SLEAZE PLATTEN

SLEAZE [+] PLATTEN

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Heute gibt es wieder eine Runde SLEAZE [+] PLATTEN. Diesmal mit dabei Aufgang, Deerhunter, French Films, Ghostpoet.

 

 

Electronic / Experimental / Pianoaufgang cover

 

Aufgang

Istiklaliya

Label: Infine

VÖ: 03.05.2013

Klingt wie: nichts vergleichbares

4/5 Sternen

 

 

 

Als normalerweise sehr unvoreingenommener Mensch muss ich zugeben, dass ich diesem Album von vornherein mit Ablehnung begegnete. Und das, ohne auch nur einen Ton davon gehört zu haben, geschweige denn jemals etwas von dieser Band.
Ich war einfach abgeschreckt. Vom Band- sowie Albumnamen, von dessen Cover-Artwork und genauso vom nichtssagenden und irgendwie zweifelhaften Pressetext. Ich war auf alles gefasst – von gregorianischen Kastratenchören, über Blockflötensoli bis hin zu Walgesängen.
Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt! Das Trio Aufgang experimentiert nämlich durchaus mit der Musik herum, tut das allerdings auf eine sehr hörenswerte und erfrischende Art und Weise. Das Piano steht im Mittelpunkt der Songs und wird durch Schlagzeug, das sehr elektronisch anmutend gespielt wird und von Synthesizerklängen eingerahmt. Wobei diese Metapher hier fehl am Platz ist, denn in Rahmen, Schubladen und ähnliche Kategorien kann man Istiklaliya nicht stecken. Mir fehlen auch irgendwie die sprachlichen Mittel das Ganze adäquat zu beschreiben, weshalb ich dazu rate: Anhören!
Die einzelnen Songs sind mal ruhig und atmosphärisch („Ellenroutir‟) dann wieder treibend zielstrebig mit etwas Hang zum Pathetischen („Kyrie‟, „Vertige‟) und an anderer Stelle heiter und tanzbar („Balkanik‟). Ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt die richtige Musik zum Partymachen ist oder ob man dazu sonderlich gut mit einer Tasse Tee an verregneten Herbsttagen ein Buch lesen kann. Es ist wohl irgendetwas dazwischen, allerdings sollte das jeder für sich selbst herausfinden, denn hörenswert ist Istiklaliya allemal.

Fred

 

 

Indie RockDeerhunter-Monomania

 

Deerhunter

Monomania

Label: 4 AD

VÖ: 03.05.2013

Klingt wie: My Bloody Valentine, Grizzly Bear

4/5 Sternen

 

 

 

Extravagant, eigensinnig und charakterstark. So oder so ähnlich könnte man die Musik von Deerhunter wohl am Besten beschreiben. Die Band wurde 2001 in Atlanta/ Georgia gegründet. Was zunächst als „Wir jammen immer wieder nach der High School“ begann, formierte sich schon bald zu einem beständigen Musikprojekt mit mittlerweile fünf Bandmitgliedern. Ihr Debutalbum „Turn It Up, Faggot“, das eigentlich als reines lo-fi Experiment gedacht und nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt war, veröffentlichten die Musiker um Mastermind Bradford Cox 2001. Seither ist die Gruppe als konstanter Bestandteil der Indie Rock Szene nicht mehr wegzudenken. Das fünfte Studioalbum nennt sich – etwas episch, aber egal – „Monomania“ und präsentiert sich diesmal in noch rotzigerem, noch rauerem und in vielerlei Hinsicht kompromissloserem Sound als bisher. Vor allem der Einfluss des New Wave Sound der 70er lässt sich kaum bestreiten. Als Ausgleich stehen dieser musikalischen Schroffheit aber Stücke wie „The Missing“, „THM“ oder „Sleepwalking“ gegenüber, die nicht nur Cox Songschreiberqualitäten zum Ausdruck bringen, sondern das ganze Album abrunden und zusammenhalten. Deerhunter lassen sich eben in keine musikalische Ecke drängen, was mich persönlich meterhohe Luftsprünge machen lässt. Intelligente, gut produzierte Musik! Zwei Daumen hoch von mir!

 

Mariella

 

 

Indie Rock / New Wavefrench films cover

 

French Films

White Orchid

Label: Odyssey Music Network / Rough Trade

VÖ: 03.05.2013

Klingt wie: The Drums, The Vaccines

3 ½/5 Sterne

 

 

 

Die fünfköpfige Band aus Finnland meldet sich nach zwei Jahren mit einem neuen Album zurück. White Orchid ist der typische French Films Sound mit einer Mischung aus Sixties-Melodien, New Wave und Indie-Pop.

Im Gegensatz zum Debütalbum Imaginary Future klingt das zweite Werk erwachsener und reifer. Ein Vergleich mit The Drums drängt sich jedoch auch auf der neuen Platte mehr als auf.

Das Grundgerüst aller zehn Songs sind ohne Zweifel Gitarren und Schlagzeug. Die zunächst verhaltenen Gitarren und die stetig treibenden Drums entladen sich euphorisch in den Refrains. Auf dem gesamten Album schwingt eine Stimmung von Euphorie, Unbefangenheit und jugendlicher Leichtigkeit mit. „Wir wollten der Platte ein leicht psychodelisches Feeling verleihen, ohne von der Drei-Akkord-Track Mentalität abzuweichen“, so Gitarrist und Sänger Johannes Leppänen.

Beim Hörer stellt sich ein Gefühl von Unbeschwertheit ein, das sich stark mit dem Drang nach Freiheit und einem ziellosen Sich-bewegen Müssens verbindet. White Orchid weckt das Verlangen nach Sommer und Strand. Gute Laune ist garantiert.

 

Stefan

 

 

Experimental/Abstract Hip-Hopghostpoet cover

 

Ghostpoet

Some Say I So I Say Light

Label [PIAS]/Play it again Sam

VÖ: 03.05.2013

Klingt wie: Mix von Koreless bis Massive Attack

4/5 Sterne

 

 

 

Nach seinem ersten Erfolgsalbum Peanut Butter Blues & Melancholy Jam bringt der britische Singer-Songwriter der besonderen Art mit Some Say I So I Say Light nun endlich sein zweites Album heraus. In seinem Zweitling hört man Obaro Ejimiwe aka Ghostpoet deutlich an, dass er diesmal nicht im heimischen Schlafzimmer aufgenommen und produziert hat, sondern gemeinsam mit Produzent Richard Formby ein Studioalbum kreiert hat, das der Ersterscheinung, trotz weniger Rotz, in nichts nachsteht. Zwischen Industrial Beats und sphärischem Rauschen schafft der klare, unverschnörkelte Sprechgesang Ejimiwes über mal Pianoklimpern und mal dunklem Bassgrummeln Halt in der Welt der Klänge. Die Musikszene tut sich bis heute schwer Ghostpoet in ein Genre zu stecken oder zu vergleichen. Müsste man es doch tun, würde man sagen, es ist eine Art düsteren Hip Hops auf Industriesound, irgendwie Trip-Hop, irgendwie aber auch einfach nur ein Experiment. Beruhigend, berauschend, schön und aufwühlend und wenn man es nicht erwartet holt uns eine weibliche Stimme wieder auf den Teppich und lässt uns ganz bald wieder losschweben. Some Say I So I Say Light jedenfalls ist ein würdiger Nachfolger für Album Nummer eins und es bleibt zu hoffen und definitiv zu erwarten, dass auch Nummer drei uns so aus en Socken heben wird.

 

Kirsten

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