Schmucklos, laut und gut: AC/DC live

Schmucklos, laut und gut: AC/DC live

TEILEN

SLEAZE.ac-dc14Elektrisierende Hochspannung liegt in der Luft, wo 55.000 Fans in der ausverkauften Veltins-Arena dem Auftritt der australischen Hardrock-Institution AC/DC entgegenfiebern.

im Vorfeld immer wieder „Angus-Angus“-Rufe der Fans in Richtung Bühne. Dies ist zwar ein schon lange eingeübtes Ritual, macht aber dennoch deutlich, dass Gitarrist Angus Young als nunmehr einziges Gründungmitglied noch mit dabei ist.

Der Kontrast zwischen Ty Taylor und Brian Johnson könnte kaum größer sein. Taylor, der Sänger der amerikanischen Vorgruppe Vintage Trouble, erinnert nicht nur mit seiner Stimme an den jungen James Brown, er sieht auch unverschämt gut aus mit dem eleganten dunkelblauen Anzug . Brian Johnson bevorzugt dagegen den schmucklosen Auftritt: schwarze Jeans, schwarzes T-Shirt, Schiebermütze.

AC/DC ging es nie darum, einen Schönheitspreis zu gewinnen. Das Kerngeschäft seit mehr als 40 Jahren ist viel mehr solide Wertarbeit: schnörkellose und tierisch laute Gitarrenriffs, und noch viel mehr die Zigaretten gezeichnete Stimme. Und ihre Botschaft ist klar: Leise und langsam mag diese Band nicht spielen. Vielleicht, wenn man Angus Young irgendwo festbinden würde.

SLEAZE.ac-dc19Das Repertoire der Band kann sich sehen lassen. Mit dem Titelsong des aktuellen Albums „Rock or Bust“ eröffnen sie die Show und mit der irren Pyro-Show scheinen sie förmlich zu explodieren. Es sind regulär 18 Songs und „Highway to Hell“ und „For Those About To Rock“ gibt es als Zugaben.

Die Energie, die AC/DC versprühen, kommt auch bei den Fans, die ganz hinten stehen, richtig gut an. Man hat das Gefühl, als würde die Arena beben.

Neben „You Shook Me All Night Long“ vom legendären Back in Black-Album werden vor allem jene Songs gefeiert, in denen AC/DC ihre Musik mit Naturgewalten, Starkstrom oder Sprengstoff gleichsetzen, wie Thunderstruck, High Voltage, Hells Bells und T.N.T.

Am Ende sind die Unterschiede zwischen Vintage Trouble und AC/DC dann doch nur marginal.  Beide Bands speisen sich aus den gleichen Quellen, dem amerikanischen Blues und frühen Rock’n’Roll.

Daniel K.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT