SLEAZE PLATTEN

SLEAZE [+] PLATTEN

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Heute gibt es wieder eine Runde SLEAZE [+] PLATTEN und diesmal sind Helldorado, Snøffeltøffs, Mozes and the Firstborn und Major Lazer mit von der Partie.

 

Rock / CountrySLEAZE [+] Platten
Helldorado
Bones In The Closet
Label: CCAP
VÖ: 29.04.2013

Klingt wie: Nick Cave

Die drei Jungs von Helldorado veröffentlichen ihr neuestes und mittlerweile fünftes Album. Schon nach den ersten Tönen ihres aktuellen Werkes Bones In The Closet wähnt sich der Hörer in einem Cabrio auf einer staubigen Schotterstraße in Mexiko. Es macht sich ein Empfinden von Sonne im Nacken und kleinen, fiesen Sandkörnchen zwischen den Zehen breit. Ein geballter Einsatz von Bläsern und lateinamerikanisch angehauchten Gitarren lässt auf eine südamerikanische Herkunft der Band schließen. Aber weit gefehlt! Die Schöpfer dieses zwölf Songs umfassenden Albums stammen aus dem eher für sein raues Klima bekanntem Norwegen.
Mit einer Mischung aus Rock und alternativem, fast schon düsterem Countrysound wird der Hörer in eine andere, filmreife Welt geleitet. Darin liegt auch das Potenzial aller Lieder: der nächste Soundtrack eines Tarantino Meisterwerkes. Dazu passend sind die Texte, welche von den Themen Mord, Buße und Bestrafung handeln. Ein bezeichnender Song ist „ John McMiller“ welcher die Geschichte eines Killers erzählt, dessen Zeit gekommen ist, diese Tätigkeit zu beenden. Auch die ein oder andere episch daherkommende Ballade ist auf dem Album zu finden. Dies tut der Gesamtstimmung aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: ausnahmslos alle Songs der Platte erzeugen eine düstere, westernähnliche Stimmung. Zwar kommt während des Hörens nie Langeweile auf, aber mit Ausnahme des bereist erwähnten Tracks „John McMiller“ schafft es kein Song hervorzustechen. Was zurückbleibt ist ein Gefühl von Western und der Geruch von Schießpulver.

3 Sterne

Stefan

 

Garagen-RockSLEAZE [+] Platten
Mozes And The Firstborn
I Got Skills (EP)
Label: Siluh/Cargo

VÖ: 19.04.2013

Kling wie: 70er in einer amerikanischen Vorstadtgarage

Die Töne der EP der Niederländer Mozes And The Firstborn mit dem selbstbewussten Titel I Got Skills umweht ein Gefühl von Spaß, Gemeinschaft und Bierkonsum. I Got Skills ist zudem die erste Veröffentlichung der vier Flachländer im deutschsprachigen Raum unter dem Wiener Label Siluh Records und macht ein bisschen gespannt.
Gitarre gerade heraus, zuweilen ein bisschen Prog-Rock-Stimmung und eine ehrliche, wenn auch nicht begnadete Stimme, manchmal auch zwei oder drei davon, ist, was I Got Skills ausmacht. Aber mal ehrlich, wer braucht eine begnadete Stimme? Thees Uhlmann kann auch nicht singen und von Sven Regner fangen wir jetzt gar nicht erst an. Charme macht Musik zu Musik und den hat die Platte definitiv. Die vier Titel machen gute Laune und Fernweh, können also gar nicht so übel sein, und hätten spontan jetzt nicht an plattes grünes Land, Hausboote und Grachten erinnert.
Bleibt abzuwarten, was das Album bringt. Wenn man diesem Internet Glauben schenkt, gibt es sogar schon eines. Hoffentlich dann auch bald in Deutschland. Für ein detaillierteres Bild der musikalischen Post-Heintje-Niederlande.

4 Sterne

Kirsten

 

Shit-Fi GarageSLEAZE [+] Platten
Snøffeltøffs
Female Dreams (EP)
Label: Snowhite

VÖ: 19.04.2013

Klingt wie: Babyshambles, Mando Diao

Wie ein Blitzschlag katapultierte mich der erste Track („Pretty Girl“) dieser EP zurück in meine Teenager-Jahre. Peng! und schon war ich wieder die pickelige Fünfzehnjährige mit übergroßen Klamotten, die mit ihren Freundinnen zu „Motown Blood“ von Mando Diao in der Sonne chillt und supercool die Schule schwänzt. Die Zwei-Mann-Band Snøffeltøffs nennt das, was sie da machen „Shit-Fi Garage“, und meint damit einen Mix aus dem heißesten Scheiß des Garagenrock. Das Geheimrezept ist einfach: ein Typ an der Gitarre, der andere am Bass und am Tretschlagzeug und fertig ist das spartanische Bandprojekt. Im Sommer 2012 gegründet erscheint nun die erste EP mit dem etwas verblümten Namen Female Dreams. Ob diese Scheibe der Traum aller Frauen ist, bleibt abzuwarten. Vielleicht sind es die nostalgischen Gefühle und die Erinnerung an die unbeschwerten Tage meiner Jugend, aber in jedem Fall ist das wirklich hörenswertes Material. Klar, es ist nichts großartig Neues, besitzt dafür aber die Kraft des „Teenager-Flashbacks“. Und wer schwelgt nicht gerne ab und zu in der Vergangenheit? Wer sich diesem Trip hingeben möchte, bitte sehr: ab 19.4 könnt ihr das vorab mit der EP (das Debutalbum erscheint im Spätherbst!) mit Hingebung tun!

3 ½ Sterne

Mariella

 

 

Reggaeton / Urban DanceSLEAZE [+] PLATTEN
Major Lazer
Free The Universe
Label: Warner Music Group
VÖ: 12.04.2013

Klingt wie: New Reggae

Es ist soweit. New Reggae ist geboren. Sein Papa? Major Lazer.
Was wir auf Free The Universe zu hören bekommen, ist eine Mischung aus Raggae, Drum’n’Bass, Dancehall, Hip Hop, Dubstep und Durchgeknallt. Wenn dieses Paket Mukke keinen Anklang findet, dann war Michael Jackson sein Leben lang weiß. Selbstverständlich wird auch hier nicht jeder Geschmack abgedeckt und manchmal ist es definitiv zu elektronisch-grell, aber für einen Dancehallschuppen, reicht es allemal. Wir stoßen auf tanzbar, orientalisch, chillig, girlie-poppig, aber nie auf langweilig, eintönig oder gradlinig. Freunde von Black Music kommen hier absolut auf ihre Kosten, aber selbst ein Skeptiker kann hier von Raffinesse, Kreativität und ausgesprochen guten Sounds überzeugt werden. Es ist mir ein großes Rätsel, wie ein Album so abwechslungsreich und doch in ein Genre einzuordnen sein kann. Mir bleibt lediglich zu sagen, dass ich hier sitze und meinen Mitmenschen das neue Major Lazer Album Free The Universe ans Herz lege.
Hört euch an den Scheiß!

5 Sterne

Bambi

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