehen will“. Zugegeben, der Titel „Fenster zur Welt“ bringt winzige Neuigkeiten, wie den Ansatz eines Raps und leichte elektronische Einflüsse. Doch weitere Überraschungen birgt das Album nicht.
Die Texte des aktuellen Werkes handeln von zwischenmenschlichen Beziehungen, alltäglichen Problemen und vom Leben im Allgemeinen.
Laut Pressemitteilung versprühe der Sound eine „seelische Anästhesie“. Ein Zustand der Empfindungslosigkeit stellt sich beim Hörer in der Tat ein. Alle Titel der Platte plätschern vor sich hin, was zu einer gewissen Trägheit und Lethargie führt. Nix ohne Grund ist ein Album für die Liebhaber der seichten Musik mit einem ausgeprägten Hang zum Pop.

1 ½ Sterne

Stefan

 

 

Alternative, Post PunkSLEAZE [+] Platten - Don Broco
Don Broco
Priorities
Label: Sony Music
VÖ: 10.05.2013

Klingt wie: Lower Than Atlantis, Panic! At the Disco

Im Pressetext zum Album steht, Priorities sei DAS Adrenalin-Hookline-Heavy-Rock-Album des Jahres. Hm, das Jahr ist noch nichtmal zur Hälfte vorbei, weshalb diese Aussage durchaus gewagt ist, gerade weil man bei genauerer Betrachtung eigentlich nur im Punkt „Hookline‟ zustimmen kann. Eingängie Refrains haben sie wirklich drauf.
Ansonsten sind Don Broco relativ weit entfernt vom Heavy Rock. Sie wollen eben nicht in eine Genre-Schublade gesteckt werden, wie die vier Briten betonen und sich dann von Allem ein bisschen schnappen und sich ihren eigenen Sound zusammenschustern. Heraus kommt dabei ein zwar energetisches Album, das einen sehr soliden und reifen Eindruck macht, aber leider nicht so recht zu überzeugen weiß. Ihre Einflüsse liegen wohl irgendwo im Hardcore und Punk an der Grenze zum Metal und auf der Anderen Seite mitten im cheesy Popbereich.
Handwerklich gut gemacht und mit einem Händchen für Melodien, die auch haften bleiben klingt das irgendwie nach College Rock mit Hang zum Emotionalen und Brendon Urie (Von Panic! at the Disco) am Gesang. Zu vertraut, zu oft schon dagewesen, zu wenige Ecken und Kanten. Dennoch, Mädels im Alter zwischen 12 und 16 sollten mal reinhören – das könnte euch gefallen.

2 Sterne

Fred

 

 

PunkrockSLEAZE [+] Platten - Kommando-Sonne-Nmilch
Kommando Sonne-Nmilch
You Pay I Fuck
Label: Major Label
VÖ: 10.05.2013

Klingt wie: Turbostaat früher

Achtung, Achtung, Achtung. Wir stellen uns erst mal vor.“ So beginnt das neue, das sechste Album der Kultpunkband Kommando Sonne-Nmilch aus Hamburg. Dass sie sich nicht vorstellen brauchen, weiß der Hörer eigentlich schon. Jens Rachut, so etwa der Godfather des Deutschpunk, neben Kommando Sonne-Nmilch auch bekannt für die Bands Oma Hans oder Dackelblut, hat wieder seine alten Rocker um sich gescharrt und mit You Pay I Fuck ein klassisches deutsches Punkrock-Album aufgenommen.
Ohne Kompromisse, ohne Verschnaufpause, immer mitten rein in die blutende Fresse der Gesellschaft. Soweit so gut. Das Album an sich erinnert stark an die ersten Platten von den Kollegen von Turbostaat – alles schon einmal dagewesen also. Auch wenn Kommando Sonne-Nmilch wohl zur musikalischen Sozialisation der Husumer beigetragen haben dürften, klingt das sechste Album von Rachuts Truppe wie eine billige Kopie. Rachut schreit sich zwar in wütenden Texten die Seele aus dem Leib, es gibt eine Peitsche Sozialkritik und Gesellschaftsvorwürfe – einzig der neue, zeitgemäße Anstrich, dem sich auch Punk stellen muss, sucht man auf You Pay I Fuck vergebens.
Heartcore (!)-Fans von gutem altem Deutschpunk kommen auf ihre Kosten und können sich eine Scheibe anhören, die so auch vor 15 Jahren hätte veröffentlicht werden können. Für uns und alle anderen ist You Pay I Fuck zwar ein weiteres Ausrufezeichen im Leben des Jens Rachut, ein Meilenstein allerdings nicht. Dazu ist die Scheibe – im Prinzip – einfach zu „alt“.

2 Sterne

Julian

 

Synth-Pop / ElektroSLEAZE [+] Platten - Adult
ADULT.
The Way Things Fall
Label: Ghostly
VÖ: 10.05.2013

Klingt wie: Blitzkids mvt., Colder

Der Namen ADULT. mag so manchem bekannt vorkommen. Nein, ADULT. Ist keine neue Selbsthilfegruppe für überforderte Eltern, sondern vielmehr das seit 1997 bestehende Bandprojekt von Nicola Kuperus und Adam Lee Miller. Nach vier Alben und einer nicht enden wollenden Welttournee zog sich das Künstler Duo aus Detroit aus dem Musikbusiness vollkommen zurück und widmeten sich stattdessen anderen Kunstprojekten. Sechs Jahre später kehren sie nun wieder selbst auf die Bühne zurück und veröffentlichen ihr fünftes Studioalbum. „The Way Things Fall“ war wohl nicht unbedingt geplant, dachte beim Betreten des Studios laut eigenen Angaben der Musiker zunächst keiner daran ein neues Album aufzunehmen. Ungeplant ist aber meistens ohnehin viel besser. In diesem Fall entstanden zehn düster klingende Synth-Tracks, die irgendwo zwischen musikalischer Monotonie und moderater Tanzbarkeit umherschwirren. Diese Platte ist bestimmt nichts für Melancholiker oder Zartbesaitete. Schon beim betrachten der Songtitel, allen voran „New Frustration“, „Love Lies“ und „Nothings Lasts“ möchte man sich am liebsten eine Packung Anti-Depressiva hinunterkippen. Und beim Hören dieser Mukke wird die Stimmung auch nicht unbedingt gehoben. Es ist Sommer und die Sonne scheint – Für meinen Geschmack ein wenig zu viel Depri und zu wenig musikalische Abwechslung.

3 Sterne

Mariella

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen