Schwedischer Motoren-Sound

Schwedischer Motoren-Sound

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Mit dem Motorrad auf der Route 66 durch die Wüste von New Mexiko fahren. Stehen bleiben und die Sonnenbrille langsam absetzen, um den perfekten Sonnenuntergang beobachten zu können. Im Hintergrund läuft 60er Classic Rock.
So ungefähr sieht es in den meisten amerikanischen Roadmovies aus. Doch langsam müssen sich die Filmemacher und Genre-Fans doch „Born To Be Wild“ überhört haben. Für Steppenwolf ist dieser Zug voller Motorräder sowieso schon abgSLEAZE. Black. Albumefahren, für die breite Masse haben sie nur diesen einen Song.

Wie wäre es mal mit etwas Neuem oder gar Jüngerem? Ich empfehle Black River Delta. Sie kommen zwar aus Schweden, sind dafür aber auch mitten im Nirgendwo aufgewachsen. Die Kleinstadt Bollnäs heißt dieses Nirgendwo und ist bekannt für seine Power-Metal-Bands. Von einem etwas anderen Schlag aber sind Erik, Pontus und Erik. Ihr Debütalbum „Devil On The Loose“ strotzt nur vor Wild West-Feeling und spart absolut nicht am Bass.

Trotz des relativ langsamen Rhythmus‘ knallt die Musik so richtig. Der Gesang und das Schlagzeug fügen dem gleichbleibenden Klang der Gitarre ein Knistern hinzu. Die Lieder klingen wirklich altmodisch und vor allem schwer. Pontus schlägt hart zu und verletzt seine Drums dabei hoffentlich nicht. Man denkt unweigerlich an Hard-Rock der 60er. Die drei Herren stellt man sich in Smoking auf einer hellen, schlichten Bühne vor und sie bewegen sich fast gar nicht. Auch die Fans scheinen gelassen. Natürlich alles in schwarz-weiß, wir sind ja in den 60er Jahren.

Bei dem Song „Wind Collides“ gibt es ein Gitarrensolo, über das man sehr erleichtert ist, weil die Saiteninstrumente hier endlich mal etwas anderes machen als ein komplettes Lied über gleich zu klingen. Trotzdem wirkt auch hier der langsamere Rhythmus manchmal etwas erzwungen. Vielleicht setzen Black River Delta ihn ein, um ihrer Musik mehr Tiefe zu geben, doch es wirkt eher einschläfernd. In „Ghost“ überrascht eine Mundharmonika und steigert nur die Wild West-Verbindung. Zwar gibt es am Ende auch einen schwungvolleren Song, doch bleiben die Lieder in sich sehr monoton. Es fehlen einprägsame Gitarren-Riffs.SLEAZE. Black 2

Die Stücke klingen so schwer, als wären sie von mehreren Tonnen Straßenstaub bedeckt. Doch diese scheinbare Last haucht dem Klang des Albums mehr Leben ein. Beim Sound stellt sich also keine Frage, er ist großartig. Die Zusammensetzung von Bass, Gitarre und Schlagzeug ist auch gelungen. Doch hat man ein Lied gehört, kennt man sie alle. Das Album hat nur acht Stücke, doch reichen diese vollkommen aus, um erst einmal genug zu haben von Black River Delta. Dabei macht genau dieser altmodische Rock-Sound die Stücke der schwedischen Band perfekt für einen Roadmovie. Hier würde man nur einen Song der Band hören und auch ganz ohne weiteres Bearbeiten passen sie atmosphärisch perfekt auf ein Motorrad mitten in den Canyons.

Maurin

Interpret: Black River Delta
Titel: Devil On The Loose
VÖ: 04.03.2016
Label: popup-records

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