Slayer sagen Tschüss – auf ihre Art!

Slayer sagen Tschüss – auf ihre Art!

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Ob Testosteron-Granate mit Bauchtasche auf der Suche nach dem nächsten Techno-Happening, ältere Herrschaften in Lederkluft oder aber der ganz normale Metaler mit Jeansjacke voller Band-Patches – alle waren gestern auf dem Abschiedskonzert von Slayer. Berlin wollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen.

SLEAZE + Slayer
Slayer fackeln wortwörtlich die Bühne ab!

So dachte auch die Mercedes-Benz Arena und kurbelte mächtig an den Bier-Preisen. Die Leittragenden waren die Fans. Ganze acht Euro für 0,75 Liter Bier waren selbst für den Hartgesottensten Headbanger zu viel des Guten. Und hat sich jemand beschwert? Natürlich nicht. Slayer spielen auf ihrer letzten Tour. Wer sich da nicht die Birne vollkippt, hat eh schon verloren.

Wehret den Anfängen? Mitnichten!

Den Anfang machten die aus dem sonnigen Florida stammenden alten Herren von Obituary. Treibender, Groove, Doublebass, fette Riffs. Halt Death´n Roll vom Feinsten. Groß Zeit zum Spielen hatten sie nicht, nach knapp 30 Minuten waren sie auch schon wieder runter von der Bühne, um für die aus New York stammenden Anthrax Platz zu machen.

Thrash Metal war ja noch nie so mein Ding, aber Anthrax live erleben? Bitch please! Und auch hier wieder nach 30 Minuten Ende.

Es schien so, als hätten alle Bands vor, kürzere Sets spielen, um Slayer die Gelegenheit zu geben, richtig – und ich meine: SO RICHTIG – die Sau raus zu lassen. Demnach war die Mercedes-Benz Arena dem Untergang geweiht.

Als dritte und letzte Vorband spielten mein absoluter Favorit des Abends: Lamb of God from Richmond motherfuckin´ Virginia (O-Ton). Eine ganze Stunde gespielt und schon hatte ich das breiteste Grinsen im Gesicht und konnte auch gar nicht damit aufhören.

Augen-Pipi für jederMANN

Ein letztes Mal wurde es dunkel in der Arena und nun standen sie auf der Bühne: Slayer! Oder auch Sleer, wie ich von dem polnischen Fanclub im Oberrang erfahren habe. Zumindest hatte ich das Gegrunzte so verstanden.

Während der nun folgenden anderthalb Stunden Geknüppel tauschten Slayer gefühlte 50.000 mal das Bühnenbild und entlockten den Zuschauern ein stetiges Ahh, Ohh und ROOAARRR.

Das letzte fette Banner hat mich jedoch fast zu Tränen gerührt. Zu den letzten Klassikern „Raining Blood“ und „Angel of Death“ wurde das übergroße Banner mit dem Jeff-Hanneman-Logo, plus Geburts- und Sterbedatum, mit dem Schriftzug „Still Reigning“ entfaltet. Ich sag mal so…ich war nicht der Einzige, der Pipi in den Augen hatte.

Umso trauriger war der Abschied der Band, als der Frontmann Tom Araya für zehn Minuten nichtssagend auf der Bühne stand, um ein leises, trauriges „Ich liebe euch, Dankeschön!“ von sich zu geben. Spätestens jetzt war es selbst dem härtesten Kerl ganz mulmig zumute.

SLEAZE + Slayer
Ein angemessenes Gedenken an Jeff Hanneman!

Ob du etwas verpasst hast? Hell yeah! Aber: Es gibt noch einen Tropfen Hoffnung. Slayer ist noch für ein paar letzte Termine im skandinavischen Raum anzutreffen. Also nichts wie hin. Lass dir die Final World Tour dieser grandiosen Band nicht entgehen.

PERKELE SLAYER!

Steven

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